Harninkontinenz bei Frauen

Harninkontinenz bei Frauen

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Was ist Harninkontinenz bei Frauen?

Definition

Als Harninkontinenz bezeichnet man unfreiwilliges Wasserlassen oder Urinverlust. Das Thema ist schambesetzt, was dazu führt, dass nur etwa jede zweite betroffene Frau ärztlichen Rat sucht.

Das Risiko für Inkontinenz steigt mit dem Alter, bei Übergewicht und mit der Zahl der Geburten, insbesondere bei vaginaler Entbindung. Aber auch manche Medikamente (z. B. Schlafmittel, Psychopharmaka, entwässernde Mittel) können eine Harninkontinenz begünstigen.

Häufigkeit

Harninkontinenz betrifft viele Frauen. 15 % der erwachsenen Frauen in Deutschland geben an, unter ungewolltem Urinabgang zu leiden. Die Häufigkeit nimmt mit dem Alter zu.

Was kann die Ursache sein?

Belastungsinkontinenz.

Es gibt unterschiedliche Formen und Ursachen der Harninkontinenz, am häufigsten ist die sog. Stress- oder Belastungsinkontinenz. Ihr liegt eine Schwäche der Bänder und Muskeln zugrunde, die die Harnblase wasserdicht verschließen sollen. Eine Drucksteigerung im Bauchraum, etwa durch Niesen, Husten oder Sport, führt dann zum ungewollten Abgang kleiner Mengen Urin.

Dranginkontinenz

Im Alter kommt häufig eine andere Form der Inkontinenz erschwerend hinzu, die Dranginkontinenz. Hier ist der unwillkürliche Verlust größerer Mengen Urin mit einem plötzlichen, starken Harndrang verbunden. Häufige Ursache der Dranginkontinenz ist eine überaktive Blase, die sich schon bei geringer Füllmenge unwillkürlich zusammenzieht und damit das unfreiwillige Wasserlassen einleitet. 

Mischharninkontinenz

Bei gleichzeitigem Auftreten von Belastungs- und Dranginkontinenz spricht man von einer Misch(harn)inkontinenz.

Andere Formen der Inkontinenz

  • Verschiedene Erkrankungen können Harninkontinenz verursachen.
  • Inkontinenz bei chronischem Harnverhalt: Diese Form der Harninkontinenz wird durch einen erhöhten Restharn in der Blase verursacht und wurde früher als Überlauf-Inkontinenz bezeichnet.
  • Auch eine Überaktivität des Detrusormuskels in der Blasenwand kann zu Harninkontinenz führen. In der Regel liegt dem eine neurologische Erkrankung zugrunde.

Untersuchungen

Die Diagnose ergibt sich bei den häufigen Inkontinenzformen – Belastungs- und Dranginkontinenz sowie Mischinkontinenz – meist schon aus den geschilderten Beschwerden. Im ärztlichen Gespräch werden zudem Vorerkrankungen, Operationen, Medikamente, Schwangerschaften und Geburten erfragt. Zusätzlich können spezielle Fragebögen eingesetzt werden.

Hilfreich zur Diagnosefindung und zur Unterscheidung der Inkontinenzformen ist das Führen eines sog. Miktionstagebuchs über 3 Tage (Miktion ist lateinisch für Wasserlassen). Darin notiert die Patientin die Trinkmengen und die Episoden von Harndrang, Wasserlassen und ungewolltem Harnabgang. Hier finden Sie eine Vorlage.

Um einen Harnwegsinfekt auszuschließen, kann der Urin untersucht werden. Ggf. wird auch eine Blutuntersuchung veranlasst.

Wenn Unklarheiten bei der Diagnose bestehen oder wenn sich die Beschwerden trotz mehrerer Therapieversuche nicht deutlich bessern, werden urologische Untersuchungen empfohlen.

Behandlung

  • Zur Behandlung der Harninkontinenz liegt eine große Zahl an nicht-operativen und operativen Maßnahmen vor. Die jeweilige Therapie hängt von der Form der Inkontinenz ab (siehe die entsprechenden Artikel).
  • Einen hohen Stellenwert haben regelmäßig durchgeführte physiotherapeutische Maßnahmen, in erster Linie das Beckenbodentraining.
  • Darüber hinaus stehen unterschiedliche Hilfsmittel (z. B. Einlagen, Windeln) zur Verfügung.
  • Zugrunde liegende Erkrankungen sollen behandelt werden. Eine evtl. gleichzeitig auftretende Verstopfung sollte ebenfalls behandelt werden.
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