Pyoderma gangraenosum

Pyoderma gangraenosum

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Was ist Pyoderma gangraenosum?

Definition

Das Pyoderma gangraenosum ist eine seltene, schwere Hauterkrankung. Es zeigt sich meist als Geschwür, also einer tiefen Wunde (Ulkus). Es erscheint oft zusammen mit einer Grunderkrankung wie Diabetes mellitus, Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Die Krankheit ist sehr schmerzhaft. Sie kann kompliziert verlaufen und ist oft schwierig zu behandeln. Sie wird auch Dermatitis ulcerosa genannt.

Symptome

Die Erkrankung entsteht als pickelartige, rote, schmerzhafte Erhebung. Sie wächst innerhalb von Tagen zu einem größeren Hautschaden heran: Ein Hautgeschwür entsteht. Ein Geschwür ist eine Wunde, in der die Haut bis in tiefe Hautschichten zerstört wird. Eiter oder blutige Flüssigkeit tritt aus. In einigen Fällen bilden sich Blasen oder Eiteransammlungen.

Die Wunde ist sehr schmerzhaft – der Schmerz kann quälend stark werden. Eine Berührung des Wundrandes schmerzt ebenfalls. Der Wundrand verfärbt sich rötlich bis lila. Meistens schwillt er an (Ödem). Er kann sich abheben, sodass darunter eine Tasche heranwächst. Bei voranschreitender Erkrankung rötet sich die Haut in der Umgebung der Wunde.

Meistens sind die Beine betroffen. Oft tritt die Wunde am Schienbein auf. Sie kann aber auch an Brust, Hand, Körper, Kopf oder Hals entstehen. Bei Menschen mit einem künstlichen Darmausgang (Stoma) kann sich die Wunde in der Umgebung des Stomas entwickeln.

Manchmal entzünden sich zusätzlich andere Organe wie Lunge, Herz und Gehirn oder Rückenmark. In anderen Fällen ist es der Magen-Darm-Trakt. Eiteransammlungen in der Milz oder Leber sowie den Augen kommen vor.

Das klassische Pyoderma gangraenosum tritt in Form eines tiefen Ulkus in Erscheinung, das scharf umschrieben ist und in der Regel einen violetten oder blauen Rand aufweist.
Das klassische Pyoderma gangraenosum

Ursachen

Die Ursache des Hautgeschwürs ist nicht genau bekannt. Wahrscheinlich handelt es sich um eine Störung des Immunsystems. Man vermutet, dass ein unkontrollierter Entzündungsprozess vorliegt, bei dem weiße Blutkörperchen (Leukozyten) fehlgesteuert sind.

Die Erkrankung tritt oft zusammen mit Diabetes mellitus und den Darmerkrankungen Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa auf. Entzündungen der Gelenke (Arthritis) oder Arterien (Arteriitis) und Leukämien erhöhen ebenfalls das Risiko. Menschen mit einem künstlichen Darmausgang (Stoma) bekommen manchmal ein Pyoderma gangraenosum in der Umgebung des Stomas. Auch diese Personen sind meistens von Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa betroffen. Viele erkrankte Menschen sind übergewichtig oder haben Bluthochdruck oder erhöhte Blutfettwerte.

Häufigkeit

Die Erkrankung ist ausgesprochen selten. Aus Großbritannien ist bekannt, dass pro Jahr weniger als 1 von 100.000 Menschen erkrankt. Frauen sind ungefähr doppelt so häufig betroffen wie Männer. Das mittlere Erkrankungsalter liegt zwischen 50 und 70 Jahren.

Untersuchungen

In der Hausarztpraxis

Grunderkrankungen wie Diabetes mellitus und entzündliche Darmerkrankungen (z. B. Morbus CrohnColitis ulcerosa) erhöhen das Risiko. Typischerweise findet sich das Geschwür am Schienbein, ist fortschreitend und hat einen rötlichen bis lilafarbenen Wundrand. Geschwüre entstehen oft an leicht verletzten Hautstellen und können sehr schmerzhaft sein.

Es ist wichtig, Blutproben und Gewebeproben zu entnehmen, um andere Krankheiten auszuschließen. In der Praxis kann eine Blutdruckmessung an Armen und Beinen gemacht werden. Möglicherweise werden Sie um eine Urin- oder Stuhlprobe gebeten. Mit einem Wundabstrich kann man prüfen, ob Bakterien das Geschwür besiedelt haben. Es ist möglich, dass Ihr Bauch mit Ultraschall untersucht wird. Dies geschieht z. B. bei Verdacht auf eine Darmerkrankung. Insgesamt ist eine Diagnose schwierig.

Bei Spezialist*innen

Bei Verdacht auf eine Darmerkrankung oder ein Tumorleiden kann auch eine Computertomografie (CT) nötig sein. Für Geschwüre am Knöchel gibt es verschiedene Ursachen, die man ebenfalls mit einer Ultraschalluntersuchung der Gefäße eingrenzen kann.

Bei Verdacht auf Pyoderma gangraenosum erhalten Sie eine Überweisung in eine dermatologische Praxis.

Behandlung

Ziel ist es, das Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern und Narbenbildung zu begrenzen. Bei kleinen Geschwüren genügt manchmal die Behandlung mit einer Salbe oder Creme. Oft sind jedoch Tabletten notwendig. Die Behandlung dauert häufig einige Monate.

Medikamente

Gerade zu Beginn sind die Schmerzen meist stark. Linderung verschafft Hydrogel oder Morphin-Wundgel. Die Wunde wird mit einem nicht-klebendem Verband bedeckt. Gegen eine Bakterieninfektion wird z. B. eine silberhaltige Salbe verwendet. Eine sanfte Entfernung der untergegangenen Haut ist mit Hydrogel oder Fliegenmaden möglich.

Entzündungshemmende Salben und Cremes fördern die Wundheilung. Dazu verwendet man oft kortisonähnliche Wirkstoffe. Meist reichen Salben aber nicht aus. Für diesen Fall gibt es entzündungshemmende Tabletten mit dem Wirkstoff Prednison oder Prednisolon. Häufig ist die Kombination mehrerer Medikamente sinnvoll. Dies gilt auch bei Grunderkrankungen wie Morbus Crohn und rheumatoider Arthritis (Rheuma).

Es gibt weitere Medikamente, die für die Behandlung von Pyoderma gangraenosum jedoch nicht zugelassen sind. Eventuell kann man Spritzen mit Antikörpern geben.

Operation

Bei einer Operation besteht die Gefahr, die Bildung neuer Geschwüre zu provozieren. Nach einer entzündungshemmenden Behandlung ist eine Operation möglich. Dabei entfernt man das zerstörte Gewebe und transplantiert gesunde Haut auf die Wunde. So soll das Geschwür schneller heilen. Insgesamt sind dann weniger Medikamente nötig.

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