Schilddrüsenkrebs
Schilddrüsenkrebs
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Was ist Schilddrüsenkrebs?
Definition
Schilddrüsenkrebs (Schilddrüsenkarzinom) kann an jeder Stelle der Schilddrüse auftreten. Allerdings werden je nach Art der Tumorzellen verschiedene Formen von Schilddrüsenkrebs unterschieden, die unterschiedlich häufig vorkommen:
- Differenzierte Karzinome gehen aus den hormonproduzierenden Zellen (Trijodthyronin/Thyroxin) der Schilddrüse hervor. Diese Tumore kommen insgesamt am häufigsten vor (90–95 %). Es gibt folgende Subtypen:
- Papilläre Karzinome können mehrere Tumorherde an unterschiedlichen Stellen in der Schilddrüse bilden.
- Follikuläre Karzinome bilden meist nur einzelne Knoten.
- onkozytäre Karzinome
- Medulläre Karzinome (C-Zell-Karzinome) entstehen aus den Calcitonin produzierenden C-Zellen im Stützgewebe der Schilddrüse. Sie gehören zu den sog. neuroendokrinen Tumoren (Tumore hormonbildender Zellen des Nervensystems) und sind deutlich seltener (1–2 %).
- Undifferenzierte oder anaplastische Karzinome (unter 1 %) sind besonders aggressiv.
Symptome
- Schilddrüsenkrebs zeigt sich als fester Knoten an der Schilddrüse, der ab einer Größe von 1 cm tastbar ist. In den meisten Fällen sind solche Schilddrüsenknoten gutartig.
- Die Lymphknoten am Hals können vergrößert sein. Auch allgemeine Symptome wie Abgeschlagenheit und Müdigkeit können auftreten.
- Anaplastische Karzinome nehmen rasch an Größe zu. Zudem können Schluckbeschwerden, Atemnot und Heiserkeit auftreten.
Ursachen
Ein erhöhtes Risiko für die Entstehung von Schilddrüsenkrebs besteht bei Personen, die radioaktiver Strahlung ausgesetzt waren, z. B. nach Reaktorunfällen. Das Risiko ist ebenfalls erhöht nach einer Strahlentherapie im Kopf-/Halsbereich, z. B. bei einer Krebsbehandlung im Kindesalter.
In bestimmten Fällen besteht auch eine erbliche Veranlagung. Dem medullären Schilddrüsenkarzinom liegt in 25 % eine genetische Veränderung zugrunde, die innerhalb der Familie vererbt wird. In betroffenen Familien werden daher ab dem frühen Kindesalter regelmäßige Untersuchungen empfohlen.
Häufigkeit
- Schilddrüsenkrebs gehört zu den selteneren Tumorerkrankungen. In Deutschland erkranken pro Jahr etwa 4 von 100.000 Männern und 9 von 100.000 Frauen.
- Schilddrüsenkrebs kann in jedem Alter auftreten, das mittlere Erkrankungsalter liegt bei Frauen bei 51 Jahren und bei Männern bei 55 Jahren.
Untersuchungen
- Bei der ärztlichen Untersuchung werden Hals, Schilddrüse und Lymphknoten abgetastet.
- Mit Ultraschall wird die Schilddrüse genauer untersucht. Je nach Aussehen der Knoten kann die Wahrscheinlichkeit für Krebs beurteilt werden.
- Die meisten Schilddrüsenknoten sind gutartig und müssen nicht weiter abgeklärt werden. Eine erweiterte Diagnostik wird nur nach Strahlenexposition, bei schnellem Tumorwachstum, vergrößerten Lymphknoten, in der Untersuchung auffälligen Knoten und familiärer Veranlagung empfohlen.
- In einer Blutuntersuchung werden die Schilddrüsenhormone (TSH, ggf. FT3 und FT4) sowie evtl. Schilddrüsenantikörper bestimmt.
- Bei einer Szintigrafie wird die Schilddrüse mithilfe von radioaktiv markierten Stoffen dargestellt. Dadurch können hormonproduzierende Bereiche sichtbar gemacht werden. Schilddrüsenkrebs erscheint meist als sog. „kalter“ Knoten, der keine Hormone produziert.
- Besteht nach o. g. Untersuchungen der Verdacht auf einen bösartigen Tumor, wird bei einer sog. Feinnadelaspirationszytologie eine Zellprobe aus dem Knoten entnommen und mit einem Mikroskop untersucht. In manchen Fällen ist die Untersuchung einer größeren Gewebeprobe erforderlich.
- Weitere bildgebende Untersuchungen (z. B. CT oder MRT) werden durchgeführt, um die Ausdehnung des Tumors und ggf. Metastasen (Tochtergeschwulste) zu erfassen.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach Art und Ausbreitung des Schilddrüsenkrebs.
Differenzierte Karzinome
- Differenzierte Karzinome werden in der Regel mit einer Kombination aus Operation und Radiojodtherapie behandelt.
- Bei der Operation wird meist die gesamte Schilddrüse entnommen (Thyreoidektomie), um das Tumorgewebe möglichst vollständig zu entfernen.
- Bei kleinen Schilddrüsenknoten reicht es manchmal aus, einen Teil der Schilddrüse zu entfernen.
- Anschließend wird häufig eine sog. Radiojodtherapie durchgeführt, bei der radioaktives Jod verabreicht wird. Das Jod sammelt sich in den Schilddrüsenzellen an, sodass eine gezielte Bestrahlung von innen erfolgt. Durch diese Therapie lassen sich eventuell im Körper verbliebene Reste der normalen Schilddrüse oder auch Tumorreste bzw. Metastasen zerstören. Das Rückfallrisiko wird dadurch deutlich gesenkt.
- Um Rückfälle frühzeitig zu erkennen, sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen wichtig.
Andere Krebsformen
- Bei medullären Karzinomen wird die gesamte Schilddrüse operativ entfernt. Zusätzlich werden Lymphknoten im Hals entfernt.
- Wenn bereits Tochtergeschwulste (Metastasen) vorhanden sind, werden sog. Kinaseinhibitoren verabreicht.
- Anaplastische Karzinome können in den meisten Fällen nicht geheilt werden. Wenn möglich, werden Schilddrüse und Lymphknoten in einer Operation entfernt. Zusätzlich werden Chemotherapie und Strahlentherapie eingesetzt.
Hormonersatz nach der Krebsbehandlung
- Wird die Schilddrüse im Rahmen der Krebstherapie teilweise oder vollständig entfernt, müssen die dann fehlenden Schilddrüsenhormone ersetzt werden, d. h. die Betroffenen müssen lebenslang diese Hormone als Tabletten einnehmen.
- Die Behandlung erfolgt in diesem Fall mit dem Schilddrüsenhormon Thyroxin, das der Körper für einen gesunden Stoffwechsel benötigt.
- Thyroxin unterdrückt zudem die Produktion des Hypophysenhormons TSH im Gehirn, das die Hormonproduktion in der Schilddrüse stimuliert. Wird TSH gehemmt, lässt sich ein erneutes Wachstum der Schilddrüse und eventuell vorhandener Tumorreste unterdrücken. Deshalb wird Thyroxin zunächst in einer etwas höheren Dosis verabreicht, als eigentlich vom Körper benötigt wird.
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