Knoten in der Schilddrüse

Knoten in der Schilddrüse

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Was ist ein Knoten in der Schilddrüse?

Definition

Die Schilddrüse (Thyreoidea) ist eine hormonproduzierende Drüse, die die Stoffwechselvorgänge im Körper steuert. Sie besteht aus zwei Lappen und liegt vorne am Hals rechts und links unterhalb des Kehlkopfes. Zuweilen können sich in der Schilddrüse tastbare Knoten bilden.

Die allermeisten der Knoten sind gutartig. In manchen Fällen handelt es sich um mit Flüssigkeit gefüllte Zysten. Da ein Knoten in sehr seltenen Fällen auch ein bösartiger Tumor (Schilddrüsenkarzinom) sein kann, wird bei entsprechendem Verdacht, keineswegs jedoch in jedem Fall, eine Abklärung empfohlen.

Symptome

Die meisten Schilddrüsenknoten verursachen keine Beschwerden. Einige Personen bemerken einen solchen Knoten am Hals, wenn sie sich im Spiegel betrachten. Häufig wird der Knoten zufällig im Rahmen einer Routineuntersuchung entdeckt.

Große Knoten können auf umgebende Strukturen drücken und Schluckbeschwerden, Atemnot oder ein Druckgefühl im Hals hervorrufen. Manchmal treten Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) auf, z. B. Herzklopfen und Wärmeunverträglichkeit.

Ursachen

Eine Vergrößerung der Schilddrüse (Struma) entsteht bei dauerhaft erhöhten TSH-Werten. Erhöhte TSH-Werte sind meist durch einen Mangel an Schilddrüsenhormonen bedingt. Die weltweit häufigste Ursache dafür ist ein Jodmangel.

Wenn in der Familie Schilddrüsenerkrankungen vorkommen, ist das Risiko hierfür erhöht. Als weitere Risikofaktoren werden Rauchen, ein Mangel an bestimmten Mineralstoffen (Selen, Zink, Eisen) und emotionaler Stress diskutiert.

Häufigkeit

Im Alter von etwa 60 Jahren hat fast die Hälfte der Bevölkerung knotige Veränderungen in der Schilddrüse und 37 % eine Schilddrüsenvergrößerung (Struma). Die Häufigkeit von Schilddrüsenknoten nimmt mit dem Alter zu. Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer.

Die allermeisten der Knoten sind gutartig.

Untersuchungen

Ein Schilddrüsenknoten kann mithilfe verschiedener Untersuchungsmethoden abgeklärt werden. Zunächst werden Hals und Schilddrüse abgetastet.

Labor

  • Im Blut wird der Spiegel des Hormons TSH, das die Schilddrüsenfunktion steuert, gemessen.
  • Bei abweichenden Werten werden zusätzlich freies Thyroxin (FT4) und Trijodthyronin (FT3) sowie ggf. Schilddrüsenautoantikörper bestimmt.
  • Um ein C-Zell-Karzinom der Schilddrüse auszuschließen, kann der Kalzitonin-Spiegel bestimmt werden.

Ultraschall

  • Bei einem Knoten über 1 cm Durchmesser sollte eine Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse erfolgen. Die Untersuchung ist schmerzlos und bringt keine Strahlenbelastung mit sich.
  • Auf diese Weise lässt sich die Größe der Schilddrüse bestimmen.
  • Auch Art und Größe der Knoten können festgestellt und das Risiko für Krebs abgeschätzt werden.

Weitere Untersuchungen

  • Bei auffälligen Befunden wird eine Szintigrafie in einer nuklearmedizinischen Praxis oder im Krankenhaus durchgeführt.
  • Im Vorfeld der Untersuchung wird Ihnen eine geringe Menge einer radioaktiven Substanz (Technetium) verabreicht, die von der Schilddrüse aufgenommen wird. Anschließend kann die radioaktive Strahlung des Schilddrüsengewebes bildlich dargestellt werden. Auf diese Weise kann der Stoffwechsel des Knotens mit dem des restlichen Schilddrüsengewebes verglichen werden: Ein sog. „heißer“ Knoten strahlt verstärkt, da er mehr Technetium speichert und hat daher einen erhöhten Stoffwechsel (sog. funktionelle Autonomie). Ein „kalter“ Knoten strahlt hingegen nicht, da er kaum Technetium speichert, und ist somit stoffwechselinaktiver.
  • Bei verdächtigen Knoten ohne funktionelle Autonomie wird zur weiteren Abklärung eine Gewebeprobe entnommen. Dabei wird eine feine Nadel in den Knoten eingeführt und mit einer Spritze etwas Gewebe entnommen. Diese Gewebeprobe wird anschließend unter dem Mikroskop untersucht.

Behandlung

  • Bei den meisten Knoten handelt es sich um gutartige Geschwüre oder flüssigkeitsgefüllte Zysten und nicht um Schilddrüsenkrebs (Karzinom). In diesen Fällen ist in der Regel keine Behandlung notwendig.
  • Nach einem Jahr sollte ein Ultraschall zur Kontrolle durchgeführt werden.

Medikamente

  • Eine Schilddrüsenvergrößerung kann mit einer zeitlich begrenzten Einnahme von Jodid und Levothyroxin über 1 Jahr behandelt werden. Die Schilddrüse und evtl. vorhandene Knoten werden dadurch kleiner.
  • Bei einer Schilddrüsenunterfunktion wird eine Hormoneinnahme empfohlen, eine Überfunktion kann mit Medikamenten, einer Operation oder einer Radiojodtherapie behandelt werden.

Operation

  • Wenn eine stark vergrößerte Schilddrüse Beschwerden bereitet oder wenn der Verdacht auf einen bösartigen Knoten besteht, kann die Schilddrüse operativ entfernt werden.
  • Nach der Operation sollte der TSH-Wert regelmäßig kontrolliert werden. Wenn die Schilddrüse vollständig entfernt wurde, ist eine dauerhafte Hormonersatztherapie mit Levothyroxin erforderlich.
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