Lungenentzündung bei Kindern
Lungenentzündung bei Kindern
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Was ist eine Lungenentzündung bei Kindern?
Definition
Die Lunge befindet sich im Brustkorb und besteht aus zwei Lungenflügeln. Über die Lunge nimmt der Körper Sauerstoff aus der Luft auf und gibt Kohlendioxid ab. Bei einer Lungenentzündung entzündet sich das Lungengewebe, also die Lungenbläschen, durch eine Infektion mit Krankheitserregern. Die Lungenentzündung wird in drei Schweregrade eingeteilt: nicht-schwer, schwer und sehr schwer.
In der medizinischen Fachsprache wird die Krankheit Pneumonie genannt.
Symptome
Typisch für eine Lungenentzündung sind Fieber, schnelle Atmung (Tachypnoe), Luftnot und Husten. Häufige Begleitsymptome sind Brust- oder Bauchschmerzen. Ihr Kind fühlt sich wahrscheinlich sehr krank, wirkt vielleicht teilnahmslos (apathisch) oder ist sehr erregt und unruhig (agitiert). Möglicherweise möchte das Kind nichts essen oder erbricht sich.
Ursachen
Eine Lungenentzündung entwickelt sich in der Regel aus einer Infektion der oberen Atemwege und wird durch verschiedene Krankheitserreger ausgelöst. Bei Kleinkindern sind Viren meist die Ursache der Krankheit, Säuglinge und ältere Kinder stecken sich eher mit Bakterien an. Kinder mit einem schwachen Immunsystem erkranken auch durch seltene Erreger oder Pilze. Bei 30 % der Fälle lösen mehrere Erreger die Krankheit aus. Die Ansteckung erfolgt meist durch Tröpfcheninfektion beim Husten oder Niesen.
Unter bestimmten Umständen oder bei Vorerkrankungen kommt zu einem erhöhten Risiko für eine Lungenentzündung:
- Frühgeborene mit Lungenerkrankungen (z. B. bronchopulmonale Dysplasie)
- Grunderkrankungen wie Mukoviszidose
- Immunschwäche
- Kontakt zu Tabakrauch
- Schlechte Ernährung
- Bluterkrankungen (z. B. Sichelzellanämie)
- das Fehlen der Milz (Asplenie)
- Muskelschwäche (neuromuskuläre Erkrankungen)
Häufigkeit
Eine Lungenentzündung ist bei Säuglingen und Kindern häufig. Von 100 Kindern zwischen 0 und 6 Jahren erkranken pro Jahr etwa 3 Kinder an einer Lungenentzündung. Kinder zwischen 3 und 6 Jahren sind etwas häufiger als Säuglinge und Kleinkinder betroffen. Ältere Kinder erkranken seltener. Mädchen und Jungen sind gleich häufig betroffen.
Untersuchung
In der Kinderarztpraxis wird nach den Symptomen und dem Krankheitsverlauf des Kindes gefragt. Auch Vorerkrankungen am Herzen oder der Lunge oder eine Immunschwäche werden erfragt.
Im Impfpass Ihres Kindes werden besonders die Impfungen überprüft, die sich gegen Krankheitserreger richten, die eine Lungenentzündung auslösen können. Außerdem werden Sie danach gefragt, wo sich Ihr Kind angesteckt haben könnte – z. B. bei Kontakt mit infizierten Personen, im Krankenhaus oder auf Reisen. Falls Ihr Kind etwas verschluckt haben könnte oder Kontakt zu giftigen Stoffen hatte, ist das ebenfalls wichtig.
Nach dem Arztgespräch untersucht die Ärztin oder der Arzt das Kind körperlich und misst die Körpertemperatur. Auch ein Flüssigkeitsmangel (Dehydrierung) kann festgestellt werden. Es wird gezählt, wie oft Ihr Kind in der Minute Atem holt (Atemfrequenz). Eine schnelle Atmung (Tachypnoe) kann ein Hinweis auf eine Lungenentzündung sein. Die Lunge wird mit dem Stethoskop abgehört und der Brustkorb wird abgeklopft.
