Zikavirus-Infektion

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Was ist eine Zikavirus-Infektion?

Definition

Die Zikavirus-Infektion ist eine durch das Zikavirus verursachte Viruskrankheit. Sie wird durch die Mückenarten Aedes aegypti (Gelbfiebermücke) und Aedes albopictus (Asiatische Tigermücke) übertragen.

Symptome 

Die Infektion macht sich durch Hautausschlag, Kopf-, Gelenk- und Muskelschmerzen sowie eine nicht-eitrige Bindehautentzündung bemerkbar. Häufig tritt ein fleckig-knotiger Hautausschlag auf, der etwa 6 Tage anhält. Zudem kann über wenige Tage leichtes Fieber um die 38 °C bestehen.

Die Akutsymptome treten 3–12 Tage (meist 3–7 Tage) nach einem infektiösen Mückenstich auf und halten bis zu einer Woche an. Vermutlich verläuft ein großer Anteil der Infektionen (60–80 %) ohne Symptome.

Ursachen

Das Zikavirus wird durch Stiche der Mückenarten Aedes aegypti und Aedes albopictus übertragen. Die Aedes-Mücke pflanzt sich in künstlichen, kleinen Wasserreservoirs fort, die sich z. B. in Altreifen, Blechdosen usw. bilden. Sie lebt die meiste Zeit in Innenräumen in städtischen Gebieten und sticht vor allem tagsüber.

Das Virus kann bei schwangeren Frauen auf das ungeborene Kind übertragen werden, zudem ist eine Übertragung durch Geschlechtsverkehr möglich. Eine Infektion durch Blutübertragung ist wahrscheinlich, aber bisher nicht nachgewiesen.

Häufigkeit

  • Zikavirus-Infektionen wurden bislang in Afrika, Südostasien, auf Inseln im Pazifik, in Süd- und Mittelamerika und auf karibischen Inseln nachgewiesen.
  • In Süd- und Mittelamerika breitete sich das Virus 2015–2016 epidemisch aus.
  • In Deutschland wurden 2020 nur 6 Zikavirus-Infektionen gemeldet.

Untersuchungen

  • Die Erkrankung muss von anderen Infektionskrankheiten unterschieden werden. Die Symptome einer akuten Zikavirus-Infektion werden im Vergleich zu anderen Virusinfektionen wie Dengue- und Chikungunya-Virus-Infektionen als milder beschrieben.
  • Das Virus kann zu Beginn der Infektion im Blut oder Urin durch PCR nachgewiesen werden.
  • Ab dem 8. Tag nach Symptombeginn können Antikörper im Blut gemessen werden. IgM-Antikörper können bis zu 12 Wochen erhöht bleiben.
  • Schwangere sollten engmaschig gynäkologisch untersucht werden, um evtl. Entwicklungsstörungen beim ungeborenen Kind frühzeitig erkennen zu können.

Behandlung

  • Die Behandlung zielt darauf ab, die Symptome der Betroffenen zu lindern.
  • Es existieren weder Impfstoffe noch eine virusspezifische Therapie.
  • Die Vorbeugung beruht auf der Vermeidung von Mückenstichen und somit der Infektion. Es ist zu beachten, dass Aedes-Mücken auch tagsüber stechen.

Autorin

  • Martina Bujard, Wissenschaftsjournalistin, Wiesbaden

Quellen

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Zikavirus-Infektion. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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