Oberarmfraktur (Humerusschaftfraktur)

Oberarmfraktur (Humerusschaftfraktur)

Dieser Artikel wird Ihnen bereitgestellt von Deximed. Mehr erfahren

Was ist eine Oberarmfraktur?

Definition

Es handelt sich um einen Bruch des Schaftes des Oberarmknochens (Humerus). Der Humerus ist ein langer Röhrenknochen. Sein oberes Ende nennt man Kopf, das lange Mittelstück heißt Schaft (Diaphyse). Die Endstücke sowie die Gelenke der Schulter und des Ellenbogens sind bei dieser Verletzung nicht betroffen.

Symptome

Ein Oberarmbruch kann sehr schmerzhaft sein. Oft kann man den Arm nicht mehr richtig bewegen, er schwillt an und ein Bluterguss bildet sich (Hämatom). Auch eine Fehlstellung oder Instabilität ist möglich. Manchmal ist die Haut verletzt – in einigen Fällen durchspießt der gebrochene Knochen die Haut und ist von außen zu sehen.

Ursachen

Gesunde Oberarmknochen brechen meist nur bei einem Verkehrsunfall oder einer ähnlichen starken Gewalteinwirkung (Trauma). Ein Sturz aus dem Stand reicht dafür meistens nicht aus.

Bei Osteoporose (verminderte Knochendichte) kann dagegen schon ein Sturz durch ein Stolpern zu Hause genügen. Tumorerkrankungen können die Knochenstruktur verändern (Osteolyse) und den Knochen schwächen. Solche Osteolysen sind in etwa 10 % der Fälle die Ursache. Absiedelungen von Tumoren in den Knochen (Metastasen) erhöhen die Wahrscheinlichkeit für einen Bruch – ebenso wie gutartige, flüssigkeitsgefüllte Knochenveränderungen (Knochenzysten). Auch in Fällen von Kindesmisshandlungen kommt es öfter zu Oberarmfrakturen.

Häufigkeit

Dieser Knochenbruch ist selten. Insgesamt macht der Bruch nur etwa 3 % der Brüche von langen Röhrenknochen aus. Am häufigsten ist er im Alter zwischen 20–30 Jahren (z. B. durch Verkehrsunfälle) und im hohen Alter (z. B. durch Stürze). Menschen im mittleren Alter sind seltener betroffen.

Untersuchungen

In der Hausarztpraxis

Gesunde Oberarmknochen brechen erst bei großer Krafteinwirkung. Wenn der Auslöser ein Sturz aus dem Stand war, ist das schon im Arztgespräch ein Hinweis auf eine Knochenschwäche, wie sie etwa bei Osteoporose auftritt. Wenn Sie eine offene Verletzung haben, ist das Risiko für eine Ansteckung mit Tetanus erhöht. Ihr Impfstatus wird, soweit möglich, geklärt.

Der Arm wird vorsichtig untersucht. Wichtig ist, dass der ganze Arm gut durchblutet wird. Gefühls- und Bewegungsstörungen sind Hinweise auf eine Nervenschädigung. Bei Verdacht auf einen Bruch erhalten Sie eine Überweisung an die Unfallchirurgie.

In der Praxis für Unfallchirurgie

Zur Diagnosestellung ist eine Röntgenuntersuchung nötig. Es werden mehrere Bilder gemacht. Bei Verdacht auf Bruchausläufer in das obere oder untere Endstück wird eine Computertomografie durchgeführt (CT). Bei einer CT werden ebenfalls Röntgenstrahlen verwendet, allerdings liefert sie mehr Details als ein Röntgenbild. Wenn man eine Osteoporose vermutet, wird durch Spezialaufnahmen die Knochendichte gemessen.

Behandlung

Wenn nötig, erhalten Sie bei einer offenen Verletzung der Haut eine Impfung gegen Tetanus (Wundstarrkrampf).

Konservative Therapie

Unkomplizierte Brüche heilen auch ohne eine Operation gut. Dazu zählen etwa Brüche in der Mitte des Knochens mit gutem Kontakt der beiden Bruchstücke oder Brüche, bei denen dieser Kontakt durch Manipulation am Arm leicht wiederhergestellt werden kann.

