Bronchiektasen
Bronchiektasen
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Was sind Bronchiektasen?
Definition
Bronchiektasen sind dauerhafte Erweiterungen der mittelgroßen Atemwege (Bronchien) in der Lunge. Die Bronchialwand ist entzündet und verdickt. Die Veränderungen können auf einen Lungenlappen oder ein Lungensegment begrenzt sein oder verstreut in einem oder beiden Lungenflügeln vorkommen. Sie sind meist Folge einer chronischen Lungenerkrankung.
Symptome
Typische Symptome sind chronischer Husten und großvolumiger, schleimiger Auswurf, der aufgrund einer bakteriellen Infektion oft gelb und übelriechend ist. Es können aber auch Reizhusten oder blutiger Auswurf auftreten. Weitere mögliche Symptome sind Atemnot, Brustschmerzen, Abgeschlagenheit und Gewichtsverlust. Während akuter Verschlimmerungen (Exazerbationen) kann auch Fieber auftreten. Manchmal zeigen sich Veränderungen an den Fingern (sog. Trommelschlegelfinger) aufgrund eines chronischen Sauerstoffmangels.
Ursachen
Verschiedene Erkrankungen können zu einer Entzündungsreaktion in den Bronchien führen. Dadurch wird die Schleimhaut der Bronchien geschädigt. Schleim und Bakterien können nicht mehr so gut abtransportiert werden. Die Bronchialwand wird zunehmend geschädigt und buchtet sich aus.
Bronchiektasen sind häufig Folge einer chronischen Lungenerkrankung. Bei bis zu 50 % der Betroffenen lässt sich jedoch keine Grunderkrankung als Ursache feststellen.
Häufige Grunderkrankungen
- Mukoviszidose ist in Deutschland heute wahrscheinlich die häufigste Ursache für Bronchiektasen bei jüngeren Personen. Es handelt sich dabei um eine angeborene Erkrankung, bei der u. a. sehr zäher Schleim in den Lungen produziert wird, der nur schwer aus den Bronchien abtransportiert werden kann.
- Andere seltenere Erbkrankheiten
- Infektionen und Lungenentzündung (heutzutage seltene Ursache aufgrund von Impfungen und besseren Behandlungsmöglichkeiten)
- Chronische Bronchitis (COPD)
- Verschiedene entzündliche Lungenerkrankungen
- Lungenkrebs
- Immunschwäche (z. B. HIV)
Häufigkeit
Die Häufigkeit der Erkrankung ist unklar. Sie wird in Deutschland vermutlich zu selten diagnostiziert. Bronchiektasen treten häufiger bei Frauen und in fortgeschrittenem Alter auf.
Untersuchungen
- Bei den o. g. typischen Symptomen besteht der Verdacht einer Erkrankung.
- Bei der ärztlichen Untersuchung wird der Brustkorb abgehört. Häufig sind feuchte Rasselgeräusche zu hören.
- Die Lungenfunktion wird mittels Spirometrie überprüft.
- Blutuntersuchungen können Hinweise auf mögliche Grunderkrankungen geben.
- Im Röntgenbild können Veränderungen sichtbar sein. Kleinere Bronchiektasen werden jedoch häufig nicht entdeckt.
- Die Computertomografie der Lunge ist bei der Diagnose die wichtigste Untersuchung.
- Der Auswurf (Sputum) wird untersucht, um auslösende Krankheitserreger zu identifizieren.
- In manchen Fällen wird eine Bronchoskopie durchgeführt, bei der die unteren Atemwege mithilfe eines Bronchoskops betrachtet werden.
Behandlung
- Ziel der Therapie ist es, die Lungenfunktion zu verbessern, Beschwerden zu lindern und Verschlimmerungen vorzubeugen.
- Eine evtl. zugrunde liegende Erkrankung sollte behandelt werden.
Physiotherapie
- Mit speziellen Übungen kann ein besserer Abfluss des Schleims gefördert werden.
- Der Schleimabfluss kann auch durch Inhalation mit 7-prozentiger Kochsalzlösung unterstützt werden.
- Atemübungen helfen, die Atmung zu verbessern.
Medikamente
- Um den Abtransport des Schleims zu erleichtern, können Hustenlöser eingenommen werden.
- Wenn es Anzeichen einer Verengung (Obstruktion) der Atemwege gibt, werden Medikamente zur Erweiterung der Atemwege angewendet.
- Infektionen und Verschlimmerungen (Exazerbationen) werden mit Antibiotika behandelt. Die Antibiotika werden gezielt ausgewählt und über 14 Tage verabreicht. In schweren Fällen erfolgt die Behandlung im Krankenhaus.
- Antibiotika können auch vorbeugend eingesetzt werden. Bei mehr als 3 Exazerbationen wird eine Langzeit-Antibiotikatherapie empfohlen.
Operation
- In manchen Fällen ist auch ein chirurgischer Eingriff möglich, bei dem Lungenabschnitte mit Bronchiektasen entfernt werden. Dies setzt allerdings voraus, dass die Schädigung gering und räumlich begrenzt ist.
- Bei weit fortgeschrittener Erkrankung kann eine Lungentransplantation erwogen werden, wenn andere Maßnahmen nicht helfen.
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