Aortendissektion
Aortendissektion
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Was ist eine Aortendissektion?
Definition
Die Aorta, die große Hauptschlagader des Körpers, geht vom Herzen aus. In der Brusthöhle gehen Arterien ab, die in den Kopf und in die Arme führen, in der Bauchhöhle gehen weitere Arterien zu den Organen im Bauch ab. Die Aorta endet im Becken, wo sie sich in Arterien zur Versorgung der beiden Beine aufteilt.
Wenn es zu einer Rissbildung an der Innenwand der Hauptschlagader kommt, sodass Blut in die Wand des Blutgefäßes eindringt und dazu führt, dass sich die inneren Schichten der Gefäßwand von der äußeren Schicht trennen, wird das als Aortendissektion bezeichnet. Der Verlauf hängt davon ab, an welcher Stelle der Aorta die innere Gefäßwand eingerissen ist.
Eine Aortendissektion ist ein Notfall, der die sofortige Einweisung ins Krankenhaus erfordert.
Symptome
Typisch sind plötzliche, sehr starke Brust- oder Rückenschmerzen, seltener auch Bauchschmerzen. Die Schmerzen treten hinter dem Brustbein und zwischen den Schulterblättern auf und können weiter wandern. Die Betroffenen können ohnmächtig werden.
Im Verlauf können Organe nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt werden, was zu unterschiedlichen Symptomen führen kann.
Ursachen
Die Aortendissektion entsteht aufgrund einer Schwäche in der Wand der Hauptschlagader. Wenn zusätzlich Kräfte auf die Aortenwand wirken (z. B. bei Bluthochdruck), kann sich ein Riss bilden. Blut strömt in die Wand des Blutgefäßes und presst sich durch den vorhandenen Druck immer weiter in die Gefäßwand.
Risikofaktoren
Bluthochdruck ist der wichtigste Risikofaktor und liegt bei etwa 70 % der Betroffenen vor. Weitere Faktoren, die eine Aortendissektion begünstigen:
- Atherosklerose
- Aortenaneurysma
- Diabetes mellitus
- Rauchen
- Erbliche Bindegewebserkrankungen (z. B. Marfan-Syndrom, Ehlers-Danlos-Syndrom)
- Angeborene Erkrankungen der Aorta
- Entzündliche Gefäßerkrankungen
- Operationen an der Aorta
- Drogenkonsum (z. B. Kokain)
Häufigkeit
Jährlich treten ca. 6 Fälle pro 100.000 Personen auf. Die Häufigkeit nimmt mit dem Alter zu, die meisten Betroffenen sind über 50 Jahre alt. Männer sind häufiger betroffen als Frauen.
Untersuchungen
- Der Verdacht auf eine Aortendissektion stellt sich anhand der typischen Symptome, und Betroffene müssen sofort ins Krankenhaus eingeliefert werden.
- Puls und Blutdruck werden gemessen und das Herz wird abgehört.
- Im Elektrokardiogramm (EKG) können Veränderungen sichtbar sein.
- Andere Diagnosen (z. B. Herzinfarkt) sollen ausgeschlossen werden.
- Die Aortendissektion wird mittels bildgebender Untersuchungen nachgewiesen (v. a. Computertomografie, Echokardiografie).
Behandlung
Die Behandlung ist davon abhängig, in welchem Bereich der Hauptschlagader es zur Dissektion gekommen ist. In der Regel ist eine intensivmedizinische Überwachung notwendig.
Medikamente
- Um den Blutdruck möglichst schnell zu senken, werden blutdrucksenkende Medikamente zunächst direkt in die Vene verabreicht. Im weiteren Verlauf wird auf Medikamente zum Einnehmen umgestellt.
- Die Schmerzen werden mit starken Schmerzmitteln (sog. Opiate) gelindert.
Operation
- Eine Dissektion im ersten aufsteigenden Teil der Aorta ist am gefährlichsten (sog. Typ-A-Dissektion) und soll so schnell wie möglich operiert werden. Dabei wird eine Aortenprothese eingesetzt.
- Falls die Dissektion nur im absteigenden Teil der Hauptschlagader (sog. Typ-B-Dissektion) auftritt, kann in unkomplizierten Fällen eine konservative Behandlung mit blutdrucksenkenden Medikamenten erfolgen.
- In komplizierteren Fällen wird das Einsetzen eines Stents über einen in die Blutbahn eingeführten Katheter empfohlen. Manchmal wird auch eine Operation mit einem offenen Eingriff am Gefäß durchgeführt.
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