  • Verband: Sie erhalten für 2–3 Wochen einen weichen Verband (Gilchrist-Verband) zur Ruhigstellung es Oberarms. Danach bekommen Sie einen starren Verband aus Kunststoff (Sarmiento-Brace), den Sie für 8–10 Wochen tragen sollen.
  • Bewegungsübungen: Diese sollen Sie unter physiotherapeutischer Anleitung bis zur Schmerzgrenze ausführen.
  • Schmerzmittel: Sie erhalten Medikamente nach Bedarf, z. B. Ibuprofen.

Operation

Eine Operation ist bei schwereren Verletzungen notwendig. Operiert werden offene Brüche, Frakturen mit zusätzlichem Unterarmbruch, Brüche mit Fehlstellung der Bruchenden und Brüche mit Verletzungen von Nerven oder Blutgefäßen. Notfallmäßig operiert werden Brüche mit drohenden Komplikationen (z. B. Kompartmentsyndrom: starke Schwellung mit Störung der Durchblutung). Es gibt unterschiedliche Verfahren.

  • Plattenosteosynthese: Eine schmale Platte wird direkt auf die Bruchstücke gelegt und verschraubt.
  • Intramedulläre Nagelung: Man führt einen Nagel der Länge nach in den Knochen ein.
  • Fixateur externe: Dies ist eine längliche Haltevorrichtung. Das Verfahren ähnelt der Plattenosteosynthese, allerdings befindet sich die Haltevorrichtung über der Haut. Die Schrauben reichen durch die Haut in den Knochen. Ein Fixateur externe kommt zum Einsatz bei schweren Weichteilverletzungen oder einem Polytrauma (mehrere Verletzungen, von denen eine oder die Kombination lebensgefährlich ist). 

Es ist nicht unbedingt nötig, das eingesetzte Material (Implantat) später wieder zu entfernen. Ob eine Entfernung angezeigt ist, wird im Einzelfall geprüft.

Logo von Deximed

Dieser Artikel wird Ihnen bereitgestellt von Deximed.
Lesen Sie hier den vollständigen Originalartikel.

Die Inhalte auf team-praxis.de stellen keine Empfehlung bzw. Bewerbung der beschriebenen Methoden, Behandlungen oder Arzneimittel dar. Sie ersetzen nicht die fachliche Beratung durch eine*n Ärzt*in oder Apotheker*in und dürfen nicht als Grundlage für eine eigenständige Diagnose und Behandlung verwendet werden. Konsultieren Sie bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden immer Ihre Ärztin oder Ihren Arzt!
Lesen Sie dazu mehr in unseren Haftungshinweisen.

In unserer Gesundheitsdatenbank suchen

Inhaltsverzeichnis anzeigen

Wissenswertes aus den hausärztlichen Praxen

Stopp
Gesundheit
Wissen, wann genug ist

Über Suchterkrankungen sprechen die meisten Menschen nicht gern.


Zum Beitrag
Heuschnupfen
Gesundheit
Juckende Augen und triefende Nasen: Hilfe bei Heuschnupfen

Leichte Symptome lassen sich oft durch einfache Maßnahmen lindern.


Zum Beitrag
Frau mit Hitzewallung
Gesundheit
Sind das die Wechseljahre?

Warum die Wechseljahre auch in der hausärztlichen Praxis Thema sind


Zum Beitrag

Kontaktieren Sie uns

Haben Sie Fragen zu den hausärztlichen Praxen?fragen@team-praxis.de

Zum Kontaktformular

Haben Sie Fragen zum Hausarztprogramm?hausarztprogramm@team-praxis.de

Zum Kontaktformular

Möchten Sie eine detaillierte Beratung zum Programm?Dann rufen Sie uns an.

Jetzt anrufen
TeamPraxisHausärtzinnen- und Hausärzteverband

TeamPraxis ist das Portal der hausärztlichen Praxen in Deutschland. Denn Gesundheit ist Teamsache.

Sie sind Ärzt*in und haben Interesse am Hausarztprogramm?
Informieren Sie sich unter www.hzv.de.