Babesiose
Babesiose
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Was ist eine Babesiose?
Definition
Babesiose ist eine Zoonose, die durch eine Infektion mit dem Malaria-ähnlichen Parasiten Babesia ausgelöst wird. Als Zoonose bezeichnet man eine Infektionserkrankung, die wechselseitig vom Tier auf den Menschen übertragen werden kann.
Bei der Babesiose übertragen Zecken die Erkrankung auf den Menschen. In seltenen Fällen kann die Infektion auch durch eine Bluttransfusion übertragen werden. Es gibt sonst keinen Übertragungsweg von Mensch zu Mensch.
Symptome
Die Zeit von der Infektion bis zum Ausbruch der Krankheit (Inkubationszeit) beträgt in der Regel 1–4 Wochen, kann aber auch länger dauern.
Bei manchen Betroffenen treten keine oder nur geringe Beschwerden auf. Aber es gibt auch schwere Verläufe mit einer starken Gesundheitsbeeinträchtigung, die durch Infektion und Zerstörung der roten Blutkörperchen verursacht wird. Es können Malaria-ähnliche Symptome auftreten: hohes Fieber, Muskelschmerzen und Blutarmut.
Möglich ist auch eine dunkle, rot bis rotbraune Verfärbung des Harns (durch Ausscheiden von Hämoglobin – Hämoglobinurie) und ein dadurch bedingtes Nierenversagen.
Ursachen
Die Übertragung auf den Menschen erfolgt durch Zecken, die zuvor Kontakt zu infizierten Tieren hatten (z. B. Rinder oder Nagetiere). Eine Übertragung ist auch durch eine Bluttransfusion möglich. Die Erkrankung wird nicht von Mensch zu Mensch übertragen.
Die meisten Fälle von Babesiose treten bei Menschen auf, die ein geschwächtes Immunsystem haben (z. B. durch HIV), oder bei denen die Milz entfernt wurde.
Häufigkeit
- Babesiose ist in Deutschland sehr selten.
- Die meisten Erkrankungen treten im Sommer auf.
- Von mehr als 100 Babesia-Arten verursachen nur wenige Typen die Krankheit beim Menschen.
Untersuchungen
Ein Verdacht auf die Erkrankung besteht bei Menschen, die Malaria-ähnliche Symptome aufweisen, sich aber nicht in tropischen Ländern aufgehalten haben.
Die Diagnose wird in der Regel durch eine Blutuntersuchung festgestellt. Zum Erregernachweis gibt es auch Untersuchungen in Speziallaboren (z. B. PCR-Untersuchungen oder über spezifische Antikörper).
Behandlung
Die Erkrankung wird mit einer Kombination aus Anti-Malaria-Mitteln und Antibiotika behandelt. In schweren Fällen, z. B. wenn eine hohe Parasitenzahl im Blut vorliegt oder die Betroffenen keine Milz mehr haben, kann eine Blutaustauschtransfusion durchgeführt werden.
Bei einem milden Krankheitsverlauf werden lediglich die Symptome behandelt, bei schweren Verläufen werden die Betroffenen ins Krankenhaus eingewiesen.
Autorin
- Ulrike Boos, Redakteurin von Deximed, Freiburg
Quellen
Literatur
Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Babesiose. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.
- Gubernot DM, Lucey CT, Lee KC, et al. Babesia infection through blood transfusions: reports received by the US Food and Drug Administration, 1997–2007. Clin Infect Dis 2009; 48: 25-30. PubMed
- Herwaldt BL, Linden JV, Bosserman E, et al. Transfusion-associated babesiosis in the United States: A description of cases. Ann Intern Med 2011. www.ncbi.nlm.nih.gov
- Robert Koch-Institut. Steckbriefe seltener und importierter Infektionskrankheiten: Babesiose (Piroplasmose, Pseudoküstenfieber), Stand 2011. edoc.rki.de
- Vannier EG, Diuk-Wasser MA, Ben Mamoun C, Krause PJ. Babesiosis. Infect Dis Clin North Am. 2015 Jun;29(2):357-70. doi: 10.1016/j.idc.2015.02.008. PMID: 25999229; PMCID: PMC4458703. www.ncbi.nlm.nih.gov
- Vannier E, Krause PJ. Human babesiosis. N Engl J Med 2012; 366: 2397-407. New England Journal of Medicine
- Krause PJ, Vannier EG. Babesiosis: Treatment and prevention. Uptodate. last updated Oct. 2023. www.uptodate.com
- Gelfand JA, Vannier E. Clinical manifestations, diagnosis, treatment, and prevention of babesiosis. UpToDate, last updated Dec 17, 2014. UpToDate
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