Psoriasisarthritis

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Was ist eine Psoriasisarthritis?

Definition

Psoriasisarthritis ist eine Erkrankung mit rheumatischer Gelenkentzündung (Arthritis), die bei Menschen mit der Hautkrankheit Psoriasis (Schuppenflechte) auftritt.

Psoriasisarthritis entwickelt sich meist langsam mit Schwellungen, erhöhter Empfindlichkeit und eingeschränkter Bewegungsfähigkeit in den betroffenen Gelenken. Die meisten Menschen, die an Psoriasisarthritis leiden (80 %) haben bereits die Diagnose Psoriasis, bei 10–20 % tritt die Hauterkrankung nach der Gelenkentzündung oder gleichzeitig auf. Bei den Patient*innen, die zuerst an der Hautkrankheit erkranken, tritt Psoriasisarthritis in der Regel ca. 10 Jahre nach den ersten Anzeichen von Psoriasis auf.

Symptome

Psoriasisarthritis entwickelt sich meist über viele Jahre mit Gelenkschmerzen, Schwellungen, Empfindlichkeit und Bewegungseinschränkung in den betroffenen Gelenken. Darüber hinaus kann es zu Schmerzen an den Ansatzpunkten von Sehnen und Bändern von Händen und Füßen sowie an der Wirbelsäule kommen. Typischerweise tritt die Gelenkentzündung nicht symmetrisch am Körper auf wie bei der rheumatoiden Arthritis. Häufig tritt auch eine Entzündung der äußersten Fingergelenke auf, was bei Arthritis ungewöhnlich ist.

Viele Menschen mit Psoriasisarthritis haben nur leichte Symptome, manche leiden aber auch so sehr darunter, dass ihre Lebensqualität eingeschränkt ist. Bei etwa 20 % der Betroffenen entwickeln sich Funktionsstörungen mit reduzierter Beweglichkeit der Gelenke. Oft besteht eine Entzündung eines ganzen Fingers oder Zehs. Bis zu 30 % der Patient*innen sind von einer solchen Entzündung, die im Volksmund auch „Wurstfinger“ genannt wird, betroffen.

Andere Symptome bei Psoriasisarthritis sind z. B. Nagelveränderungen (u. a. Tüpfelnägel), Hautausschlag, entzündliche Erkrankung der Augen, Fersenschmerzen (Entzündung eines Sehnenansatzes) und Darmbeschwerden.

Ursachen

Die Entstehung der Psoriasisarthritis wird durch eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst. Es wird angenommen, dass das Immunsystem des Körpers zu einer Entzündungsbildung beiträgt. Psoriasisarthritis wird daher zu den Autoimmunerkrankungen gezählt. Vermutlich wird die Krankheit sowohl durch erbliche Veranlagung (genetisch) als auch durch Umwelt- und Immunfaktoren verursacht. Die Erkrankung kann auch durch eine Infektion, Verletzung oder durch mechanische Gelenkbelastung, z. B. bei schwerer körperlicher Arbeit, ausgelöst werden.

Der Verlauf der Krankheit kann stark variieren, und es gibt verschiedene Formen der Psoriasisarthritis. Sie unterscheiden sich unter anderem darin, welche Gelenke hauptsächlich betroffen sind.

Häufigkeit

Psoriasisarthritis kommt gleich häufig bei Frauen und Männern vor. 1–2 % der Bevölkerung haben Psoriasis, von diesen entwickeln bis zu 30 % eine Psoriasisarthritis. Die Krankheit beginnt in der Regel zwischen dem 30. und 55. Lebensjahr.

Untersuchungen

  • Es gibt keine spezifischen diagnostischen Tests für die Psoriasisarthritis.
  • Bei der ärztlichen Untersuchung wird auf die typischen Muster der Gelenkveränderungen geachtet, die bei Psoriasisarthritis auftreten.
  • Wichtig ist, dass Sie Ihre/n Ärzt*in informieren, wenn Sie Hautveränderungen haben oder hatten, die auf eine Psoriasis (Schuppenflechte) zurückgeführt werden könnten.
  • Typisch für Arthritis bei Psoriasis ist, dass die Blutuntersuchungen keine spezifischen Veränderungen aufzeigen. Entzündungsmarker wie BSG und CRP können Auskunft darüber geben, wie stark die Entzündung ist.
  • Röntgenaufnahmen der betroffenen Gelenke können typische Befunde liefern, jedoch lässt sich nicht immer mit Röntgenaufnahmen eine sichere Diagnose stellen.
  • Im Frühstadium können entzündliche Gelenk- und Sehnenveränderungen im Ultraschall sichtbar sein.
  • Falls erforderlich, können MRT-Bilder erstellt werden, die zusätzliche Informationen liefern.

Behandlung

  • Behandlungsziele sind die Linderung von Schmerzen und anderen Beschwerden, eine Reduzierung der Krankheitsaktivität sowie die Erhaltung einer möglichst guten Funktionsfähigkeit und Lebensqualität.
  • In der Regel besteht ein gewisser Zusammenhang zwischen der Aktivität der Hauterkrankung und der Gelenkerkrankung, und die effektive Behandlung der einen Krankheit wird sich auch günstig auf die andere auswirken.

Medikamente

  • NSAR (nichtsteroidale Antirheumatika) sind die erste Wahl bei den Medikamenten. Sie bieten Schmerzlinderung und wirken entzündungshemmend. Eine Behandlung mit NSAR kann unter hausärztlicher Betreuung durchgeführt werden.
  • Zusätzlich können Kortisoninjektionen in die betroffenen Gelenke erwogen werden.
  • Sollten NSAR keine zufriedenstellende Wirkung zeigen, werden andere Basistherapeutika (DMARD) wie Methotrexat oder immunsuppressive Medikamente eingesetzt.
  • Bei nicht ausreichender Besserung der Beschwerden können schließlich sogenannte Biologika (z. B. TNF-alpha­-Inhibitoren) angewandt werden.
  • Diese Medikamente sollen nur von Fachärzt*innen für Rheumatologie verschrieben werden. Es wird daher empfohlen, dass Patient*innen mit Psoriasisarthritis frühzeitig eine Facharztpraxis aufsuchen.
  • Zudem werden regelmäßige Kontrolluntersuchungen empfohlen.
  • In seltenen Fällen kann eine operative Therapie nötig sein.
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