Asbestose
Asbestose
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Was ist Asbestose?
Definition
Die Asbestose ist eine Lungenerkrankung durch Asbestfaserstaub. Sie führt zur Vermehrung von Bindegewebe in der Lunge (Fibrose). Es kommt zu chronisch-entzündlichen Veränderungen. Vom Kontakt bis zur Erkrankung vergehen meist etwa 15–20 Jahre. Dieser Zeitraum kann sogar noch deutlich länger sein.
Asbest kann weitere Erkrankungen auslösen. Dazu gehören gutartige Veränderungen des Lungenfells bzw. Rippenfells (Pleura), aber auch Krebserkrankungen. Eine besonders gefährliche Folge ist eine Krebserkrankung der Pleura (Mesotheliom).
Die Asbestose kann als Berufskrankheit anerkannt werden, wenn die Erkrankung in Zusammenhang mit einer beruflichen Tätigkeit auftritt.
Symptome
Patient*innen mit einer Asbestose entwickeln meist 15– 20 Jahren nach dem Einatmen von Asbeststaub allmählich Atemnot bei körperlicher Belastung, z. B. beim Sport. Sie wird meist mit der Zeit stärker. Viele erkrankte Personen bekommen Reizhusten. Der Husten geht eher nicht mit Schleimbildung einher. Gelegentlich wird aber auch etwas durchsichtiger Schleim abgehustet. Einige wenige Patient*innen haben in der Brust ein Druckgefühl oder stechende Schmerzen.
Ursachen
Asbest ist ein Sammelbegriff für verschiedene Mineralfasern. Diese Fasern wurden früher als Baustoff eingesetzt. Sie waren weit verbreitet als Bestandteil von Bodenbelägen, Fassaden und Dachplatten. Auch im Schiffsbau und in anderen Industriezweigen wurde Asbest verwendet. 1993 wurde Asbest in Deutschland verboten.
Die Konzentration in der Innenluft von betroffenen Wohnungen ist normalerweise sehr niedrig und ungefährlich. Die Fasern werden bei Bauarbeiten freigesetzt, z. B. bei einer Renovierung. Alle Personen in der Nähe können diese Fasern einatmen. Kleine Asbestfasern können tief in die Lunge gelangen. In den Lungenbläschen können kleine Fasern jahrzehntelang verweilen. Sie können dort zu einer Entzündung führen. In der Folge kann sich Bindegewebe in der Lunge vermehren (Fibrose). Das heißt, die betroffenen Lungenabschnitte vernarben.
Die Asbestfasern können die dünnen Wände der Lungenbläschen durchdringen. Dann erreichen sie auch das Lungenfell bzw. Rippenfell. Das Lungenfell bedeckt die Außenseite der Lunge. Das Rippenfell bedeckt die Innenseite des Brustkorbs. Lungenfell und Rippenfell werden zusammen Pleura genannt. Asbestfasern können die Pleura schädigen. Die Pleura verändert sich und wird dicker (Plaque). In der Folge kommt es bei manchen Patient*innen zu einer Entzündung (Pleuritis) oder einer Tumorerkrankung (Mesotheliom). Außerdem sind Asbestfasern selbst giftig und krebserregend.
Mögliche Krebserkrankungen durch Asbest
- Mesotheliom, z. B. an der Pleura
- Bronchialkarzinom (Lungenkrebs)
- Kehlkopfkrebs
- Ovarialkarzinom (Eierstockkrebs)
Risikofaktoren für eine Asbestose
- Arbeit mit Asbest ohne Schutzvorkehrungen
- Ältere Baustoffe (bis in die 1990er Jahre hinein)
- Renovierungen und andere Bearbeitungen in Gebäuden mit asbesthaltigen Baustoffen
- Es besteht ein grober Zusammenhang zwischen der Gesamtdosis und dem Erkrankungsrisiko (eine Erkrankung ist aber auch nach sehr kurzem Kontakt möglich).
- Rauchen bei Personen, die mit Asbest in Kontakt gekommen sind.
Häufigkeit
Seit 1993 ist die Herstellung und Verwendung von Asbest in Deutschland verboten. Inzwischen wird die Asbestose nicht mehr ganz so häufig gemeldet bzw. anerkannt wie früher. Im Jahr 2023 wurden rund 3.000 Fälle einer Asbestose mit Verdacht auf eine Berufskrankheit gemeldet. Unvermindert häufig sind die Meldungen von Kehlkopfkrebs und von Mesotheliomen (Krebserkrankung des Lungenfells). Es gibt immer noch viele Gebäude, in denen Asbest verbaut wurde. Außerdem ist die Zeit zwischen dem Kontakt mit Asbestfaserstaub und der Erkrankung sehr lang, sodass die Erkrankung noch auftreten kann, wenn das Gebäude längst saniert ist.
Nach 10–19 Jahren Kontakt zu Asbestfaserstaub erkrankt etwa 1 von 10 Personen. Nach 20–29 Jahren sind es ungefähr 7 von 10. Nach mehr als 40 Jahren beträgt die Wahrscheinlichkeit oft 90 % und mehr.
In Ländern mit niedrigem Einkommen ist die Asbestose deutlich häufiger als in Deutschland.
Untersuchungen
In der Hausarztpraxis
Zunächst sind folgende Dinge wichtig:
- Arztgespräch mit Ihrer Krankengeschichte und Informationen über Ihre berufliche Tätigkeit
- Abhören der Lunge
- Untersuchung auf Anzeichen für chronischen Sauerstoffmangel und Herzinsuffizienz
Hausarztpraxen können außerdem eine einfache Lungenfunktionsuntersuchung (Spirometrie) durchführen. Zur weiteren Abklärung erhalten Sie eine Überweisung.
Bei Spezialist*innen
Zu den spezielleren Untersuchungen gehören vor allem:
- Röntgen
- Hochauflösende Computertomografie (HRCT)
- Große Lungenfunktionsuntersuchung (Bodyplethysmografie)
- Messung des Kohlenmonoxid-Gehalts in der Luft beim Ein- und Ausatmen (CO-Diffusionskapazität)
- Lungenspiegelung (Bronchoskopie)
- Untersuchung auf Asbestfasern im Auswurf beim Husten und im Rahmen einer Spülung der Bronchien (Bronchiallavage)
Behandlung
Es gibt bisher keine Behandlung, die das Fortschreiten der Asbestose beeinflusst. Derzeit werden Medikamente in medizinischen Studien getestet. Verzichten Sie unbedingt auf das Rauchen. Bei einer fortgeschrittenen Erkrankung können Sie evtl. zu Hause mit Sauerstoff behandelt werden. Eine Rehabilitation zur Behandlung beitragen. Bei einer schweren Asbestose wird in Einzelfällen eine Lungentransplantation durchgeführt.
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