Sonne und Sonnenschutz

Sonne und Sonnenschutz

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Was sind UVB- und UVA-Strahlen?

Sonne gibt neben Wärme und Licht auch ultraviolette (UV) Strahlen ab, die für das menschliche Auge nicht sichtbar sind. Die langwelligen UV-A-Strahlen erreichen ungehindert den Erdboden und dringen tief in die Haut ein. Sie schädigen Kollagen und elastische Fasern und führen so zur Lichtalterung der Haut. Außerdem können sie Sonnenekzeme verursachen.

Die kurzwelligen UV-B-Strahlen werden zum Teil von der Ozonschicht gefiltert, in der Regel durchdringen etwa 10 % der Strahlen die Atmosphäre. Sie wirken in den oberen Hautschichten und können Sonnenbrand hervorrufen. Dieser gleicht einer Verbrennung der Haut. Helle Hauttypen sind besonders empfänglich für Sonnenbrand.

Zusätzlich erhöht übermäßiges Sonnenbaden das Risiko für Hautkrebs.

Mehrere Medikamente können die Fotosensibilität, d. h. die Empfindlichkeit gegenüber UV-Strahlung, erhöhen.

Wie können Sie sich schützen?

  • Um Sonnenbrand zu vermeiden, sollten Sie in erster Linie beim Sonnenbaden Vorsicht walten lassen. Schützen Sie die Haut mit Kleidung und einem Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor und einem UVA-/UVB-Filter. Denken Sie daran, Sonnenschutzmittel richtig und reichlich zu benutzen!
  • Sonnenschutzmittel werden während des Tages abgebaut; die Creme sollte daher wiederholt aufgetragen werden. Auch beim Baden kann die Sonnenschutzcreme abgewaschen werden. Hier empfehlen sich wasserfeste Sonnenschutzmittel, aber nach langem Aufenthalt im Wasser lässt auch bei diesen der Lichtschutzfaktor nach.
  • Am besten lässt sich die UV-Strahlung reduzieren, wenn Sie sich der Sonne in den Stunden vor und nach ihrem Höchststand (d. h. im Sommer etwa von 11.00 bis 15.00 Uhr) fernhalten.
  • Halten Sie sich möglichst im Schatten auf.
  • Tragen Sie lange Kleidung und eine Kopfbedeckung. UV-Strahlen können aber dünne Stoffe durchdringen.
  • Es ist besonders wichtig, Kinder zu schützen, da die ersten Lebensjahre für die Entwicklung von Strahlenschäden ausschlaggebend zu sein scheinen.

Sonnenschutzmittel

Lichtschutzfaktor

Sonnenschutzmittel enthalten chemische Filter, die UV-Strahlen absorbieren, und können außerdem physikalische Blocker beinhalten, die die Strahlung reflektieren. Physikalische Blocker sind Mikropartikel und Mikropigmente wie Titanoxid und Zinkoxid. Die Wirksamkeit des Produkts wird als Lichtschutzfaktor angegeben. Der Faktor gibt an, wie viel Mal länger die Haut unter Anwendung des Mittels, verglichen mit ungeschützter Haut, der Strahlung ausgesetzt werden kann, bevor Rötungen auftreten. In der Regel wird dabei der UVB-Faktor aufgeführt.

Sonnenschutzmittel richtig anwenden

Häufig wird die Sonnencreme sparsamer angewendet als empfohlen, wodurch die tatsächliche Wirksamkeit geringer wird. Außerdem werden einige Sonnenschutzmittel durch die Bestrahlung mit der Zeit abgebaut. Wenn zu selten nachgecremt wird, kann die Wirkung geringer als erwartet ausfallen.

Viele Sonnencremes bieten einen unzureichenden Schutz vor UV-A-Strahlen, und der UVA-Faktor wird häufig nicht angegeben. Achten Sie darauf, Sonnenschutzmittel mit Filter für UV-A- und UV-B-Strahlen zu verwenden.

Chemische Sonnenschutzmittel können bei manchen Personen photoallergische Kontaktekzeme auslösen. In diesem Fall wird empfohlen, zu einer anderen Sonnencreme zu wechseln.

Sonnenschäden

Sonnenbrand

Sonnenbrand ist eine akute Hautschädigung durch UV-Strahlen. Er entspricht einer Verbrennung 1. bis 2. Grades. Die Hautreaktion tritt in der Regel wenige Stunden nach einem ungeschützten, intensiven Sonnenbad auf und erreicht nach 6–24 Stunden ihren Höhepunkt. Die Haut rötet sich, wird warm und schmerzt. Bei schwereren Verbrennungen können sich äußerst schmerzhafte Bläschen bilden. Bei starker Ausprägung sind auch Unwohlsein, Fieber, Übelkeit, Erbrechen, Augenreizung und Kopfschmerzen möglich. Nach einigen Tagen lässt die Rötung nach und die Haut beginnt sich zu schälen.

Weitere Hautveränderungen

Manche Menschen bekommen beim Sonnenbaden ein Sonnenekzem. Dabei entwickelt sich nach dem ersten Aufenthalt in der Sonne im Frühjahr ein juckender Hautausschlag.

Die Sonnenreaktion kann auch durch Arzneimittel ausgelöst werden. Dabei wird unterschieden zwischen Reaktionen, bei denen das Sonnenlicht zu direkten Schäden führt (phototoxische Dermatitis), und solchen, bei denen das Sonnenlicht allergische Reaktionen auslöst (photoallergische Dermatitis).

Was tun bei Sonnenschäden?

  • Gehen Sie aus der Sonne.
  • Bei starkem Juckreiz oder Brennen können Sie ein juckreizstillendes Gel verwenden (z. B. Dimetinden).
  • Bei Schmerzen können rezeptfreie schmerzstillende Medikamente (NSAR) helfen.
  • Auf die verbrannten Hautpartien kann Kortisoncreme aufgetragen werden. In den meisten Fällen ist 0,25 % Hydrocortison-Creme ausreichend.
  • Als wirksame, schmerzlindernde Erste-Hilfe-Maßnahme können Sie feuchte Tücher auf die sonnenverbrannte Haut legen.
  • Wenn bei photoallergischen Reaktionen keine Möglichkeit besteht, den Aufenthalt in der Sonne zu vermeiden, sollte in Erwägung gezogen werden, das allergieauslösende Medikament abzusetzen.
  • Ein großflächiger Sonnenbrand mit Verbrennungen 2. Grades auf über 10–15 % der Körperoberfläche sollte im Krankenhaus behandelt werden.

Autorin

  • Martina Bujard, Wissenschaftsjournalistin, Wiesbaden

Quellen

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Lichtdermatosen. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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