Sexuelle Funktionsstörungen bei Frauen
Sexuelle Funktionsstörungen bei Frauen
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Was sind sexuelle Funktionsstörungen?
Definition
Sexuelle Funktionsstörungen werden in verschiedene Gruppen unterteilt, wie mangelndes Verlangen, mangelnde sexuelle Erregung, Orgasmus-Schwierigkeiten und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr.
Häufig hängen psychische Erkrankungen, Stress und geringe emotionale Intimität zwischen den Partner*innen mit den Funktionsstörungen zusammen.
Symptome
Je nach Art der Funktionsstörung können unterschiedliche Beschwerden auftreten, z. B. geringes sexuelles Verlangen, mangelnde Erregung, unzureichende Befeuchtung der Geschlechtsorgane, ausbleibender Orgasmus oder Schmerzen. Die Symptome müssen in den letzten 6 Monaten bei der Mehrheit der Sexualkontakte (mind. 75 %) aufgetreten sein und mit deutlichem Leidensdruck einhergehen.
Ursachen
Verschiedene Faktoren tragen zur Entstehung von sexuellen Funktionsstörungen bei. Sie kommen häufiger bei Frauen mit Depressionen, Angst oder einem geringen Selbstwertgefühl vor. Auch Missbrauch, traumatische Kindheitserfahrungen und Partnerschaftsprobleme können zu sexuellen Funktionsstörungen führen.
Viele Krankheiten haben einen negativen Einfluss auf die Sexualität, z. B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, neurologische Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Nierenerkrankungen und Krebserkrankungen. Das Gleiche gilt für Erkrankungen der äußeren Geschlechtsorgane, Endometriose und chronische Schmerzen im Becken.
Auch bestimmte Medikamente können sexuelle Funktionsstörungen begünstigen, u. a. Antidepressiva (SSRI), Betablocker, Antiepileptika und bestimmte Schmerzmittel (Opioide). Es ist nicht eindeutig geklärt, welche Auswirkungen hormonelle Verhütungsmittel haben.
Häufigkeit
Laut einer Studie waren rund 46 % der befragten Frauen in den vergangenen 12 Monaten von sexuellen Problemen betroffen. Schwere sexuelle Funktionsstörungen treten schätzungsweise bei 17,5 % der Frauen auf. Am häufigsten ist vermindertes sexuelles Verlangen (6,9 %).
Untersuchungen
- Im ärztlichen Gespräch werden die Beschwerden, evtl. Vorerkrankungen und Lebensumstände erfasst. Idealerweise werden beide Partner*innen befragt.
- Zudem erfolgt eine gynäkologische Untersuchung.
- Um zugrunde liegende Erkrankungen auszuschließen, können ggf. Blutuntersuchungen durchgeführt werden.
- Die Bestimmung von Östrogen oder Testosteron wird nicht empfohlen. In der Regel besteht kein Zusammenhang zwischen Hormonspiegel und sexuellen Funktionsstörungen.
Behandlung
- Die Behandlung richtet sich nach Art und Ursachen der sexuellen Funktionsstörung.
- Eventuelle körperliche Ursachen sollten behandelt werden.
Medikamente
- Bei Frauen in der Menopause mit geringem sexuellem Verlangen oder geringer Erregung kann eine Behandlung mit Testosteron (als Pflaster oder Gel) erwogen werden.
- Der Wirkstoff Sildenafil kann bei Orgasmusstörungen helfen, ist jedoch in Deutschland für Frauen nicht zugelassen.
- Eine Lokalbehandlung mit Östrogen wird bei dünner, trockener Scheidenschleimhaut (vaginale Atrophie), die zu Schmerzen beim Geschlechtsverkehr führt, empfohlen.
- Wenn sexuelle Funktionsstörungen als Nebenwirkung einer Therapie mit Antidepressiva auftreten, sollte die Dosis reduziert oder zu einem anderen Wirkstoff gewechselt werden.
Psychotherapie
- Verschiedene psychotherapeutische Verfahren können angewendet werden, z. B. kognitive Verhaltenstherapie, Sexualtherapie und achtsamkeitsbasierte Therapie.
- Auch eine psychosexuelle Edukation, bei der Wissen über die sexuelle Reaktion der Frau vermittelt wird, kann hilfreich sein.
Weitere Behandlungen
- Bei Beschwerden im Beckenboden wird eine Beckenboden-Physiotherapie empfohlen.
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