Übelkeit und Erbrechen, Palliativmedizin

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Was ist palliative Behandlung von Übelkeit und Erbrechen?

Definition

Bei Patient*innen mit nicht heilbaren Erkrankungen und geringer Lebenserwartung besteht das Behandlungsziel in einer Verbesserung der Lebensqualität sowie der Linderung von Beschwerden (Palliativtherapie1). Dies gilt vor allem für an Krebs erkrankte Patient*innen. Entsprechende Behandlungsprinzipien gelten aber auch in anderen Fällen, wie beispielsweise bei Vorliegen einer fortgeschrittenen neurodegenerativen Erkrankung sowie schweren Herz- und Lungenkrankheiten.

Symptome

Viele Krebspatient*innen leiden unter Beschwerden des Magen-Darm-Trakts. Die häufigsten Symptome sind Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung und Mundtrockenheit.

Ursachen

Übelkeit und Erbrechen können zahlreiche unterschiedliche Ursachen haben. Zum einen kann der Tumor selbst Auslöser sein, beispielsweise bei Magenkrebs, Tumoren im Gehirn oder Ausbreitung auf die Leber. Die Beschwerden können aber auch indirekt durch die Krebserkrankung verursacht werden, z. B. infolge von Stoffwechselveränderungen, Verstopfung, Gewichtsverlust und Schwäche, Infektionen, Immobilisierung oder durch ein sog. paraneoplastisches Syndrom (der Tumor produziert verschiedene Substanzen mit Auswirkung auf den Körper).

Eine häufige Ursache stellt die medikamentöse Behandlung dar, insbesondere bei Verwendung starker Schmerzmittel vom Opioidtyp. Diese Medikamente verzögern die Magenentleerung und können Verstopfung nach sich ziehen. Andere Medikamente, die Übelkeit verursachen können, sind u. a. entzündungshemmende Medikamente (NSAR), Antibiotika, Antidepressiva und Medikamente im Rahmen einer Chemotherapie.

Manchmal wird die Übelkeit auch durch eine andere Grunderkrankung verursacht. Psychische Erkrankungen wie Angst und Depression können ebenfalls mit Übelkeit einhergehen.

Krebspatient*innen können unter mehreren Arten von Übelkeit gleichzeitig leiden. Deshalb kommt häufig eine Kombinationstherapie mit verschiedenen Medikamenten zur Linderung der Übelkeit sowie weiteren Maßnahmen zum Einsatz.

Häufigkeit

Etwa 10–70 % der Patient*innen mit einer fortgeschrittenen Krebserkrankung leiden in mehr oder weniger schwerem Ausmaß an Übelkeit. Bei etwa 10–40 % der Betroffenen kommt es zusätzlich zu Erbrechen.

Untersuchungen

  • Die wahrscheinlichsten Ursachen von Übelkeit und/oder Erbrechen sollten ermittelt werden.
  • Häufigkeit und Schweregrad der Symptome werden erfasst, evtl. mithilfe von Fragebögen.
  • Mundhöhle, Bauch und ggf. Enddarm der Patient*innen werden untersucht.
  • Unter Umständen sind Blutuntersuchungen zur Kontrolle des Blutbildes, der Leber- und Nierenfunktion angezeigt.
  • Weitere Untersuchungen können nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiken erfolgen.

Behandlung

  • Ziel der Therapie ist, Beschwerden zu lindern und vorzubeugen.
  • Medikamente, die Übelkeit verursachen können, sollten möglichst abgesetzt werden.

Medikamentöse Therapie

  • Die Wahl des Medikaments richtet sich nach der Ursache für die Übelkeit.
  • Bei anhaltendem Erbrechen können die Wirkstoffe auch als Infusion oder Zäpfchen verabreicht werden.
  • Bei allgemeiner Übelkeit wird häufig Metoclopramid gegeben.
  • Eine mögliche Alternative sind Antipsychotika, die eine ähnliche Wirkung haben.
  • Antihistaminika (z. B. Dimenhydrinat) oder Anticholinergika werden vor allem eingesetzt, wenn die Beschwerden mit Bewegung in Zusammenhang stehen.
  • Dexamethason kann zur Linderung von Übelkeit und Erbrechen bei erhöhtem Hirndruck durch Hirnmetastasen eingesetzt werden.
  • Serotonin-Rezeptor-Antagonisten (Setrone) erweisen sich häufig als wirksam und sollten insbesondere bei durch Chemo- oder Strahlentherapie verursachter Übelkeit in Betracht gezogen werden.
  • Bei Patient*innen, die zusätzlich unter Angst und Unruhe leiden, können Benzodiazepine angewendet werden.
  • Wenn die Wirkung nicht ausreicht, können verschiedene Wirkstoffe kombiniert werden.
  • Wenn andere Medikamente nicht wirken, können auch Cannabinoide verschrieben werden.

Opioidinduzierte Übelkeit

Übelkeit ist eine häufige Nebenwirkung bei der Anwendung von Opioiden. Aus diesem Grund sollten vor Beginn einer Opioid-Behandlung vorbeugende Maßnahmen in Betracht gezogen werden. Bei manchen Patient*innen klingt die Übelkeit nach 3–5 Tagen ab. Andernfalls kann ein Wechsel des Opioids erwogen werden. Mit Dopaminantagonisten (z. B. Metoclopramid) kann häufig eine wirksame Linderung erzielt werden.

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