Verstopfte Nase
Verstopfte Nase
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Was ist eine verstopfte Nase?
Eine verstopfte Nase (Rhinitis) ist ein häufiges Symptom, das durch eine Entzündung der Nasenschleimhaut verursacht wird. Als Auslöser kommen allergische und verschiedene nicht-allergische Ursachen infrage, die entzündlich und nicht-entzündlich sein können.
Was kann die Ursache sein?
Häufige Ursachen
Infektion der oberen Atemwege
- Wird durch Viren (z. B. Rhinoviren, Influenzaviren, Coronaviren) ausgelöst.
- Die Schleimhäute in der Nase, den Nasennebenhöhlen und im Rachenraum schwellen an, die Nase ist verstopft oder läuft, es treten Hals- und Kopfschmerzen sowie Husten auf.
- Der Beginn ist plötzlich, der Allgemeinzustand leicht beeinträchtigt.
- Fieber ist selten.
- Erwachsene sind 2- bis 4-mal pro Jahr betroffen, bei Kontakt mit Kindern häufiger.
Nasennebenhöhlenentzündung
- Zeigt sich mit vier Hauptsymptomen:
- eitrig, schleimiges Sekret aus der Nase
- verstopfte Nase
- Gesichtsschmerzen und Druckgefühl
- beeinträchtigter Geruchssinn
- Eine Nasennebenhöhlenentzündung wird nach ihrer Dauer in drei Formen unterteilt:
- Akute Nasennebenhöhlenentzündung: Die Krankheitsdauer liegt unter 12 Wochen.
- Wiederkehrende akute Nasennebenhöhlenentzündung: Mindestens vier akute Nasennebenhöhlenentzündungen in einem Zeitraum von 12 Monaten, die zwischenzeitlich ausheilen.
- chronische Nasennebenhöhlenentzündung: Krankheitsdauer über 12 Wochen
Allergische Rhinitis (Heuschnupfen)
- Heuschnupfen zeigt sich durch wiederkehrend auftretende Beschwerden mit Niesattacken, klarem und dünnen Ausfluss aus der Nase, Juckreiz und einer verstopften Nase. Die Augen können jucken, tränen, gerötet oder geschwollen sein. Zudem kann ein allgemeines Krankheitsgefühl auftreten, das sich z. B. durch Schwäche, Müdigkeit, Schlafstörungen und Abgeschlagenheit zeigen kann.
- Bis zu 25 % der Erwachsenen in Deutschland und Europa sind von einer allergischen Rhinitis betroffen.
- Zu den typischen Allergenen gehören Pollen von Bäumen und Gräsern, Tierhaare sowie Hausstaubmilben.
Nasenpolypen
- Nasenpolypen sind gutartige Schwellungen der Nasenschleimhaut, die bei fast allen Patient*innen in Kombination mit einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung auftreten.
- Typische Symptome sind:
- eine häufig beidseitig verstopfte Nase
- nasale Stimme
- Schnarchen
- Kopfschmerzen
- Verlust oder Einschränkungen von Geruchs- und Geschmackssinn
- laufende Nase
Vergrößerte Mandeln
- Betroffen sind vor allem Kinder zwischen dem 1. und 6. Lebensjahr.
- Vergrößerte Mandeln verengen den Nasenrachenraum und/oder führen zu chronischen Entzündungen im Nasenrachen.
- Sie können verschiedene weitere Erkrankungen begünstigen und die Entwicklung des Kindes negativ beeinflussen. Dazu gehören:
- Atemaussetzer während des Schlafs (Schlafapnoe-Syndrom)
- Mundatmung
- chronische Entzündung der oberen Atemwege und der Bronchien
- chronische Tubenventilationsstörung (Funktionsstörung der Ohrtrompete, die den Nasen-Rachen-Raum mit dem Mittelohr verbindet) mit Schwerhörigkeit und Sprachentwicklungsstörungen
- chronische Ohrentzündungen
- allgemeine Entwicklungsverzögerung
Verletzung oder Fehlstellung der Nasenscheidewand
- Fehlstellungen können angeboren oder die Folge einer Verletzung sein.
Überempfindliche Nasenschleimhaut (vasomotorische Rhinitis)
- Verstopfte, laufende Nase, die sich nicht auf eine Allergie oder einen Infekt zurückführen lässt. Bei einigen Betroffenen tritt zusätzlich Juckreiz oder Niesen auf.
- Vermutlich ausgelöst durch Veränderungen von Lufttemperatur, -druck und -feuchtigkeit, starke Gerüche, Alkohol, scharfes Essen, Rauch oder Staub
Arzneimittel-Rhinitis
- Verstopfte Nase, die durch den längeren Gebrauch (mehr als 4–6 Tage) von schleimhautabschwellenden Nasensprays bzw. Nasentropfen verursacht wird oder als Nebenwirkung verschiedener Medikamente auftritt.
