Non-Hodgkin-Lymphome

Non-Hodgkin-Lymphome

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Was ist ein Non-Hodgkin-Lymphom?

Definition

Der Begriff Non-Hodgkin-Lymphom bezeichnet eine Gruppe verschiedener Krebserkrankungen, bei der es zu einer unkontrollierten Vermehrung von lymphatischem Gewebe kommt, das gesundes Gewebe verdrängt. Lymphatisches Gewebe ist ein spezialisiertes Gewebe des Immunsystems, das eine zentrale Rolle bei der Abwehr von Krankheitserregern und bei der Immunantwort spielt. Es besteht hauptsächlich aus Lymphozyten, einer Gruppe weißer Blutkörperchen, die für die gezielte Erkennung und Beseitigung von Krankheitserregern verantwortlich sind. Lymphatisches Gewebe befindet sich vor allem in Lymphknoten, im Knochenmark, in der Thymusdrüse, im Blut und in der Milz. Es gibt zahlreiche Unterarten des Non-Hodgkin-Lymphoms, die sich in Aggressivität und Behandelbarkeit stark unterscheiden.

Symptome

Manche Lymphome können über Jahre unbemerkt bleiben, andere innerhalb weniger Woche starke Symptome mit sich bringen.

  • In den meisten Fällen äußert sich ein Non-Hodgkin-Lymphom zunächst durch Symptome, die auch bei anderen Erkrankungen auftreten können: Fieber, nächtliches Schwitzen, Juckreiz, Gewichtsverlust, schmerzlose Lymphknotenvergrößerungen oder auch Knochenschmerzen, wiederkehrende Infektionen oder eine allgemeine Müdigkeit und Abgeschlagenheit.
  • Bei einer Ausbreitung im Magen-Darm-Trakt kann es insbesondere zu einem Völlegefühl, Übelkeit und Appetitlosigkeit kommen.
  • Ist das zentrale Nervensystem befallen, kann es zu Nervenschmerzen und Sensibilitätsstörungen kommen, darüber hinaus auch zu Kopfschmerzen, Sehstörungen und Krämpfen.
  • Zu einem akuten Notfall kann es kommen, wenn durch vergrößerte Lymphknoten die obere Hohlvene zusammengepresst wird, was zu Atemnot, Husten und Schwellungen im Gesicht, Hals und den Armen führen kann.

Ursachen

Das Non-Hodgkin-Lymphom betrifft bestimmte Zellen des Immunsystems, zu etwa 85 % die B-Lymphozyten (B-Zellen) und zu 10–15 % die T-Lymphozyten (T-Zellen). Die genaue Ursache für die Entstehung eines Non-Hodgkin-Lymphoms ist nicht bekannt. Der Lymphom-Entstehung geht jedoch eine irgendwie geartete genetische Veränderung lymphatischer Zellen voraus, die von der Körperabwehr nicht gestoppt werden kann.

Es gibt jedoch gewisse Risikofaktoren für das Auftreten von Non-Hodgkin-Lymphomen, vor allem bestimmte Virusinfektionen:

Weitere Risikofaktoren:

  • Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori (Erreger von Magenschleimhautentzündungen)
  • Radioaktive Strahlung
  • Autoimmunerkrankungen, z. B. rheumatoide Arthritis (Rheuma)
  • Spezielle Immundefekte

Häufigkeit

In Deutschland erkranken jährlich etwa 11 von 100.000 Frauen und 16 von 100.000 Männern neu an einem Non-Hodgkin-Lymphom. Das mittlere Erkrankungsalter beträgt 73 Jahre bei Frauen und 71 Jahre bei Männern.

Untersuchungen

In der Hausarztpraxis

In vielen Fällen suchen Betroffene wegen unklarer Symptome zunächst ihre Hausarztpraxis auf. Dort kann dann eine körperliche Untersuchung erste Hinweise auf ein Non-Hodgkin-Lymphom geben. Ein Verdacht ergibt sich etwa, wenn Lymphknoten geschwollen sind oder auch Leber und Milz vergrößert sind, was sich durch eine Ultraschalluntersuchung genauer einschätzen lässt. Ein Blutbild gibt Aufschluss darüber, ob bestimmte Infektionswerte erhöht sind und ob es Auffälligkeiten in der Funktion von Nieren und Leber gibt. Das Vorhandensein eines speziellen Enzyms (LDH) gibt näheren Aufschluss darüber, ob bereits Zell- oder Gewebeschäden aufgetreten sind, was auf ein aggressives Lymphom schließen lässt.

