Mundhöhlenkrebs

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Was ist Mundhöhlenkrebs?

Definition

Mundhöhlenkrebs (Mundhöhlenkarzinom) ist ein bösartiger Tumor, der sich innerhalb der Mundhöhle bildet. Dazu gehören die Innenseiten von Wangen und Lippen, das Zahnfleisch, die vordere Zunge, der Mundboden oder der vordere Gaumen. In 95 % der Fälle entwickelt sich Mundhöhlenkrebs von der oberflächlichen Zellschicht der Mundschleimhaut (Plattenephitel) ausgehend und wird in diesem Fall als Plattenepithelkarzinom bezeichnet.

Symptome

Bei den meisten Patient*innen tritt Mundhöhlenkrebs an der Zunge, dem Mundboden oder der Innenseite der Unterlippe auf. Erstes Anzeichen können nichtabwischbare weiße oder rote Flecken (Leukoplakie bzw. Erythroplakie), zunächst nicht schmerzende Wunden oder Schwellungen sein, die länger als 2 Wochen bestehen.

Mit Fortschreiten der Erkrankung nehmen die Empfindlichkeit und Schmerzen im Mund zu. Zusätzlich treten Symptome wie Mundgeruch, Blutungen aus den veränderten Bereichen, Probleme beim Sitz von Zahnprothesen, Taubheitsgefühle in der Zunge, Lippe oder an anderen Stellen im Mund sowie das Lockern und Ausfallen von Zähnen auf. Im fortgeschrittenen Krankheitsstadium kommen Schluckstörungen und Sprechstörungen dazu. Darüber hinaus berichten Patient*innen von Allgemeinsymptomen wie Müdigkeit, Leistungsabfall, Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust.

Hat sich Mundhöhlenkrebs entwickelt, wächst der Tumor oft früh in die Muskulatur, die Sehnen, die Knochen sowie die sie umgebende Gewebeschicht hinein und zerstört das jeweilige Gewebe. Auch Metastasen (Absiedelung des Tumors) in den angrenzenden Lymphknoten treten frühzeitig auf. Die Bildung von Metastasen in entfernter liegenden Organen ist selten. Wenn es dazu kommt, ist meist die Lunge betroffen.

Ursachen

Alkohol- und Tabakkonsum (auch Kautabak) sind wesentliche Riskofaktoren für die Entwicklung von Mundhöhlenkrebs. So steigt das Risiko für Mundhöhlenkrebs durch häufigen Tabak- oder Alkoholmissbrauch um das bis zu 6-Fache. Werden beide Risikofaktoren regelmäßig kombiniert konsumiert, steigt das Erkrankungsrisiko um das 30-Fache. Auch der übermäßige Konsum von Fleisch oder gebratenem Essen, erhöht das Risiko für Mundhöhlenkrebs.

Die Infektion der Mundhöhle mit dem humanen Papillomavirus (HPV 16) erhöht das Risiko geringgradig.

Häufigkeit

In Deutschland macht Mundhöhlenkrebs 5 % aller bösartigen Tumoren aus; die Zahl der Neuerkrankungen liegt bei etwa 10.000 pro Jahr. Männer sind dabei mit 7.500 Neuerkrankungen/Jahr wesentlich häufiger betroffen als Frauen. Mundhöhlenkrebs steht bei Männern an 7. Stelle aller bösartigen Tumoren.

Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt es zudem beim Erkrankungsalter. Während Männer vor allem in einem Alter zwischen 55 und 65 Jahren erkranken, erstreckt sich die Zeitspanne bei Frauen vom 50. bis zum 75. Lebensjahr.

Untersuchungen

In der hausärztlichen Praxis untersuchen und beurteilen die Ärzt*innen die Veränderungen in der Mundhöhle. Um festzustellen, ob sich die Veränderungen im Mund zu einer Krebserkrankung entwickelt haben, werden Betroffene an eine Hals-Nasen-Ohren ärztliche Praxis überwiesen. Auch Untersuchungen zum Ausmaß einer Krebserkrankung werden durch Spezialist*innen durchgeführt.

Behandlung

Bei einer frühzeitigen Therapie von Mundhöhlenkrebs sind die Operation oder Strahlentherapie die üblichen Behandlungsverfahren. Bei weit fortgeschrittenen Krebserkrankungen werden Strahlentherapie und Chemotherapie oder operative Verfahren mit einer Strahlentherapie und Chemotherapie kombiniert.

Ein Team aus Spezialist*innen aus den Bereichen Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Strahlentherapie, Onkologie, Pathologie und Radiologie erstellt einen Therapieplan, der verschiedene Faktoren berücksichtigt. Dazu gehören z. B. die Größe und Lage des Tumors sowie Einschränkungen oder Spätfolgen, die durch die jeweilige Behandlung zu erwarten sind.

Rehabilitation

Ergänzend zur Therapie können rehabilitative Maßnahmen notwendig sein. Dazu gehören medizinische Maßnahmen wie das Umstellen auf eine künstliche Ernährung per Magensonde oder Infusion, aber auch zahnärztliche, logopädische, phoniatrische und physiotherapeutische Maßnahmen, um die Nahrungsaufnahme oder das Sprechen wieder zu verbessern. Treten psychosoziale Probleme auf, können Sozialarbeiter*innen und Psycholog*innen unterstützen.

Palliativbehandlung

Sollte die Erkrankung bereits so weit fortgeschritten sein, dass eine Heilung nicht mehr möglich ist, stehen palliative Maßnahmen zur Verfügung. Dazu gehören eine Chemotherapie, bei einigen Patient*innen auch die Immuntherapie (Methode, die das körpereigene Immunsystem nutzt, um den Krebs zu bekämpfen) oder eine Strahlentherapie sowie Maßnahmen, die akute Beschwerden lindern. Sie alle helfen, die Lebensqualität möglichst lange zu erhalten.

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