Weitere Untersuchungen in der Kinder- oder Hausarztpraxis
Über ein Messgerät wird die Sauerstoffsättigung im Blut Ihres Kindes gemessen. Dafür befestigt man ein kleines Gerät (Pulsoxymeter) am Finger oder am Ohrläppchen. Wenn die Sättigung des Blutes mit Sauerstoff unter 90 % fällt, liegt ein Sauerstoffmangel (Hypoxämie) vor. Bei einer schweren oder sehr schweren Lungenentzündung besteht ein Sauerstoffmangel. Dann ist es notwendig, den Sauerstoffmangel im Krankenhaus zu behandeln. Bei einer nicht-schweren Lungenentzündung kann Ihr Kind ambulant (zuhause) behandelt werden.
Untersuchung im Krankenhaus
Mit einer schweren oder sehr schweren Lungenentzündung sollte Ihr Kind in einem Krankenhaus behandelt werden. Eine Aufnahme in ein Krankenhaus ist notwendig, wenn der Sauerstoffgehalt des Blutes zu niedrig (Hypoxämie) ist oder das Kind zu schnell und angestrengt atmen muss (respiratorische Insuffizienz). Auch wenn das Kind nicht essen möchte oder zu wenig Flüssigkeit im Körper hat, ist eine Behandlung im Krankenhaus angeraten. Weitere Gründe für eine Einweisung in ein Krankenhaus sind Komplikationen der Lungenentzündung.
Im Krankenhaus wird Blut abgenommen, und bestimmte Blutwerte werden untersucht. Wenn möglich, sollte der genaue Krankheitserreger bestimmt werden, z. B. in einer Blutkultur oder im Lungensekret. Wenn die Ärzt*innen wissen, welcher Krankheitserreger die Lungenentzündung ausgelöst hat, kann die Behandlung entsprechend zielgerichtet darauf angepasst werden.
Bei einer schweren Pneumonie wird die Lunge Ihres Kindes geröntgt. Wegen der Strahlenbelastung sollte eine CT bei einem Kind nur durchgeführt werden, wenn Komplikationen der Lungenentzündung vermutet werden. Unter Umständen kann auch eine Ultraschalluntersuchung oder eine MRT stattdessen durchgeführt werden, da diese Untersuchungen ohne Strahlung auskommen.
Behandlung
Die Behandlungsziele sind die Heilung der Infektion und das Verhindern von Komplikationen.
Die Entscheidung über eine Behandlung wird u. a. anhand der Symptome, der Risikofaktoren und des vermuteten Krankheitserregers getroffen. Bei Kleinkindern mit nicht-schwerer Lungenentzündung und Hinweisen auf eine Verengung der Bronchien sollte eher keine Behandlung mit Antibiotika durchgeführt werden, weil hier meist Viren die Ursache für die Lungenentzündung sind.
Kinder mit einer nicht-schweren Pneumonie mit Fieber sollten mit Antibiotika behandelt werden. Bei einer schweren Lungenentzündung sind in jedem Fall Antibiotika angezeigt.
Sinkt durch die Lungenentzündung der Sauerstoffgehalt im Blut, dann sollte das erkrankte Kind Sauerstoff bekommen. Das kann z. B. über Atemhilfen wie eine Nasenkanüle, Brille oder Maske geschehen. Es sollte ausreichend Flüssigkeit verabreicht werden, um die Heilung zu unterstützen.
Die gezielte Behandlung der Infektion richtet sich nach dem Krankheitserreger, nach der Schwere der Krankheit und nach möglichen Begleiterkrankungen, Risikofaktoren und Allergien. Die Behandlung mit Antibiotika kann entweder in Tablettenform (oral) gegeben werden oder direkt in die Blutgefäße (intravenös) verabreicht werden. Bei einem komplikationslosen Verlauf sollten Antibiotika über 5 Tage eingenommen werden.
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