In der Facharztpraxis

Hat sich der Verdacht auf ein Non-Hodgkin-Lymphom ergeben, werden Betroffene zur Hämatoonkologie überwiesen, einer Fachrichtung, die sich mit bösartigen Blutkrankheiten befasst. Dort wird in der Regel ein Lymphknoten entnommen und auf das Vorhandensein von Lymphomzellen untersucht. Im Vordergrund steht zu ermitteln, um welche Art eines Non-Hodgkin-Lymphom es sich handelt, und wie weit die Erkrankung bereits fortgeschritten ist. Zur weiteren Diagnostik können verschiedene bildgebende Verfahren wie ein CT oder MRT zum Einsatz kommen. Wenn es Anzeichen dafür gibt, dass das zentrale Nervensystem betroffen ist, wird zudem eine Lumbalpunktion im Bereich der Lendenwirbelsäule vorgenommen, um das Nervenwasser zu untersuchen. Eine Knochenmarkbiopsie (Entnahme einer Knochenmarkprobe) ist unter Umständen angeraten, um einen Knochenmarksbefall abklären zu können.

Stellt sich heraus, dass das Lymphom nicht aggressiv ist und nur langsam fortschreitet, übernimmt eine Praxis für Hämatologie und Onkologie die Behandlung. Ansonsten sollte die betroffene Person zur weiteren Behandlung möglichst umgehend in ein hämatologisches Zentrum eines Krankenhauses überwiesen werden.

Behandlung

Grundsätzlich ist die Behandlung abhängig vom genauen Lymphomtyp, den speziellen Tumoreigenschaften und dem Erkrankungsstadium.

  • Meist kommen in hämatologischen Zentren mehrere Ansätze zur Anwendung: Chemo- und Immuntherapie, Strahlentherapie und womöglich auch eine Stammzelltransplantation sowie der Einsatz von Antikörpern. Bei manchen Lymphom-Typen kann auch die neue CAR-T-Zelltherapie angewendet werden: Dabei werden körpereigene T-Zellen gentechnisch verändert und danach den Patient*innen wieder infundiert, damit die T-Zellen die Krebszellen gezielt erkennen und zerstören.
  • Wichtig ist die Behandlung der Nebenwirkungen der Therapie: Begleitend erhalten Patient*innen Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen. Auch Entzündungen der Mundschleimhaut aufgrund der Chemo- oder Strahlentherapie werden mitbehandelt, ebenso Nebenwirkungen der CAR-T-Zelltherapie.
  • Je nach Intensität der Therapie droht mehr als 80 % der Betroffenen durch die Behandlung die Unfruchtbarkeit. Um das zu verhindern, können bei Frauen in einigen Fällen die Eierstöcke aus dem Bestrahlungsfeld entfernt werden. Oder Eizellen bzw. Gewebe der Eierstöcke werden kryokonserviert (eingefroren). Bei Männern lässt sich der Samen kryokonservieren.
  • Wichtig ist während und nach der Behandlung auch eine psychoonkologische Begleitung. Nicht selten kommt es infolge der Therapien und der damit verbundenen sozialen Isolation zu Ängsten und depressiver Stimmung. Das gilt vor allem auch für jüngere Patient*innen, deren Familien- und Lebensplanung besonders stark in Mitleidenschaft gezogen wird. Wurde das zentrale Nervensystem mitbestrahlt, kann es auch zu merklichen Konzentrationsschwierigkeiten kommen, die die schulische und berufliche Leistungsfähigkeit beeinträchtigen.
  • Bei Patient*innen mit Stammzelltransplantation ist ein sehr engmaschiges Nachsorgekonzept vorgesehen. Bei Patient*innen mit stabilen, wenig aggressiven Lymphomen wird individuell entschieden, wie oft Nachkontrollen nötig sind.
  • Bei Betroffenen mit geringen Heilungschancen ist die Behandlung auf eine Linderung der Beschwerden und die Erhaltung der Lebensqualität ausgerichtet.
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