Nagelfalzentzündung

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Was ist eine Nagelfalzentzündung?

Definition

Die Nagelfalzentzündung (Paronychie) ist eine Entzündung des weichen Gewebes rund um den Fingernagel oder Zehennagel. Sie kann akut oder chronisch verlaufen. Akute Entzündungen werden meist durch eine bakterielle Infektion verursacht und sind sehr schmerzhaft. Chronische Entzündungen, die länger als 6 Wochen dauern, entstehen häufig durch Reizstoffe oder Pilzbefall.

Symptome

Panaritium (eitrige Paronychie)
Eitrige Paronychie

Das entzündete Gewebe um den Nagel ist rot, geschwollen und schmerzhaft. In manchen Fällen bildet sich Eiter. Bei einer akuten Nagelfalzentzündung ist in der Regel nur ein Nagel betroffen.

Bei einer chronischen Nagelfalzentzündung können mehrere Nägel beteiligt sein. Die Schmerzen bestehen über mehr als 6 Wochen, insbesondere bei versehentlichem Druck auf den erkrankten Nagel. Dies kann zu Einschränkungen der Beweglichkeit in den Fingern führen. Typisch ist der Verlust des Nagelhäutchens. Im fortschreitenden Krankheitsverlauf verdickt sich die Nagelplatte.

Ursachen

Die häufigste Ursache für Nagelfalzentzündungen sind kleine Wunden, die die physische Barriere zwischen dem Nagel und der umliegenden Haut zerstören. So können Mikroorganismen wie Bakterien oder Pilze in den Nagelfalz oder das Nagelbett gelangen, sich vermehren und eine Entzündung hervorrufen. Eine solche Infektion kann durch Bagatellen wie eine beschädigte Nagelhaut oder übertriebene bzw. unprofessionelle Maniküre entstehen. Die akute Nagelfalzentzündung wird hauptsächlich durch Staphylokokken verursacht.

Chronische Verläufe entstehen häufig infolge einer Entzündungsreaktion auf Reizstoffe (Laugen, Säuren oder andere Chemikalien) oder durch intensiven Kontakt mit Feuchtigkeit. Eine chronische Nagelfalzentzündung kann auch durch eine Infektion mit Hefepilzen (Candida) verursacht werden. 

Künstliche Fingernägel begünstigen eine Infektion, da sie stärker mit Pilzen und Bakterien besiedelt sind als natürliche Fingernägel. Auch chronische Erkrankungen (z. B. Diabetes, Psoriasis), Immunschwäche oder Nebenwirkungen von bestimmten Medikamenten können zu Nagelfalzentzündungen führen.

Insbesondere Personen, die beruflich mit Feuchtigkeit/Nässe zu tun haben, neigen zu chronischen Nagelfalzentzündungen; hierzu zählt z. B. Reinigungs- und Küchenpersonal. Auch Haushaltstätigkeiten wie Abspülen oder Waschen, Schwimmen, Daumenlutschen und Nägelkauen begünstigen die Erkrankung. Personen mit starkem Handschweiß oder Raynaud-Syndrom sind ebenfalls vermehrt betroffen.

Häufigkeit

Die Erkrankung kommt häufig vor. Bei rund 35 % aller Handinfektionen handelt es sich um eine Nagelfalzentzündung, sie ist damit die häufigste Infektion der Hand. Frauen sind häufiger betroffen als Männer, eine Erkrankung ist in jedem Alter möglich.

Untersuchungen

  • Bei der ärztlichen Untersuchung wird der betroffene Finger oder Zeh begutachtet und nach möglichen Auslösern der Entzündung gefragt.
  • Bei chronischen Verläufen kann ein Abstrich entnommen werden, um die Erreger zu bestimmen.

Behandlung

  • Die Behandlung zielt auf die Heilung der Entzündung ab.
  • Die Art der Behandlung ist abhängig vom Ausmaß der Infektion.
  • Waschen Sie den infizierten Finger 3- bis 4-mal täglich mit warmem Seifenwasser.
  • Bei mäßigen Beschwerden können Sie Salbenverbände mit Polyvidon-Jod oder Ammoniumbituminosulfonat anlegen.
  • Bakterielle Infektionen werden mit antibiotischen Salben oder in schweren Fällen mit Antibiotika zum Einnehmen behandelt.
  • Bei einem Abszess können Ärzt*innen einen kleinen Hautschnitt vornehmen, um den Eiter abzulassen.
  • Bei einer chronischen Nagelfalzentzündung kann eine Kortisoncreme angewendet werden.
  • Pilzinfektionen werden mit antimykotischen Wirkstoffen behandelt.

Operation

  • Bei einer schweren chronischen Nagelfalzentzündung ist unter Umständen eine kleine Operation erforderlich. Dabei wird das gesamte entzündliche Gewebe sowie ein Teil des Nagels entfernt.
  • Die Wundränder werden mit einem Wundverband bedeckt, der regelmäßig erneuert werden muss. Nach 2–3 Wochen ist die Operationswunde normalerweise soweit abgeheilt, dass der Verband entfernt werden kann.
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