Überstreckbare Gelenke

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Was ist ein überstreckbares Gelenk?

Definition

Überstreckbare Gelenke (hypermobile Gelenke) können stärker gestreckt/gebeugt werden, als dies üblicherweise der Fall ist. Dabei umfassen Hypermobility Spectrum Disorders (Hypermobilitäts-Spektrum-Störungen, HSD) alle Krankheitsbilder mit einem vermehrten Bewegungsausmaß der Gelenke, unabhängig von vorhandenen Schmerzen. HSD wurde früher auch als Hypermobilitätssyndrom bezeichnet. Das hypermobile Ehlers-Danlos-Syndrom (hEDS) ist ein Subtyp der HSD, für das verschiedene Kriterien, darunter Schmerzen, erfüllt sein müssen. Patient*innen mit hEDS sind gefährdeter für allgemeine Komplikationen als Patient*innen mit einer reinen Hypermobilität der Gelenke.

Symptome

Überstreckbare Gelenke verlaufen oft ohne Beschwerden. Möglicherweise besteht ein erhöhtes Risiko für Schmerzen des Bewegungsapparats und Verletzungen. Typische Beschwerden sind Gelenkschmerzen sowie Schmerzen bei längeren, statischen Belastungen (z. B. Rückenschmerzen bei langem Stehen). Es kann zu wiederholten Gelenkausrenkungen (Luxationen) besonders des Schultergelenks kommen.

Ursachen

Als Ursache werden Veränderungen in verschiedenen Genen für Kollagen, also Bindegewebsproteine, vermutet. Auch Gene, die Kollagen verarbeiten, könnten eine Ursache sein. Betroffene Familienmitglieder und weibliches Geschlecht erhöhen die Wahrscheinlichkeit für überstreckbre Gelenke.

Häufigkeit

Überstreckbare Gelenke sind im Schulalter mit etwa 25 % der Mädchen und 10–15 % der Jungen häufiger zu beobachten als bei Erwachsenen mit 4–13 %. Frauen sind häufiger betroffen. Balletttänzer*innen weisen zu 68,2 % überstreckbare Gelenke auf.

Untersuchungen

  • Viele Patient*innen mit generalisierter Hypermobilität haben keine direkten Beschwerden, und die Überbeweglichkeit fällt im Zuge von anderen Untersuchungen auf, z. B. wegen wiederholten Gelenkverrenkungen.
  • Klassische Symptome, falls vorhanden, sind Rücken- und Gelenkschmerzen bei statischen Dauerbelastungen (z. B. langes Stehen oder Sitzen), da das lockere Bindegewebe eine erhöhte Muskelarbeit erfordert, die zu Schmerzen führt.
  • Rund 40–70 % der Patient*innen mit Hypermobilität sind von (Sub-)Luxationen des Schultergelenks betroffen.
  • Im Rahmen der körperlichen Untersuchung werden neun Beweglichkeitskriterien von Gelenken (kleine Finger, Daumen, Ellenbogen, Kniegelenke und das Greifen von beiden Handflächen auf den Boden bei gestreckten Knien) bewertet.
  • Zur Diagnose eines hypermobilen Ehlers-Danlos-Syndroms werden weitere Kriterien wie die Dehnbarkeit der Haut, lange und dünne Finger, Leistenbrüche und Schmerzen überprüft.
  • Es wird erfragt, ob andere Familienmitglieder ebenfalls eine Gelenküberbeweglichkeit aufweisen.
  • Bei Verdacht auf ein Ehlers-Danlos- oder Marfan-Syndrom wird ein Gentest durchgeführt, ansonsten sind keine weiteren Untersuchungen notwendig.

Behandlung

  • Die einzige Therapiemöglichkeit der Hypermobilität ist die gezielte Kräftigung der gelenkstabilisierenden Muskulatur mit Bewegungstherapie (z. B. Koordinationstraining). Dabei kommt es vor allem auf die Haltemuskulatur an.
  • Bei akuten Beschwerden sind klassische Schmerzmedikamente kaum wirksam, stattdessen wird ein physikalischer Ansatz u. a. mit Elektrotherapie, autogenem Training, Meditation oder Akupunktur verfolgt.
  • Bei ausgeprägter, symptomatischer Gelenkinstabilität, z. B. wiederholten Schulterluxationen, können gelenkstabilisierende Operationen erfolgen.
  • Bei hEDS werden die dabei auftretenden Begleiterkrankungen mitbehandelt.
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