Jodmangel
Jodmangel
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Was ist Jodmangel?
Definition
Jod ist ein wichtiges Spurenelement, das fast ausschließlich in der Schilddrüse vorliegt und zum Aufbau der Schilddrüsenhormone benötigt wird. Jodmangel entsteht, wenn der Körper zu wenig Jod über die Nahrung aufnimmt.
Jodmangel tritt in vielen Ländern meist nur in bestimmten Regionen auf.
Empfohlene Jodaufnahme laut WHO
- Kinder unter 2 Jahren: 90 µg pro Tag
- 6–12 Jahre: 120 µg pro Tag
- Jugendliche und Erwachsene: 150 µg pro Tag
- während der Schwangerschaft/Stillzeit: 200 µg pro Tag
Obergrenzen nach dem wissenschaftlichen Lebensmittelausschuss der EU
- 1–3 Jahre: 200 µg pro Tag
- 4–6 Jahre: 250 µg pro Tag
- 7–10 Jahre: 300 µg pro Tag
- 11–14 Jahre: 450 µg pro Tag
- 15–17 Jahre: 500 µg pro Tag
- Erwachsene: 600 µg pro Tag
Jodquellen
Jodiertes Speisesalz gilt in Deutschland als wichtigste Jodquelle in der Ernährung (5 g enthalten ca. 100 µg). Fisch, vor allem magerer Fisch (zwischen 40–90 µg Jod je 100 g Filet), und Milchprodukte sind weitere wichtige Jodquellen.
Welche Folgen hat Jodmangel?
Jodmangel kann zu einer Vergrößerung der Schilddrüse (Struma) und zu einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) führen.
Eine Schilddrüsenunterfunktion in der Schwangerschaft kann zu einer schwerwiegenden geistigen Behinderung des ungeborenen Kindes führen. Jodmangel ist die häufigste Ursache von geistigen Entwickungsstörungen, denen vorgebeugt werden kann.
Jugendliche mit Jodmangel haben häufiger Hörstörungen und bei schwerem Jodmangel einen niedrigeren Intelligenzquotienten (IQ).
Symptome
Es gibt kein klares Beschwerdebild, evtl. können eine Vergrößerung der Schilddrüse (Struma) oder eine Hypothyreose vorliegen.
Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) können beispielsweise sein:
- Müdigkeit
- Konzentrationsstörungen
- Kälteempfindlichkeit
- trockene Haut
- unerklärliche Gewichtszunahme
Ursachen
Ein Jodmangel entsteht, wenn durch die Nahrung oder das Trinkwasser zu wenig Jod aufgenommen wird, z. B. bei Menschen, die in ihrer Ernährung bewusst auf Salz, Fisch und Milchprodukte (z. B. bei reduzierter Kochsalzaufnahme oder bei veganer Ernährung) verzichten.
Eine Vergrößerung der Schilddrüse tritt auf, wenn durch die geringe Jodzufuhr weniger T4 und T3 gebildet werden. Dann steigt das Schilddrüsenhormon TSH an und stimuliert das Schilddrüsenwachstum.
Häufigkeit
Ca. 30 % der Bevölkerung in Deutschland leiden unter einer durch Jodmangel verursachten Vergrößerung der Schilddrüse (Struma). Deutschland ist zwar kein ausgewiesenes Jodmangelgebiet, aber mehr als 30 % der Bevölkerung sind unterversorgt.
Europaweit geht man davon aus, dass 60 % der Schulkinder von 6–12 Jahren und 60 % der Erwachsenen nicht ausreichend Jod zu sich nehmen.
Bei Menschen, die sich vegan ernähren, wurde in einer deutschen Studie bei 1/3 der Personen ein schwerer Jodmangel festgestellt.
Schwangere Frauen nehmen durchweg eine geringere Menge Jod auf, als empfohlen wird.
- Deutsche Ernährungsrichtlinien empfehlen Schwangeren die Aufnahme von 230 µg und Stillenden 260 µg Jod täglich.
- Die WHO empfiehlt in der Schwangerschaft und Stillzeit 200 µg täglich.
Untersuchungen
Im Anamnesegespräch werden die Ernährungsgewohnheiten erfragt. Die Möglichkeit eines Jodmangels besteht insbesondere bei jungen Frauen, bei Schwangeren, während der Stillzeit und bei Menschen, die bewusst auf Salz, Fisch und Milchprodukte verzichten.
Festgestellt wird ein Jodmangel durch eine Urinuntersuchung. Zusätzlich kann das Schilddrüsenhormon TSH im Blut bestimmt werden, das bei gesundheitlich relevantem Jodmangel erhöht ist. Bei Neugeborenen gehört die Bestimmung des TSH zum Neugeborenenscreening.
Außerdem kann in der Blutuntersuchung Thyreoglobulin bestimmt werden, das bei Jodmangel ebenfalls erhöht ist.
Bei der sonografischen Untersuchung der Schilddrüse wird ihre Größe festgestellt, und evtl. Knoten können beurteilt werden.
Behandlung
Die Behandlung besteht in der ausreichenden Aufnahme von Jod. Empfohlen ist bei Jodmangel, bei Essgewohnheiten ohne ausreichende Jodzufuhr oder bei vermehrtem Jodbedarf eine Nahrungsergänzung mit Jod:
- Säuglinge und Kinder: 50–100µg Jod täglich
- Jugendliche und Erwachsene: 100–200 µg Jod täglich
- Schwangerschaft und Stillzeit: 100–150(–200) µg Jod täglich
Liegt eine jodmangelbedingte Struma vor, sollten Kinder 150–200 µg Jodid täglich zu sich nehmen. Bei Erwachsenen kommen außer der Jodtherapie auch eine Kombination von Jod mit dem Schilddrüsenhormon L-Thyroxin, eine Radioiodtherapie oder eine Operation infrage.
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