Hypertriglyzeridämie

Hypertriglyzeridämie

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Was ist eine Hypertriglyzeridämie?

Definition

Triglyzeride (Neutralfette) sind Fette, die mit der Nahrung aufgenommen und im Fettgewebe gespeichert werden. Triglyzeride können aber auch vom Körper selbst in Leber und Fettgewebe hergestellt werden. Triglyzeride bestehen zum Großteil aus freien Fettsäuren und sind ein wichtiger Teil der zirkulierenden Blutfette. 

Bei einer Hypertriglyzeridämie werden erhöhte Triglyzeridwerte im Blut gemessen. Ob erhöhte Triglyzeridwerte allein zu einem erhöhten Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle führen können, ist umstritten. Dagegen ist bekannt, dass erhöhte Cholesterinwerte mit einem erhöhten Risiko für Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems einhergehen. Sehr hohe Triglyzeridwerte können eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse auslösen.

  • Eine Hypertriglyzeridämie liegt vor bei Werten über 150 mg/dl (über 1,7 mmol/l).
    • unter 150 mg/dl (unter 1,7 mmol/l): normal
    • 150–1.000 mg/dl (1,7–11,4 mmol/l): moderat erhöht
    • über 1.000 mg/dl (über 11,4 mmol/l): stark erhöht

Symptome

  • Bei Hypertriglyzeridämie treten meist keine Symptome auf.
  • Bei sehr hohen Werten kann eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung (akute Pankreatitis) entstehen – oft verbunden mit starken Bauchschmerzen.
  • Ggf. Symptome einer auslösenden Grunderkrankung, z. B. Diabetes mellitus
  • Eine schwere Hypertriglyzeridämie kann zu sog. Xanthelasmen (Fetteinlagerungen in der Haut in Form von Knötchen) und gelblichen Handlinien führen.

Ursachen

  • Primäre Hypertriglyzeridämien haben genetische Ursachen und sind angeboren. 
  • Sekundäre Hypertriglyzeridämien können durch einen ungesunden Lebensstil oder bestimmte Grunderkrankungen entstehen: 
    • Nahrungsgewohnheiten mit einer Kalorienaufnahme, die größer ist als der Kalorienverbrauch, und hohem Fett- und Zuckeranteil.
    • Adipositas, also schweres Übergewicht/Fettsucht
    • erhöhter Alkoholkonsum
    • Diabetes mellitus
    • Schilddrüsenunterfunktion
    • Nierenerkrankungen
    • Paraproteinämie (krankhafte Vermehrung von Immunglobulinen im Blut)
    • systemischer Lupus erythematodes (SLE)
    • Schwangerschaft
    • Medikamente (z. B. Kortison, „die Pille”, bestimmte wassertreibende Medikamente, Krebsmedikamente, Medikamente gegen AIDS u. a.)
  • Eine Hypertriglyzeridämie tritt häufig zusammen mit anderen Störungen des Fettstoffwechsels, z. B. erhöhtem Cholesterinwert, auf.

Häufigkeit

  • Ca. 15–20 % der Patient*innen in einer hausärztlichen Praxis sind betroffen.

Untersuchungen

  • Die Diagnose erfolgt durch Messung der Triglyzeride im Blut. Vor der Blutentnahme ist es normalerweise nicht nötig, nüchtern zu sein. Sie sollten bei der Blutentnahme aber Bescheid geben, wenn Sie nicht nüchtern sind, weil dann andere Grenzwerte gelten.
  • Zusammen mit den Triglyzeriden werden in der Regel auch die anderen Blutfettwerte bestimmt:
    • Gesamtcholesterin
    • HDL-Cholesterin
    • LDL-Cholesterin
    • Non-HDL-Cholesterin (Gesamtcholesterin minus HDL-Cholesterin)
    • Lipoprotein(a), einmalige Messung

Behandlung

  • Es gibt keinen Zielwert für eine Senkung des Herz-Kreislauf-Risikos, da unklar ist, ob eine Hypertriglyzeridämie überhaupt gefährlich für die Gefäße ist.
  • Wichtig ist die Behandlung von Grunderkrankungen, die mit erhöhten Triglyzeriden einhergehen, z. B. Diabetes mellitus oder Schilddrüsenunterfunktion.
  • Sinnvoll ist eine Umstellung der Medikamente, wenn sie die Ursache für die Hypertriglyzeridämie sind.
  • Eine Verbesserung des Lebensstils ist grundsätzlich empfehlenswert:
    • Gewichtsnormalisierung (Ziel-BMI: 20–25 kg/m2)
    • gesunde Diät
      • Verzicht auf schnell verstoffwechselbare Kohlenhydrate, z. B. Weißmehl und Zucker
      • wenig gesättigte Fettsäuren (enthalten in rotem Fleisch, Butter, Käse, Palmöl, Kokosöl)
      • mediterrane Kost (Mittelmeerdiät: viel Gemüse, Olivenöl)
    • kein oder wenig Alkohol
    • körperliche Aktivität mehrmals pro Woche (Ziel: 5 x pro Woche mindestens 30 Minuten)
      • Jede regelmäßige Bewegungseinheit von mehr als 10 Minuten zählt. Ab täglich 15 Minuten oder 90 Minuten pro Woche mit mäßig anstrengender Aktivität sind positive Auswirkungen auf die Gesundheit zu erwarten.
    • Mit dem Rauchen aufhören.
  • Medikamentöse Behandlung, wenn gleichzeitig ein erhöhter Cholesterinspiegel mit erhöhtem Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorliegt:
    • Cholesterinsenker (Statine) senken auch den Triglyzeridspiegel um ca. 5–15 %.
  • Bei sehr hohen Triglyzeridwerten evtl. gezielte Behandlung, um das Risiko für eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse zu senken.
    • Fibrate senken den Triglyzeridspiegel um ca. 30–50 %.
    • Hochdosierte Omega-3-Fettsäuren senken den Triglyzeridspiegel um bis zu 45 %.
    • Zulassung neuerer Medikamente, die allerdings nur in speziellen Lipidambulanzen eingesetzt werden.
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