Dengue-Fieber

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Was ist das Dengue-Fieber?

Definition

Das Dengue-Fieber ist eine Tropenkrankheit, die von Tigermücken übertragen wird. Nicht immer kommt es zu Symptomen. Der schwerste Verlauf ist das seltene hämorrhagische Dengue-Fieber.

Dengue, Ausbreitung: Amerika
Dengue, Ausbreitung: Amerika
Dengue, Ausbreitung: Afrika, Asien, Australien
Dengue, Ausbreitung: Afrika, Asien, Australien

Symptome

Symptome treten in 25 % der Fälle auf. Ungefähr 4–7 Tage nach dem Stich zeigt sich das Dengue-Fieber plötzlich mit Fieber, Schüttelfrost und Kopfschmerzen. Das Gesicht rötet sich, und die Lymphknoten können anschwellen. Anders als bei einem grippalen Infekt fehlen in der Regel Halsschmerzen und Husten.

Das Dengue-Fieber kann starke Schmerzen in den Armen und Beinen auslösen, auch starke Rückenschmerzen sind häufig. Dazu kommt ein Kopfschmerz, der hinter den Augen zu sitzen scheint. Wegen dieser Schmerzen nennt man das Dengue-Fieber manchmal „Knochenbrecherfieber”. Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren leiden nicht immer unter Schmerzen.

Es entsteht ein masern- oder scharlachartiger Hautausschlag. Auch Juckreiz und Schuppen können auftreten. Gelegentlich kommt es zu punktförmigen Blutungen in der Haut, weil das Virus die Bildung der Blutplättchen stört, die das Blut gerinnen lassen. 

Die Erkrankung dauert selten länger als 1 Woche. Danach leiden Betroffene aber oft noch lange unter Erschöpfung, manchmal auch unter Haarausfall oder einer depressiven Verstimmung.Ein Haarausfall tritt meist 2 Monate später ein und hält etwa 1 Monat lang an.

Wenn man schon einmal am Dengue-Fieber erkrankt ist und zum zweiten Mal angesteckt wird, besteht eine höhere Wahrscheinlichkeit für einen schweren Verlauf: Das hämorrhagische Dengue-Fieber. Das Wort „Hämo” bedeutet „Blut” und „Rhagie” bedeutet „Aufbrechen”. Die kritische Phase des hämorrhagischen Dengue-Fiebers tritt ein, wenn die Körpertemperatur nach 3–4 Tagen wieder sinkt. Es werden Blutgefäße beschädigt und Flüssigkeit tritt aus – die Beine schwellen an, der Bauch wölbt sich vor und der Blutdruck sinkt. Es kommt zu fleckigen Hautblutungen. Selten entstehen innere Blutungen – man bemerkt Blut im Stuhl oder erbricht es sogar.  Das hämorrhagische Dengue-Fieber muss im Krankenhaus behandelt werden, ist jedoch selten.

Ursachen

Tigermücken übertragen das Denguevirus, indem sie zuerst einen infizierten Menschen oder Affen befallen und dann eine Person stechen. Die Tigermücke lebt nicht nur in ländlichen Gegenden, sondern fühlt sich auch in schattigen Innenräumen ausgesprochen wohl, also in der direkten Umgebung von Menschen. Sie ist schwarz-weiß gestreift und sticht – im Gegensatz zur Malaria-Mücke – gerne tagsüber. Der Stich ist schmerzlos und juckt. Ein Stich der Malaria-Mücke juckt dagegen selten.

Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich. Man kann sich also nicht durch Kontakt zu einer erkrankten Person anstecken, sondern nur durch einen Mückenstich.

Tigermücke (Aedes aegypti)
Tigermücke (Aedes aegypti)

Häufigkeit

Reisende aus Westeuropa infizieren sich meistens in Süd- und Ostasien, in Lateinamerika und Südamerika. Auch in Afrika ist eine Infektion möglich. Das Dengue-Fieber ist eine der häufigsten tropischen Erkrankungen, die in Deutschland diagnostiziert wird und kommt in mehr als 100 tropischen Ländern vor.

Das hämorrhagische Dengue-Fieber betrifft meistens Kinder. Erwachsene erkranken weniger oft. Hämorrhagisches Dengue-Fieber bei Tourist*innen wird nur sehr selten beschrieben.

Wegen der globalen Erwärmung scheint eine Ausbreitung von Tigermücken nach Deutschland möglich. Bisher ist ist aber noch keine Übertragung in Deutschland bekannt.

Untersuchungen

In der Hausarztpraxis

Wenn Sie nach einer Fernreise an grippeartigen Symptomen, Gesichtsrötung und einem Hautausschlag leiden, sind dies Hinweise auf das Dengue-Fieber. Dazu kommen Fieber und starke Schmerzen, aber kein Husten. Gepunktete bis fleckige Hautblutungen sind möglich. Bei schwerem Verlauf können Beine und Bauch anschwellen.

Ihnen wird Blut abgenommen. Im Blut findet sich oft ein Mangel an Leukozyten (weiße Blutkörperchen) und Thrombozyten (Blutplättchen), die für die Blutgerinnung verantwortlich sind. Dies ist der Grund für die Blutungen.

Bei Spezialist*innen

In der Regel sollten Sie eine sofortige Überweisung erhalten – entweder zu Tropenmediziner*innen oder zu Infektiolog*innen.

Zu Beginn der Erkrankung lassen sich im Blut oft Bestandteile des Virus finden (PCR). Nach einigen Tagen lassen sich Antikörper gegen das Dengue-Virus im Blut, auch mittels Schnelltest, nachweisen.

Behandlung

Bei Bedarf können Sie eine Infusion mit Flüssigkeit erhalten, um Ihren Blutdruck zu stabilisieren. Außerdem können Fieber und Schmerzen mit Paracetamol gelindert werden – gängige Schmerzmittel mit dem Wirkstoff ASS sollten Sie jedoch auf keinen Fall einnehmen, weil diese das Blutungsrisiko erhöhen!

Das hämorrhagische Dengue-Fieber wird im Krankenhaus behandelt. Wenn nötig, erhalten Sie bei starken Blutungen eine Bluttransfusion.

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