Ehlers-Danlos-Syndrom
Ehlers-Danlos-Syndrom
Dieser Artikel wird Ihnen bereitgestellt von Deximed. Mehr erfahren
Was ist das Ehlers-Danlos-Syndrom?
Definition
Das Ehlers-Danlos-Syndrom bezeichnet eine Gruppe von erblich bedingten Bindegewebserkrankungen. Die 13 Unterformen beruhen allesamt auf einer gestörten Bildung des Strukturproteins Kollagen, aus dem der Körper zu einem Großteil aufgebaut ist. Dadurch kommt es zu einer Schwäche des Bindegewebes mit vielfältigen Symptomen. Bei allen Typen zeigt sich eine Überdehnbarkeit der Haut und Gelenke. Auch eine Beteiligung der Blutgefäße ist möglich.
Symptome
Das Ehlers-Danlos-Syndrom kann abhängig von der entsprechenden Form verschiedene Symptome haben. Zu den charakteristischen Symptomen gehören eine überdehnbare Haut sowie überbewegliche Gelenke. Die meisten Betroffenen leiden an chronischen Gelenkschmerzen. Wenn die Gelenke durch die umgebenden Strukturen nicht ausreichend stabilisiert werden können, ist das Risiko für Luxationen, also das Ausrenken von Gelenken (z. B. der Schulter), deutlich erhöht.
Eine weitere Folge des Ehlers-Danlos-Syndroms kann eine Verkrümmung der Wirbelsäule (Skoliose) sein. Ebenso kann die Erkrankung Muskeln, Knochen, Augen und andere Organsysteme betreffen. Oft kommt es zu Ausstülpungen von Eingeweiden durch die Bauchwand (Hernien) oder Beckenbodenschwäche. Auch wiederkehrende Entzündungen des Zahnbetts (Parodontitis) können auftreten, da das Zahnfleisch nicht fest an den Zähnen anliegt.
Lebensbedrohliche Symptome können vorkommen, wenn die Erkrankung das Bindegewebe der Blutgefäße und des Herzens betrifft. So gibt es einige Unterformen des Ehlers-Danlos-Syndroms, bei denen ein erhöhtes Risiko für Herzklappenfehler und Gefäßerweiterungen und -risse besteht.
Ursachen
Das Ehlers-Danlos-Syndrom ist auf einen Defekt des Kollagens oder seiner Bildung zurückzuführen. Kollagen ist ein elementarer Bestandteil des menschlichen Bindegewebes und bildet beispielsweise in der Haut oder im Knochen die grundlegende Struktur. Die verschiedenen Untertypen dieses Syndroms zeigen unterschiedliche Formen der Vererbung, am häufigsten ist ein sog. autosomal-dominanter Erbgang. Dabei erfolgt eine Vererbung in 50 % der Fälle. Die Symptome und die körperlichen Veränderungen variieren stark und hängen davon ab, welche Art von Genmutation vorliegt.
Häufigkeit
Die Erkrankung kommt weltweit bei etwa 1 von 5.000–20.000 Personen vor.
Untersuchungen
Die Diagnose eines Ehlers-Danlos-Syndroms wird auf Grundlage der typischen körperlichen Veränderungen gestellt. An erster Stelle stehen dabei meist die klassischen Hautveränderungen und die Überbeweglichkeit der Gelenke, die Ihre Ärztin/Ihr Arzt ausmessen kann.
Sind weitere Familienmitglieder betroffen, kann dies ein weiterer Hinweis sein. Genetische Untersuchungen können den genauen Untertyp der Erkrankung ermitteln.
Behandlung
- Es gibt keine ursächliche Behandlung für das Ehlers-Danlos-Syndrom. Die Therapie richtet sich daher in erster Linie auf die Vorbeugung und Behandlung von Begleiterscheinungen der Erkrankung.
- Ein wichtiger Bestandteil der Behandlung ist Physiotherapie. Dadurch werden Gelenkschmerzen und die Lebensqualität verbessert.
- Wenn Blutgefäße betroffen sind, können Betablocker eingesetzt werden, um das Risiko für Blutungen zu senken.
- Eine Schwangerschaft bei Frauen mit Ehlers-Danlos-Syndrom geht mit einem erhöhten Risiko für Komplikationen einher und sollte daher besonders sorgfältig ärztlich überwacht werden.
Autorin
