Warum sollten Sie das Rauchen aufgeben, und wie gelingt es?

Warum sollten Sie das Rauchen aufgeben, und wie gelingt es?

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Wie gefährlich ist das Rauchen?

Das Tabakrauchen schädigt die Gesundheit kontinuierlich und stark. Es führt zu den häufigsten Gesundheitsproblemen in Industrieländern. An den Folgen des Rauchens sterben in Deutschland über 100.000 Menschen jährlich. Ein Rauchstopp hat jedoch in jedem Alter sowohl sofort (nach wenigen Minuten bis Stunden) eintretende als auch später (nach einigen Jahren) wirksame günstige Effekte auf die Gesundheit. Schon nach etwa 5 rauchfreien Jahren ist das Risiko für tödlichen Lungenkrebs nur mehr etwas mehr als halb so hoch wie bei Raucher*innen. Sind seit dem Rauchstopp mehr als 5 Jahre vergangen, ist das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen so hoch, als ob man nie geraucht hätte. Raucherentwöhnung kann die Lebenserwartung auch bei über 65-Jährigen noch um 3,9 Jahre erhöhen.

Wie schaffen Sie es, mit dem Rauchen aufzuhören?

Kurzberatung

Die Kurzintervention bei Raucher*innen ist eine wirksame Methode, die bis zu 20 Minuten dauert und im Prinzip bei jedem Arzttermin möglich ist. Dabei wird z. B. eine Beratung nach der 5A-Methode durchgeführt:

  • Abfragen des Rauchstatus (Ask)
  • Anraten des Rauchverzichts (Advise)
  • Abfragen der Aufhörmotivation (Assess)
  • Assistieren beim Rauchverzicht (Assist)
  • Arrangieren der Nachbetreuung (Arrange)

Motivierende Gespräche sind auch als telefonische Beratung sinnvoll. Internetbasierte oder mobile Selbsthilfeprogramme sowie Selbsthilfematerialien können unterstützend eingesetzt werden.

Psychotherapeutische Interventionen

Lediglich 3–7 % der Menschen, die versuchen, ohne professionelle Unterstützung mit dem Rauchen aufzuhören, sind nach 1 Jahr noch abstinent. Mit professioneller Begleitung werden Erfolgsraten bis 40 % erreicht.

Verhaltenstherapeutische (VT) Einzel- oder Gruppeninterventionen sind wirksame Verfahren zur Raucherentwöhnung und Rückfallvorbeugung. Bei Personen mit hoher Tabakabhängigkeit können sie ggf. in Kombination mit medikamentöser Therapie erfolgen, z. B. bei Tabakentzugssyndrom. Dieses bezeichnet den starken Drang, zu rauchen, der mit Unruhe, Reizbarkeit, Frustration, Ärger und Angst einhergeht. Weitere Symptome sind ein gesteigerter Appetit und Gewichtszunahme sowie Antriebs-/Lustlosigkeit oder eine gedrückte bis depressive Stimmung. Seltener, vor allem bei hoher Abhängigkeit treten Schlafstörungen, Aphthen (entzündete Stellen im Mund) und Verstopfung auf.

Medikamente, die Ihnen helfen

Nikotinersatzprodukte (Kaugummi, Inhaler, Schmelztablette, Mundspray, Pflaster), Bupropion und Vareniclin erhöhen nachweislich den Anteil der dauerhaften Nichtraucher*innen – sowohl als Einzelsubstanz als auch in Kombination.

Nikotinersatzstofftherapie (NET)

  • Die NET dient dazu, die erforderliche Nikotinmenge über Wochen nach und nach zu reduzieren und die Aufnahme von Nikotin vom Zigarettenrauchen zu entkoppeln.
  • Die Einstiegsdosierung orientiert sich am vorherigen Tabakkonsum.
  • Mögliche unerwünschte Wirkungen, besonders bei Überdosierung, sind Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Kopfschmerz, Schlaflosigkeit und allgemeines Unwohlsein.
    • Eine bekannte Form der NET sind Nikotinpflaster.
    • Nikotinkaugummis sind besonders für unregelmäßig Rauchende geeignet.
    • Es stehen auch Tabletten zum Lutschen oder unter die Zunge Legen zur Verfügung.
    • Nikotinbeutel (Nikotinpouches, Snus) sind Lifestyleprodukte, deren potenzieller Nutzen für die Raucherentwöhnung unklar ist. Damit können Nikotin-Blutspiegel erreicht werden, die mit herkömmlichem Zigarettenrauchen vergleichbar sind, oder – je nach Wirkstoffkonzentration des verwendeten Produkts – weit darüber hinausgehen.
  • Manchmal kann es sinnvoll sein, verschiedene Applikationsformen zu kombinieren.

Vareniclin

  • Vareniclin blockiert Rezeptoren im Körper, sodass das Rauchen nicht die erwartete Stimulation des Belohnungssystems bewirkt.
  • Mögliche Nebenwirkungen sind Übelkeit, Albträume, erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko sowie psychische Symptome wie Depressivität, Agitiertheit und Suizidgedanken.
  • Die Dosierungsempfehlungen sind 0,5 mg 1 x tgl. für 3 Tage, dann 0,5 mg 2 x tgl. für 4 Tage, danach Rauchstopp. Anschließend wird 1 mg Vareniclin 2 x tgl. für mindestens 11 Wochen eingenommen.
  • Vareniclin wird nicht mit NET kombiniert.

Schadensminderung (Harm Reduction)

Aus medizinischer Sicht sollte immer ein Rauchstopp angestrebt werden. Ist dies nicht möglich, stellt eine Reduktion des Tabakkonsums immerhin eine Verbesserung dar.

Elektrische Zigarette (E-Zigarette)

  • E-Zigaretten können helfen, zeitweise auf Zigaretten zu verzichten, führen aber zu neuen Abhängigkeiten, deren (Langzeit-)Folgen bislang nicht genau abschätzbar sind.
  • Das Inhalat sowohl nikotinfreier als auch nikotinhaltiger Liquids enthält u. a. krebserregende Substanzen, Zellgifte sowie eine Vielzahl an Allergenen.
  • Die WHO warnt vor möglichen Herz- und Lungenerkrankungen durch E-Zigaretten.
  • Jugendliche, die E-Zigaretten rauchen, greifen später mit höherer Wahrscheinlichkeit zu konventionellen Zigaretten.

Tabakerhitzer

  • Im Vergleich zum Rauch aus verbranntem Tabak sind die Konzentrationen einiger nachweislich krebserregender Substanzen im Rauch aus Erhitzern um 80–99 % geringer.
  • Ungewiss sind jedoch die Konzentrationen anderer in Erhitzern verstärkt gebildeter Substanzen und deren gesundheitliche Risiken in der Langzeitanwendung.
  • Ob der Umstieg auf Erhitzer längerfristig bei der Entwöhnung vom herkömmlichen Tabakkonsum hilft, ist unklar.

In der Schwangerschaft

Wenn Sie während der Schwangerschaft mit dem Rauchen aufhören wollen, stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Am besten ist es in dieser Situation, nur mit Beratung und Unterstützung von Expert*innen (also ohne Medikamente) erfolgreich aufzuhören. Es können in Ausnahmefällen aber auch Nikotinersatzstoffe angewendet werden. Lassen Sie sich in Ihrer Frauenarztpraxis beraten.

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