Hyponatriämie
Hyponatriämie
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Was ist eine Hyponatriämie?
Definition
Natrium (Na) ist ein Element, das in vielen Salzen enthalten ist, u. a. normalem Kochsalz (NaCl, Natriumchlorid). Natrium tritt in Körperflüssigkeiten als positiv geladenes Ion auf (Na+) und findet sich im Blut sowie in der Flüssigkeit in und außerhalb der Zellen (extrazellulärer Raum). Natrium in Körperflüssigkeiten wird als Elektrolyt bezeichnet. Beispiele weiterer Elektrolyte sind Kalium, Kalzium und Chlorid.
Ein niedriger Natriumspiegel (Hyponatriämie) wird als Natriumwert von unter 135 mmol/l im Blutserum, also der Blutflüssigkeit, definiert. Eine Hyponatriämie kann je nach Laborwert oder Schweregrad der Symptome in leicht, mäßig und schwer unterteilt werden. Entwickelt sich eine akute Hyponatriämie innerhalb von weniger als 48 Stunden, spricht man von einer akuten Hyponatriämie, darüber von einer chronischen. Schwere Symptome und eine moderate Hyponatriämie sprechen dabei meist für eine akute Hyponatriämie.
Symptome
Änderungen im Flüssigkeits- und Salzhaushalt des Körpers können in ausgeprägten Fällen Auswirkungen auf das Gehirn haben und zu Bewusstseinsstörungen führen. Wenn der Natriumverlust rasch (akut) erfolgt, d. h. über weniger als 48 Stunden, können Symptome wie Kopfschmerzen, Erbrechen, Krampfanfälle und Koma auftreten. Die langsamere Entwicklung der Hyponatriämie (chronisch) zeichnet sich durch uncharakteristische Symptome aus wie Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Geschmacksstörung und Gangstörungen mit Sturzneigung.
Ursachen
Die häufigste Ursache einer Hyponatriämie ist eine Störung des Flüssigkeitshaushaltes, also ein Überschuss an Wasser im Verhältnis zur Natriummenge. Die häufigste Form einer Hyponatriämie ist die hypotone Hyponatriämie, bei der auch andere Teilchen wie Zucker, Fette oder Proteine vermindert vorliegen. Diese kann wiederum anhand des extrazellulären Flüssigkeitsvolumens kategorisiert werden:
- Bei einer hypovolämischen Hyponatriämie besteht ein kombinierter Salz- und Wassermangel mit nur relativem Wasserüberschuss, z. B. aufgrund von Medikamenten, starkem Schwitzen oder Verbrennungen.
- Am häufigsten ist die isovolämische oder normovolämische Hyponatriämie mit leicht erhöhtem extrazellulärem Volumen ohne eigentlichen Salzmangel. Ursachen einer isovolämischen Hyponatriämie können ebenfalls Medikamente und sportliche Überbeanspruchung, aber auch Erkrankungen wie Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose), Nebenniereninsuffizienz oder Lungenkrebs sein.
- Bei einer hypervolämischen Hyponatriämie besteht eine geringe Ausscheidung von Natrium und Wasser mit relativem Wasserüberschuss, z. B. aufgrund von Herzinsuffizienz, Leberversagen oder Nierenversagen.
Häufigkeit
Die Hyponatriämie ist die häufigste Störung des Elektrolythaushaltes. Zwischen 15 und 20 % der Patient*innen im stationären und etwa 7 % im ambulanten Bereich weisen eine Hyponatriämie auf. Eine Hyponatriämie kommt vor allem bei älteren Patient*innen vor; ca. 8 % der über 55-Jährigen und ca. 12 % der über 75-Jährigen sind betroffen.
Untersuchungen
- Ein niedriger Natriumspiegel wird mithilfe einer Blutuntersuchung festgestellt.
- Bei Natriumwerten im Blutserum von unter 135 mmol/l spricht man von einer Hyponatriämie. Eine schwere Hyponatriämie liegt vor, wenn die Werte unter 120 mmol/l fallen.
- Oft liegen weitere Veränderungen vor, weshalb auch Laborwerte wie Zucker, Fett und Eiweiß im Blut und Urin untersucht werden sollten.
- Um Pleuraergüsse oder ein nephrotisches Syndrom zu erkennen, werden die Patient*innen per Ultraschall untersucht.
- Durch Abhören des Herzens und andere Tests wird der Volumenstatus eingeschätzt, um auch anhand der bestehenden Symptome alle notwendigen Untersuchungen festzulegen.
- Besonders bei „Alterssymptomen” wie Gangstörungen, kognitiven Störungen oder Wesensveränderungen sollte an eine Hyponatriämie gedacht werden.
Behandlung
- Die Behandlung richtet sich nach den Symptomen und der Entstehung (akut oder chronisch). Sie zielt darauf ab, den Natriumwert im Blut durch Infusionen (Flüssigkeit direkt in den Blutkreislauf) oder durch Entfernung von überschüssiger Flüssigkeit im Körper zu normalisieren.
- In schweren Fällen von Hyponatriämie hängt die Behandlung davon ab, ob die Hyponatriämie akut oder chronisch auftritt.
- Eine Hyponatriämie mit schweren, lebensbedrohlichen Symptomen wird mit einer Infusion aus einer 3-prozentigen Kochsalzlösung behandelt. Wegen der Gefahr einer Verschlechterung wird auch eine akut aufgetretene Hyponatriämie mit milden Symptomen auf diese Weise behandelt.
- Bei chronischem Verlauf sollte möglichst bis zur Klärung der Ursache auf hypertone Kochsalzgaben verzichtet werden.
- Bei leichteren Symptomen ist die Behandlung von der Grunderkrankung abhängig.
- Eine leichte bis mäßige Hyponatriämie bei Hypervolämie ist nicht zwingend behandlungsbedürftig.
- Wenn die Erkrankung durch Medikamente ausgelöst wurde, genügt es oft schon, das betreffende Medikament abzusetzen oder zu ersetzen.
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