Aphthen
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Was sind Aphthen?
Definition
Aphthen sind wiederkehrende, runde bis ovale, oberflächliche, weiche und gelbweiße kleine Blasen oder Wunden an Zunge, Gaumen, Mundboden, Innenseite der Wangen oder Lippen.
Etwa 85 % aller wiederkehrenden Aphthen treten als Typus minor (Mikulicz-Aphthen) auf. Diese sind oberflächlich, meist 2–5 mm im Durchmesser und heilen nach 7–10 Tagen, davon 3–5 Tage schmerzhaft, narbenfrei ab. Der Typus major (Sutton-Aphthen) betrifft ca. 10 % der Fälle und zeichnet sich durch eine tiefere Lage bis in die Speicheldrüsen/Muskelschichten mit möglicher Gewebezerstörung aus. Diese Aphthen sind 10–30 mm groß, sehr schmerzhaft und heilen nach 2–4 Wochen narbig ab.
Daneben gibt es noch den Typus herpetiformis (Cooke-Aphthen), der ca. 5 % aller wiederkehrenden Aphthen betrifft. Bei dieser Form treten für 7–10 Tage 50 bis über 100 oft nur stecknadelkopfgroße (1–2 mm) Aphthen in der gesamten Mund-Rachen-Schleimhaut auf. Die drei Varianten können gelegentlich gleichzeitig auftreten.
Symptome
Die Wunden sind im Durchmesser ca. 2–8 mm groß und heilen im Verlauf von 10–14 Tagen ab. Sie sind deutlich abgegrenzt, werden meist von einem gelblichen Belag bedeckt und sind umgeben von einem stark geröteten, entzündlichen Rand. Der Wundbereich ist anfänglich überempfindlich und danach recht schnell schmerzhaft. Je nach Lokalisation des Bläschens kann es sehr schmerzhaft sein, etwas zu essen.
Bei den meisten Betroffenen kehren die Aphthen regelmäßig wieder (rezidivierend), manchmal nach einigen Tagen, manchmal erst nach vielen Monaten. Es können Begleitsymptome wie Fieber, Magen-Darm-Beschwerden, Lymphknotenschwellungen oder allgemeines Krankheitsgefühl auftreten.
Im Gegensatz zur typischen einfach chronischen Aphthose mit wenigen schnell heilenden, gering schmerzhaften Aphthen und 3–6 Episoden pro Jahr weist eine komplexe Aphthose nur kurze beschwerdefreie Intervalle auf. Dabei können die Aphthen bis hin zu kontinuierlich auftreten und zu starken Schmerzen führen.
Ursachen
Die Ursache für Aphthen ist in den meisten Fällen unklar. Die Erkrankung kommt bei 30–40 % der Patient*innen familiär gehäuft vor, was einen erblichen oder umgebungsbezogenen Zusammenhang andeuten kann. Stress sowie eine Empfindlichkeit gegenüber bestimmten Nahrungsmitteln, z. B. Nüsse, Tomaten oder Alkohol, werden als vermutlich auslösende Faktoren angesehen. Auch prämenstruell können Aphthen auftreten.
Ganz ähnliche Bläschen kann das Herpes-Virus hervorrufen, manchmal liegt also eine Herpes-Infektion vor. Im Rahmen einer Herpes-Infektion kann es aber zusätzlich auch zu regulärer Aphthen-Bildung kommen.
In bestimmten Fällen steht die Erkrankung in Verbindung mit einer chronischen Krankheit wie Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Zöliakie, Morbus Behçet oder HIV. Auch psychosomatische Erkrankungen können gutartige Aphthosen begünstigen. Aphthenähnliche Hautveränderungen stehen in Zusammenhang mit der Einnahme von verschiedenen Medikamenten. Zudem können Vorstufen des oralen Plattenepithelkarzinoms ähnlich aussehen.
Häufigkeit
Wiederkehrende Aphthen gehören zu den häufigsten Erkrankungen der Mund- und Rachenschleimhaut. Sie treten vor allem vor dem dritten Lebensjahrzent auf und sind bei Frauen etwas häufiger als bei Männern.
Mundaphthen sind die häufigste Veränderung der Mundschleimhaut bei Kindern und Jugendlichen.
Untersuchungen
- Aphthen werden anhand der typischen Symptome aus wiederholten Episoden mit schmerzhaften, runden/ovalen Hautschäden an der Mundschleimhaut erkannt.
- In der körperlichen Untersuchung wird geklärt, wo genau an der Mundschleimhaut die Aphthen auftreten, wie groß sie sind und ob sie einzeln oder in Gruppen vorkommen. Dadurch können sie auch in die drei Haupttypen eingeteilt werden.
- Weitere Untersuchungen sind normalerweise nicht nötig.
- Bestehen die Aphthen länger als 14 Tage, sollte eine Gewebeprobe untersucht werden.
- Beim Verdacht auf eine zugrunde liegende andere Erkrankung sollte eine weiterführende spezialisierte Diagnostik erfolgen.
Behandlung
- Häufig sind die Beschwerden so gering, dass keine Behandlung notwendig ist.
- Bei systemischen Krankheiten als Ursache der Aphthen sollten diese gut eingestellt/therapiert werden.
- Sofern keine andere Erkrankung vorliegt, steht keine spezielle, ursächlich wirkende Therapie zur Verfügung. Die Verwendung von Natriumlaurylsulfat(SLS)-freien Zahnpflegeprodukten ist sinnvoll, da diese die Dauer bis zur Abheilung und die Schmerzhaftigkeit der Aphthen signifikant verringern.
- Gegen die Schmerzen helfen lokal aufgebrachte Kortisonpräparate, Desinfektionsmittel oder Betäubungsmittel in Form von Spray, Gel oder als Lutschtablette.
- Treten die Aphthen abhängig vom Menstruationszyklus auf, können östrogenbetonte Kontrazeptiva die Häufigkeit verringern.
- Harte Zahnbürsten und Nahrungsmittel sollten vermieden werden, da diese die Mundschleimhäute verletzen können. Ebenso sollten saure Getränke wie Limonade mit Vorsicht genossen werden. Falls die Bläschen nach dem Genuss bestimmter Nahrungsmittel auftreten, sollten diese vermieden werden.
- In seltenen Fällen verläuft die Krankheit sehr schwer. Hier sollten lokale Maßnahmen und eine systemische, also auf den ganzen Körper bezogene Behandlung angewandt werden. In Deutschland sind nur Kortikosteroide zur systemischen Therapie zugelassen.
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