- Martina Bujard, Wissenschaftsjournalistin, Wiesbaden
Quellen
Literatur
Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Ehlers-Danlos-Syndrom (EDS). Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.
- Schwartz RA. Ehlers-Danlos Syndrome. Medscape, last updated Mar 31, 2023. emedicine.medscape.com
- Orphanet. Ehlers-Danlos syndrome. Letzter Zugriff 10.01.2025. www.orpha.net
- Malfait F, Francomano C, Byers P, et al. The 2017 international classification of the Ehlers-Danlos syndromes. Am J Med Genet C Semin Med Genet 2017; 175(1): 8-26. www.ncbi.nlm.nih.gov
- Byers PH, Belmont J, Black J, et al. Diagnosis, natural history, and management in vascular Ehlers–Danlos syndrome. Am J Med Genet Part C Semin Med Genet 2017; 175C: 40-47. www.ncbi.nlm.nih.gov
- Chopra P, Tinkle B, Hamonet C. Pain management in the Ehlers-Danlos syndromes. Am J Med Genet C Semin Med Genet 2017; 175(1): 212-9. www.ncbi.nlm.nih.gov
- Buryk-Iggers S, Mittal N, Rkin DSM, et al. Exercise and Rehabilitation in People With Ehlers-Danlos Syndrome: A Systematic Review. Archives of Rehabilitation Research and Clinical Translation 2022. www.sciencedirect.com
- Smits-Engelsman B, Klerks M, Kirby A. Beighton score: a valid measure for generalized hypermobility in children. J Pediatr 2011; 158(1): 119-23. www.ncbi.nlm.nih.gov
- De Paepe A, Malfait F. Bleeding and bruising in patients with Ehlers-Danlos syndrome and other collagen vascular disorders. Br J Haematol 2004; 127: 491-500. PubMed
- Reychler G, De Backer MM, Piraux E, et al. Physical therapy treatment of hypermobile Ehlers–Danlos syndrome: A systematic review. Am J Med Genet A 2021; 185(10): 2986-94. pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
- Ong K-T, Perdu J, De Backer J, et al. Effecot of celiprolol on prevention of cardiovascular events in vascular Ehlers-Danlos syndrome: a prospective randomised, open, blinded-endpoints trial. Lancet 2010; 376: 1476-84. PubMed
- Baderkhan H, Wanhainen A, Stenborg A, et al. Celiprolol Treatment in Patients with Vascular Ehlers-Danlos Syndrome. Eur J Vasc Endovasc Surg 2021; 61(2): 326-331. pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
- De Coster PJ, Martens LC, De Paepe A. Oral health in prevalent types of Ehlers-Danlos syndromes. J Oral Pathol Med 2005; 34: 298-307. pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
- Orphan Anaesthesia. Handlungsempfehlung zur Anästhesie bei Ehlers-Danlos Syndrom. Stand Dezember 2019. Letzter Zugriff 12.01.2025. www.orphananesthesia.eu
Dieser Artikel wird Ihnen bereitgestellt von Deximed.
Lesen Sie hier den vollständigen Originalartikel.
Die Inhalte auf team-praxis.de stellen keine Empfehlung bzw. Bewerbung der beschriebenen Methoden, Behandlungen oder Arzneimittel dar. Sie ersetzen nicht die fachliche Beratung durch eine*n Ärzt*in oder Apotheker*in und dürfen nicht als Grundlage für eine eigenständige Diagnose und Behandlung verwendet werden. Konsultieren Sie bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden immer Ihre Ärztin oder Ihren Arzt!
Lesen Sie dazu mehr in unseren Haftungshinweisen.
In unserer Gesundheitsdatenbank suchen
Inhaltsverzeichnis anzeigenWissenswertes aus den hausärztlichen Praxen

Wissen, wann genug ist
Über Suchterkrankungen sprechen die meisten Menschen nicht gern.
Zum Beitrag

Juckende Augen und triefende Nasen: Hilfe bei Heuschnupfen
Leichte Symptome lassen sich oft durch einfache Maßnahmen lindern.
Zum Beitrag

Sind das die Wechseljahre?
Warum die Wechseljahre auch in der hausärztlichen Praxis Thema sind
Zum Beitrag