Mycoplasma genitalium
Mycoplasma genitalium
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Was ist eine Infektion mit Mycoplasma genitalium?
Definition
Mycoplasma genitalium ist ein sexuell übertragbares Bakterium und stellt eine wichtige Ursache für eine Harnröhrenentzündung (Urethritis) bei Frauen und Männern dar. Es gehört zu den kleinsten freilebenden Bakterien und ist sehr schwer im Labor zu kultivieren, womit es lange Zeit schwer zugänglich für Forschung und Diagnostik war. Mycoplasma genitalium ist ein sog. intrazelluläres Bakterium, das heißt, es dringt in Zellen des Körpers ein und lebt dort. Dem Bakterium fehlt eine Zellwand, womit es sich nicht durch gewöhnliche Arten von Antibiotika wie Penicillin behandeln lässt.
Symptome
Infektionen mit M. genitalium verlaufen bei Frauen meist ohne Beschwerden, werden aber häufig bei Entzündungen der Harnröhre (Urethritis), Entzündungen des Gebärmutterhalses (Zervizitis) und anderen Unterleibsentzündungen (Pelvic Inflammatory Disease, PID) nachgewiesen. Mögliche Symptome bei Frauen sind vermehrter Ausfluss aus der Scheide, Schmerzen beim Wasserlassen und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr.
Bei Männern kann eine Infektion mit Mycoplasma genitalium Symptome einer Urethritis verursachen, also Brennen beim Wasserlassen und Ausfluss. Die Bakterien können auch zu chronischer oder ständig wiederkehrender Harnröhrenentzündung führen. Es ist noch unklar, in welchem Umfang Mycoplasma genitalium Komplikationen wie Infektionen der Nebenhoden (Epididymitis), der Prostata (Prostatitis) und Gelenkentzündungen (reaktive Arthritis) verursachen kann.
Ursachen
Mycoplasma genitalium wird durch genitalen Schleimhautkontakt übertragen. Eine potenzielle Ansteckung über Oralverkehr gilt als unwahrscheinlich. Eine Infektion mit Mycoplasma genitalium kann unabhängig einer Infektion mit dem Bakterium Chlamydia trachomatis auftreten.
Häufigkeit
Mycoplasma genitalium findet man bei 1,3 % der Allgemeinbevölkerung in Ländern mit hohem Pro-Kopf-Einkommen und bei 3,9 % in Ländern mit niedrigem Pro-Kopf-Einkommen. Unter Sexarbeiterinnen liegt die Verbreitung bei 15,9 %. Diese Zahlen sind dabei unabhängig vom Vorhandensein von Symptomen. Mycoplasma genitalium ist zudem bei 6–50 % aller infektiösen Harnröhrenentzündungen nachweisbar.
Untersuchungen
- Bei Symptomen einer Harnröhrenentzündung wird üblicherweise zuerst untersucht, ob Gonorrhö oder eine Chlamydien-Infektion vorliegen. Dazu werden Proben aus der Harnröhre genommen und/oder Urinuntersuchungen durchgeführt.
- Vor allem wenn diese Untersuchungen negativ ausfallen, die Probleme aber bestehen bleiben, ist eine Untersuchung auf vorhandenes Genmaterial von Mycoplasma genitalium zu empfehlen.
- Die Untersuchung erfolgt mithilfe von Urinuntersuchungen und Abstrichen aus der Harnröhre.
- Bei Frauen kann auch ein Vaginal- oder Zervixabstrich gemacht werden.
- Eine weitere Möglichkeit bei Frauen ist die Untersuchung einer Gewebeprobe (Biopsie) aus der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium).
- Liegt eine symptomatische Infektion vor, sollten alle Sexualpartner*innen der letzten 8 Wochen mituntersucht und ggf. mitbehandelt werden, bei einer asymptomatischen Infektion alle Sexualpartner*innen der letzten 6 Monate.
Behandlung
- Eine Infektion durch Mycoplasma genitalium wird mit Antibiotika behandelt.
- Azithromycin wirkt bei den meisten Patient*innen besser als Doxycyclin und Erythromycin.
- Mit der zunehmenden Entwicklung von Resistenzen steigt die Rate wiederkehrender Infektionen. Deswegen soll eine nach 4–5 Wochen nötige weitere Behandlung mit einem anderen Antibiotikum erfolgen.
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