Vorzeitige Plazentalösung

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Was ist eine vorzeitige Plazentalösung?

Definition

Die Plazenta (Mutterkuchen) besteht aus einem mütterlichen und einem fötalen (kindlichen) Anteil und versorgt das Kind im Mutterleib mit Sauerstoff und Nährstoffen. Bei der vorzeitigen Plazentalösung (Abruptio placentae) kommt es zu einem Einreißen von mütterlichen Gefäßen in der Gebärmutter am Ansatz der Plazenta. Es entsteht eine Blutung, die sich unter die Plazenta wühlt und diese von der Gebärmutter abtrennt. Der Fötus wird damit ganz oder teilweise von der Nährstoff- und Sauerstoffzufuhr abgeschnitten.

Die Erkrankung tritt typischerweise in oder nach der 20. Schwangerschaftswoche auf, oft erst in der Spätschwangerschaft.

Symptome

Bei einer Plazentalösung kann es zu plötzlich einsetzenden Bauchschmerzen kommen, die teilweise in den Rücken ausstrahlen, meist handelt es sich um Dauerschmerzen. Die Schmerzen können leicht bis sehr stark sein. Bei einer schweren Plazentalösung treten üblicherweise heftige anhaltende Bauchschmerzen auf. Der Bauch verhärtet sich und ist bei Berührung äußerst schmerzempfindlich.

Eine vaginale Blutung ist ebenfalls sehr häufig, muss aber nicht auftreten. Auch ohne Blutung kann eine Plazentalösung vorliegen.  Eine schwache Blutung kann besonders bei einer Ablösung im zentralen Bereich der Plazenta auftreten, die sehr gefährlich ist. Bei starker Blutung kann es zu Kreislaufproblemen bei der Mutter bis hin zum Schock durch Blutverlust kommen.

In 10–20 % der Fälle sind aber auch vorzeitige Wehen das einzige Symptom.

Ursachen

Da die Plazenta durch eine Blutung aus mütterlichen Gefäßen abgelöst wird, gelten Krankheiten, die die mütterlichen Gefäße schädigen können, als Risikofaktoren:

  • Diabetes mellitus
  • Bluthochdruck
  • Frühere Operationen der Gebärmutter (auch nach Kaiserschnitt bei früherer Geburt)
  • Frühere Plazentaablösungen
  • Mehrlingsschwangerschaften
  • Zu starke Vermehrung des Fruchtwassers (Polyhydramnion)
  • Präeklampsie (Bluthochdruck zusammen mit einer erhöhten Eiweißausscheidung im Urin im 2. oder 3. Schwangerschaftsdrittel)
  • Alter der Mutter über 35 Jahre
  • Rauchen oder Kokainkonsum

Weitere Risikofaktoren, die unabhängig sind von den Gefäßen der Plazenta:

  • Zu kurze Nabelschnur
  • Verletzung durch Verkehrsunfall oder Sturz. Nach einem Unfall entwickelt sich die Plazentalösung meist innerhalb von 24 Stunden nach dem Ereignis.
  • Schnelle Druckverschiebung in der Gebärmutter nach der Geburt des ersten Kindes bei Zwillingen

Häufigkeit

Die Angaben schwanken zwischen 0,2–2,6 % aller Geburten insgesamt. Die Plazentalösung zählt zu den häufigsten Ursachen von Neugeborenen-Sterblichkeit bei der Geburt.

Untersuchungen

Bei Verdacht auf eine Plazentalösung wird in der hausärztlichen oder gynäkologischen Praxis sofort eine notfallmäßige Klinikeinweisung veranlasst, möglichst in ein Krankenhaus mit Neugeborenen-Intensivstation. Falls vor Eintreffen des Rettungsdienstes zeitlich noch möglich, werden Blutdruck und Puls überprüft und eventuell eine Venenkanüle gelegt, um schnell Medikamente geben zu können.

Falls möglich, wird nach dem bisherigen Ablauf der Schwangerschaft, Vorerkrankungen und Medikamenteneinnahme gefragt. Der Bauch wird abgetastet. In der gynäkologischen Praxis kann evtl. ein CTG (Herztonwehenschreibung, Kontrolle des fötalen Herzschlags) angefertigt werden.

Behandlung

Die Behandlung hängt vom Ausmaß der Plazentalösung ab. Bei gefährlichen Veränderungen der kindlichen Herzfrequenz oder Gefährdung der Mutter wird ein Notkaiserschnitt (Sectio) durchgeführt.

Bei unauffälligem Herzschlag des Kindes und gutem Zustand der Mutter kann man im Krankenhaus unter Beobachtung die weitere Entwicklung abwarten. Eventuell können Medikamente gegeben werden, um die Lungenreifung beim ungeborenen Kind zu beschleunigen.

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