Kleienpilzflechte (Pityriasis versicolor)

Kleienpilzflechte (Pityriasis versicolor)

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Was ist die Kleienpilzflechte?

Definition

Die Kleienpilzflechte ist eine durch den Hefepilz Malassezia (früher Pityrosporum genannt) hervorgerufene Erkrankung der Haut. Der Pilz ist bei den meisten Menschen natürlicherweise auf der Haut vorhanden, kann aber in seltenen Fällen eine Hautinfektion verursachen. Die Kleienpilzflechte ist nicht ansteckend.

Symptome

Pityriasis versicolor

Die Hautveränderungen treten oft wiederholt zur selben Jahreszeit auf (meist im Sommer oder bei erhöhter Außentemperatur).

Auf der Haut sind deutlich abgegrenzte Bereiche mit braun pigmentierten oder hellroten Flecken zu beobachten, die leicht schuppen. Sie bilden sich, da der Hefepilz die normale Entwicklung des Hautpigments stört. Auf sonnengebräunter Haut können die Flecken blass oder weißlich erscheinen. In der Regel sind Brust, Rücken und Nacken betroffen, manchmal auch die Oberarme oder Oberschenkel. Gelegentlich besteht leichter Juckreiz.

Ursachen

Der Hefepilz Malassezia ist bei fast allen Erwachsenen natürlich auf Haut und Kopfhaut vorhanden. Er wird vor allem in Körperregionen mit erhöhter Talgproduktion gefunden (wie Gesicht, Kopfhaut, Rücken/Oberkörper), da der Pilz Fette zum Wachstum benötigt. Wenn der Pilz auf bestimmte, für ihn günstige Bedingungen trifft, wird er „aggressiv“, ändert die Wuchsform und verursacht Hautveränderungen.

Zu den begünstigenden Faktoren gehört eine erhöhte Schweißproduktion. Die Infektion tritt daher am häufigsten im Sommer auf, wenn die warme, feuchte Umgebung den Pilz aktiviert. Menschen mit geschwächtem Immunsystem, Mangelernährung und während einer Schwangerschaft sind anfälliger für eine Infektion. Die Erkrankung wird nicht durch mangelnde Hygiene ausgelöst.

Häufigkeit

  • In gemäßigten Klimazonen sind schätzungsweise 1–3 % der Bevölkerung betroffen, während in tropischen Gebieten bis zu 50 % der Menschen erkranken können.
  • Die Erkrankung tritt vor allem bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf.

Untersuchungen

  • Aufgrund des typischen Ausschlags und der Pigmentveränderungen ist die Diagnose in den meisten Fällen einfach zu stellen.
  • Bei Unsicherheit können Ärzt*innen mit einem Klebestreifen eine Probe der Hautschuppen abnehmen und den Pilz unter dem Mikroskop nachweisen.
  • Mithilfe einer UV-Lampe (Wood-Licht) lässt sich die Kleienpilzflechte von ähnlichen Infektionen unterscheiden.

Behandlung

  • In den meisten Fällen ist eine lokale Therapie mit Cremes oder Shampoos ausreichend.
  • Präparate mit Selendisulfid oder Salicylsäure sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Selendisulfid 2,5 % Suspension wird auf den gesamten Nacken, Oberkörper, Arme und Beine aufgetragen und nach 10 Minuten Einwirkzeit wieder abgeduscht. Die Anwendung erfolgt täglich über 7 Tage.
  • Antimykotisch wirksame Mittel zur lokalen Behandlung sind u. a. Ketoconazol, Econazol, Clotrimazol, Terbinafin und Ciclopirox. Art und Dauer der Anwendung unterscheiden sich je nach Präparat.
  • Bei ausgeprägter großflächiger Kleienpilzflechte können auch antimykotische Tabletten (Itraconazol, Fluconazol) verschrieben werden.

Autorin

  • Martina Bujard, Wissenschaftsjournalistin, Wiesbaden

Quellen

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Pityriasis versicolor. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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