- Zu den Symptomen zählen:
- Verstopfte Nase, ohne dass die Nase läuft, Betroffene niesen müssen oder einen Schleimfluss in Hals und Rachen bemerken.
- Die Symptome verstärken sich mit längerer Behandlungsdauer.
- Schnarchen, Schlaflosigkeit aufgrund der erneuten Verstopfung der Nase sowie Mundatmung mit Mundtrockenheit und Halsschmerzen
Seltene Ursachen
Verstopfte Nase durch Schwangerschaftshormone
- Schwangere Frauen haben ein erhöhtes Risiko für eine chronische Nasenverstopfung, was insbesondere im letzten Schwangerschaftsdrittel zu Nasennebenhöhlenentzündungen beitragen kann. Nach der Entbindung tritt in der Regel eine Besserung ein.
Fremdkörper
- Plötzlich einsetzende Schmerzen in der Nase ohne Fieber
- Nach einiger Zeit kommt es zu einseitig auftretendem, übelriechendem Ausfluss aus der Nase, der häufig blutig eitrig ist.
Tumoren in der Nase
- Tumoren in der Nase sind selten, ihre Häufigkeit nimmt mit steigendem Alter zu.
- Zu Beginn verursachen sie kaum Symptome. Mögliche Symptome sind:
- einseitige Nasenverstopfung
- leicht blutiger Schleim
- übelriechender Ausfluss aus der Nase
- Kopfschmerzen
- Beschwerden am größten Gesichtsnerv (Trigeminusnerv) oder geschwollene Lymphknoten im Nackenbereich
Nicht-allergische Rhinitis
- Wiederkehrende Entzündung der Nasenschleimhaut mit Beschwerden wie Niesen, wässriger Schnupfen, Juckreiz, Verstopfung der Nase und teilweise Verlust des Geruchssinns, bei der keine Allergie nachgewiesen werden kann.
Weitere
- Erkrankungen, die den ganzen Körper betreffen und sich auch auf die Nasenschleimhaut auswirken (Granulomatosen, Kollagenosen oder Vaskulitiden).
Wann sollten Sie ärztliche Hilfe suchen?
- Wenn sie dauerhaft oder wiederkehrend von einer verstopften Nase betroffen sind.
- Wenn zusätzlich zur verstopften Nase weitere Symptome wie Atembeschwerden, Fieber oder ein allgemeines Krankheitsgefühl auftreten.
- Bei Verdacht auf einen Fremdkörper in der Nase.
Untersuchungen
Anamnesegespräch
In einem Anamnesegespräch wird Ihre Ärztin/Ihr Arzt möglichst viele Informationen zu Ihren Beschwerden sammeln und Ihnen dafür einige Fragen stellen. Dazu kann gehören:
- Seit wann bestehen die Beschwerden?
- Gibt es Anzeichen für eine Infektion der Atemwege (z. B. laufende Nase, Niesen, Husten, Krankheitsgefühl)?
- Schnarchen Sie oder atmen Sie verstärkt über den Mund?
- Bestehen Ohrenschmerzen?
- Ist das Nasensekret eitrig (grün, gelb) oder blutig?
- Ist die Nase einseitig verstopft?
- Haben Sie sich an der Nase verletzt?
- Nehmen Sie regelmäßig Medikamente ein? Welche?
- Sind sie von einer Allergie betroffen oder gibt es eine familiäre Häufung von Allergien?
Körperliche Untersuchung
In einer körperlichen Untersuchung werden die Nase, der Hals und die Ohren untersucht. Ergänzend können weitere Untersuchungen durch Spezialist*innen in einer Hals-Nasen-Ohren-ärztlichen oder allergologischen Praxis notwendig sein.
Behandlung
Die Behandlung einer verstopften Nase richtet sich nach der auslösenden Ursache. Im Fall einer Virusinfektion hilft die kurzzeitige (nicht länger als 6 Tage!) Anwendung von abschwellendem Nasenspray und/oder Kochsalzlösung. Die Infektion selbst heilt nach wenigen Tagen von allein aus.
Beruht die verstopfte Nase auf einer Allergie, helfen antiallergische Medikamente (Antihistaminika, Kortikosteroide).
Fremdkörper lassen sich manchmal durch kräftiges Schnäuzen bei gleichzeitigem Zuhalten des nicht betroffenen Nasenlochs auspusten. Gelingt das nicht, werden sie in einer Hals-Nasen-Ohren-ärztlichen Praxis entfernt.
Nasenpolypen können häufig medikamentös verkleinert werden, bei Nichtansprechen kann eine operative Entfernung in Erwägung gezogen werden.
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