Chikungunya-Viruskrankheit

Chikungunya-Viruskrankheit

Dieser Artikel wird Ihnen bereitgestellt von Deximed. Mehr erfahren

Was ist eine Chikungunya-Viruskrankheit?

Definition

Das Chikungunya-Fieber ist eine Viruserkrankung, die durch Stechmücken übertragen wird und Fieber und Gelenkschmerzen verursacht.

Das Virus wurde erstmals im Jahr 1953 nach einem Ausbruch in Tansania isoliert. Der Name kommt aus der Swahili-Sprache und bedeutet „gebückt sein“ – ein Hinweis auf die starken Gelenkbeschwerden, die auftreten können.

Symptome

Die häufigsten Symptome sind plötzlich ansteigendes Fieber und ausgeprägte Gelenkschmerzen, die über Monate oder Jahre andauern können. Meist sind die Fuß- und Handgelenke betroffen.

Kopfschmerzen, Bindehautentzündung und Muskelschmerzen sind ebenfalls häufige Beschwerden. Manchmal treten Gelenkschwellungen und Hautausschläge auf, die nach dem Abklingen bräunliche Hautflecken hinterlassen.

Bei manchen Patient*innen geht die Krankheit mit leichten Beschwerden einher, aber auch schwere Verläufe sind möglich.

Die Inkubationszeit, d. h. die Zeitspanne zwischen der Infektion und den ersten Krankheitssymptomen, beträgt 2–12 Tage, in der Regel 4–8 Tage.

Die Dauer der akuten Erkrankung beträgt normalerweise 3–10 Tage.

Schwangerschaft

Schwangere Patientinnen sind anfälliger für einen schweren Krankheitsverlauf mit Komplikationen.

Während der Geburt kann die Erkrankung auf das Neugeborene übertragen werden.

Ursachen

Die Erkrankung wird durch das Chikungunya-Virus verursacht, das durch Mückenstiche auf den Menschen übertragen wird. Diese Mücken stechen vor allem tagsüber und können auch das Dengue-Fieber, das Gelbfieber und das Zikavirus übertragen.

Eine Virusübertragung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich.

Häufigkeit

Die Erkrankung tritt vor allem in den wärmeren Regionen Afrikas, in Indien, Südostasien, in der Karibik und in Südamerika auf.

Seit 2004 gab es größere und andauernde Ausbrüche in Regionen Afrikas und Asiens; es wird geschätzt, dass mehr als 2 Mio. Menschen infiziert wurden.

Durch Reisende treten in Deutschland immer wieder Chikungunya-Fälle auf. Im Jahr 2019 wurden in Deutschland 88 importierte Chikungunya-Infektionen gemeldet, in den meisten Fällen fand die Ansteckung wahrscheinlich in Thailand statt.

Auch in Deutschland sind zur Übertragung geeignete Mückenarten beheimatet, bisher wurde aber kein Fall einer Infektion innerhalb Deutschlands gemeldet.

Untersuchungen

Wenn Sie sich vor Kurzem in einem Gebiet aufgehalten haben, in dem die virustragenden Mücken verbreitet sind, und wenn Sie unter den beschriebenen Symptomen leiden, können diese Informationen für Ihre Ärztin oder Ihren Arzt Hinweise auf das Chikungunya-Fieber sein.

Eine Blutuntersuchung (Nachweis von Antikörpern im Serum) kann den Verdacht bestätigen. Die Antikörper können ab ca. 5 Tagen nach Einsetzen der Symptome nachgewiesen werden und bis zu 12 Wochen lang vorhanden sein.

Zum Nachweis der Virusinfektion wird ein Speziallabor empfohlen, z. B. das Nationale Referenzzentrum für tropische Infektionserreger am Bernhard-Nocht-Institut in Hamburg.

Behandlung

Gegen das Virus selbst gibt es kein wirksames Medikament, aber die Beschwerden können gelindert werden.

Die Erkrankung ist selbstlimitierend, heilt also von alleine wieder ab.

Autorin

  • Ulrike Boos, Redakteurin von Deximed, Freiburg

Quellen

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Chikungunya-Viruskrankheit. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

  1. World Health Organisation. Chikungunya Fact Sheet, 2022, online abgegrufen am 20.2.2023. www.who.int
  2. Robert Koch-Institut. Chikungunya-Fieber. In: Steckbriefe seltener und importierter Infektionskrankheiten. RKI, Stand 2011. www.rki.de
  3. Robert Koch-Institut (RKI), Epidemiologisches Bulletin 2020. www.rki.de
  4. Natesan SK. Chikungunya Virus. Medscape. August 2015. emedicine.medscape.com
  5. Centers for Disease Control and Prevention. Chikungunya Virus. 2022 www.cdc.gov
  6. Sigmund-Schulze N. Reiseimpfungen: Chikungunya-Vakzine induziert hohe Titer protektiver Antikörper und ist sicher Dtsch Arztebl 2023; 120(29-30): A-1274 / B-1093. cms.deximed.de
  7. Gerardin P, Couderc T, Bintner M, et al. Chikungunya virus - associated encephalitis. A cohort study on La Réunion Island, 2005-2009. Neurology, 2016 Jan 5;86(1):94-102. www.ncbi.nlm.nih.gov
Logo von Deximed

Dieser Artikel wird Ihnen bereitgestellt von Deximed.
Lesen Sie hier den vollständigen Originalartikel.

Die Inhalte auf team-praxis.de stellen keine Empfehlung bzw. Bewerbung der beschriebenen Methoden, Behandlungen oder Arzneimittel dar. Sie ersetzen nicht die fachliche Beratung durch eine*n Ärzt*in oder Apotheker*in und dürfen nicht als Grundlage für eine eigenständige Diagnose und Behandlung verwendet werden. Konsultieren Sie bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden immer Ihre Ärztin oder Ihren Arzt!
Lesen Sie dazu mehr in unseren Haftungshinweisen.

In unserer Gesundheitsdatenbank suchen

Inhaltsverzeichnis anzeigen

Wissenswertes aus den hausärztlichen Praxen

Stopp
Gesundheit
Wissen, wann genug ist

Über Suchterkrankungen sprechen die meisten Menschen nicht gern.


Zum Beitrag
Heuschnupfen
Gesundheit
Juckende Augen und triefende Nasen: Hilfe bei Heuschnupfen

Leichte Symptome lassen sich oft durch einfache Maßnahmen lindern.


Zum Beitrag
Frau mit Hitzewallung
Gesundheit
Sind das die Wechseljahre?

Warum die Wechseljahre auch in der hausärztlichen Praxis Thema sind


Zum Beitrag

Kontaktieren Sie uns

Haben Sie Fragen zu den hausärztlichen Praxen?fragen@team-praxis.de

Zum Kontaktformular

Haben Sie Fragen zum Hausarztprogramm?hausarztprogramm@team-praxis.de

Zum Kontaktformular

Möchten Sie eine detaillierte Beratung zum Programm?Dann rufen Sie uns an.

Jetzt anrufen
TeamPraxisHausärtzinnen- und Hausärzteverband

TeamPraxis ist das Portal der hausärztlichen Praxen in Deutschland. Denn Gesundheit ist Teamsache.

Sie sind Ärzt*in und haben Interesse am Hausarztprogramm?
Informieren Sie sich unter www.hzv.de.