Alkoholbedingte Lebererkrankung

Alkoholbedingte Lebererkrankung

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Was ist eine alkoholbedingte Lebererkrankung?

Definition

Bei einer alkoholbedingten Lebererkrankung handelt es sich um eine Schädigung der Leber durch zu hohen Alkoholkonsum über eine längere Zeit. Diese Schädigung kann sich in Form einer Fettleber, einer Leberentzündung (Steatohepatitis) oder einer Leberzirrhose (Schrumpfleber) zeigen. Die langjährige Schädigung kann auch zu einem Leberzellkarzinom führen.

Symptome

Bei einer Fettleber (Steatose) sind keine deutlichen Symptome zu spüren, die Leberentzündung aufgrund einer Fettleber (Steatohepatitis) und die Leberzirrhose bringen aber schwerwiegende Krankheitserscheinungen mit sich. Zeichen einer Leberentzündung oder Leberzirrhose sind Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Leistungsminderung, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Völlegefühl, Blähungen, Druckgefühl/Schmerzen im rechten Oberbauch und Juckreiz. Ein weiteres typisches Zeichen ist Gelbsucht (Ikterus), also die Gelbfärbung der Augen und Haut. Es kann zu Blutungen im Magen-Darm-Trakt kommen und zudem zu neuropsychiatrischen Symptome der Alkoholabhängigkeit selbst.

Ursachen

Die Ursache für diese Leberschäden ist hoher, meist seit langer Zeit anhaltender Alkoholkonsum. Das Risiko steigt dabei mit der Alkoholmenge. Frauen sind empfindlicher als Männer und entwickeln eine alkoholbedingte Lebererkrankung bereits bei geringerem Konsum über einen geringeren Zeitraum. Verschiedene Enzym- und Stoffwechselprozesse führen über die Zeit zu einem Umbau von funktionellem Lebergewebe zu Bindegewebe und so zu einem Funktionsverlust.

Eine alkoholbedingte Lebererkrankung kann durch Faktoren wie andere Lebererkrankungen (nicht-alkoholische Fettlebererkrankung, Hepatitis B und C u. a.) sowie Rauchen begünstigt werden. Auch Medikamente (z. B. Methotrexat, Paracetamol) und genetische Faktoren spielen eine Rolle.

Häufigkeit

Bei ca. 2 Mio. Menschen in Deutschland besteht ein Alkoholmissbrauch mit Folgeerkrankungen, wobei die Leber das am häufigsten betroffene Organ ist. Im Verlauf der alkoholischen Lebererkrankung entwickelt sich daraus zu 90–100 % eine Fettleber und zu 10–35 % eine Steatohepatitis. Zu einer Zirrhose kommt es bei 8–20 % und zu einem Leberzellkarzinom bei 3–10 %.

Im Jahr 2014 starben in Deutschland 2.256 Frauen und 5.608 Männer durch alkoholbedingte Leberschäden.

Untersuchungen

  • Im ärztlichen Gespräch werden die o. g. Symptome sowie Menge, Häufigkeit und Dauer des Alkoholkonsums erfragt.
  • Auch bestehende Lebererkrankungen sind hier wichtige Informationen.
  • Bei der allgemeinen körperlichen Untersuchung ist es erforderlich, die Größe der Leber abzutasten und die genannten Symptome an der Haut und den Augen zu überprüfen.
  • Verschiedene Bluttests liefern wichtige Informationen über die Ursache, den Grad der Leberschädigung und den allgemeinen Gesundheitszustand der Patient*innen.
  • Eine Ultraschalluntersuchung der Leber kann Größe und Struktur des Organs zeigen und eine Leberzirrhose oder ein Leberzellkarzinom nachweisen. Ein spezielles Ultraschallverfahren kann bei Bedarf die Lebersteifigkeit messen.
  • Eine Untersuchung per CT/MRT ist nur im Einzelfall nötig, wenn das Ultraschallergebnis nicht aussagekräftig war.
  • Aufgrund der verschiedenen bildgebenden Verfahren ist eine Leberbiopsie heute meist nur noch im Einzelfall notwendig, um andere Erkrankungen auszuschließen.

Behandlung

  • Das Stadium der alkoholbedingten Fettleber kann vollständig ausheilen, wenn der Alkoholkonsum gestoppt wird.
  • Hat sich aus der Fettleber bereits eine Fibrose und Zirrhose der Leber mit fortschreitender Funktionsstörung entwickelt, ist das Ziel der Behandlung, die fortgesetzte Schädigung der Leber zu stoppen und die Entwicklung eines Leberversagens zu verhindern.
  • Die wichtigste und absolut notwendige Maßnahme ist die Beendigung des Alkoholkonsums.
  • Eine akute Alkoholvergiftung und/oder Alkoholentzugssymptome können medikamentös behandelt werden.
  • Aufgrund des häufigen Nährstoffmangels und der alkoholbedingten Stoffwechselveränderungen sollte auf eine ausreichende Kalorienzufuhr und einen Ausgleich des Mangels an Vitaminen und Spurenelementen geachtet werden.
  • Einige Patient*innen können mit Kortison behandelt werden, wahrscheinlich profitieren jedoch nur Patient*innen mit schwerer Erkrankung davon.
  • Im Einzelfall kann nach sorgfältiger Überprüfung und mindestens 6 Monate langer Alkoholabstinenz eine Lebertransplantation durchgeführt werden.
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