Fraktur eines Mittelfußknochens

Fraktur eines Mittelfußknochens

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Was ist eine Fraktur des Mittelfußknochens?

Definition

Bei einem Mittelfußknochenbruch ist ein Knochen oder es sind mehrere Röhrenknochen im Mittelfuß gebrochen. Medizinisch spricht man von einer Fraktur eines Metatarsalknochens.

Der Fuß besteht aus insgesamt 26 Knochen und wird in verschiedene Bereiche eingeteilt: Rückfuß (Ferse und Fußwurzelknochen), Mittelfuß und Vorfuß (Zehen). Der Mittelfuß besteht aus fünf Mittelfußknochen (Ossae metatarsaliae) und liegt zwischen der Fußwurzel und den Zehenknochen.

Symptome

Bei einer Verletzung spüren Sie einen plötzlichen Schmerz im Mittelfuß, und vielleicht spüren Sie sogar ein Knacken beim Brechen des Knochens. Sie können schlecht und nur unter Schmerzen auftreten. Meist bilden sich eine Schwellung und ein Bluterguss über dem Mittelfuß. Bei Ermüdungsbrüchen durch Überlastung entwickeln sich die Schmerzen hingegen langsam und werden durch Belastung schlechter und in Ruhe besser.

Ursachen

Es gibt verschiedene Ursachen für einen Mittelfußknochenbruch. Von 10 Patient*innen mit einem Mittelfußknochenbruch bricht sich eine Person einen oder mehrere Mittelfußknochen beim Sport, v. a. beim Fußball. Oft sind Stürze oder direkte Gewalt auf den Fuß die Ursache für einen Mittelfußknochenbruch. Wenn ein schwerer Gegenstand auf den Fuß fällt, kann das ebenfalls zu einem Mittelfußknochenbruch führen.

Ein Knochenbruch des Mittelfußknochens auf der Seite des kleinen Zehs passiert oft durch Umknicken zum Außenknöchel (Supinationstrauma). Wenn Sie eine bestimmte Fehlstellung des Fußes haben, ist das Risiko für einen Mittelfußknochenbruch erhöht. Zu solchen Fehlstellungen gehören ein sog. Hohlfuß mit zu hohem Fußgewölbe oder ein sog. Sichelfuß mit einwärts gedrehten Zehen.

Außerdem können die Mittelfußknochen durch Überbelastung brechen (Ermüdungsbruch). Das passiert z. B. bei Hochleistungssportler*innen, Läufer*innen oder Tänzer*innen sowie militärischem Personal durch lange Märsche mit Gepäck. Das Risiko für Ermüdungsbrüche ist erhöht, wenn Sie an einer langanhaltenden Entzündung der Gelenke (Rheuma), an Knochenschwund (Osteoporose) oder an Krankheiten der Nerven (neuropathische Erkrankungen) leiden, oder wenn Ihr Mittelfuß langanhaltend oder häufig überbelastet wird, wie etwa beim Marschieren.

Häufigkeit

Ein Bruch der Mittelfußknochen ist die häufigste Art des Knochenbruches am Fuß. An zweiter Stelle steht der Zehenbruch.  Etwa 66–75 von 100.000 Personen brechen sich innerhalb eines Jahres den Mittelfuß.

Männer brechen sich häufiger den Mittelfuß als Frauen. In höherem Alter sind jedoch mehr Frauen betroffen. Es gibt zwei Altersgruppen, bei denen ein Mittelfußknochenbruch gehäuft vorkommt: zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr und zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr.

Am häufigsten ist ein Bruch des Mittelfußknochens auf der Seite des kleinen Zehs; am seltensten ist der Mittelfußknochen auf der Seite der großen Zehe gebrochen. Bei 15 % der Mittelfußknochenbrüche liegen mehrere Brüche gleichzeitig vor (multiple Frakturen).

Untersuchungen

Zu Beginn der Untersuchung steht das Arztgespräch. Sie werden gebeten, Ihre Beschwerden zu schildern sowie zu berichten, ob eine Verletzung den Schmerzen vorausgegangen ist oder ob Sie Ihren Fuß wiederholt stark belastet haben. Wichtig ist ebenfalls, ob Sie bereits früher Verletzungen am Fuß hatten, ob Sie Grunderkrankungen wie z. B. Knochenschwund (Osteoporose) haben oder ob Sie Medikamente einnehmen, besonders hochdosiertes Kortison. Wenn Sie die Beschwerden schon länger haben, werden Sie gefragt, wie Sie bisher behandelt wurden oder sich selbst behandelt haben und wie die Behandlung gewirkt hat.

Nach dem Arztgespräch werden beide Füße untersucht und miteinander verglichen. Zunächst schauen Ärzt*innen den verletzten Fuß an, ob sich eine Schwellung oder ein Bluterguss (Hämatom) gebildet hat. Danach wird der Fuß abgetastet (Palpation). Ist der Mittelfuß gebrochen, führt die Tastuntersuchung meist zu Schmerzen über der Bruchstelle. Neben dem Mittelfuß werden auch die umliegenden Gelenke wie das Sprunggelenk untersucht, um nach weiteren Verletzungen zu suchen. Es ist wichtig, dass Ärzt*innen auch die Durchblutung und die Nervenfunktionen in dem Fuß überprüfen.

Bei Spezialist*innen

Wenn der Verdacht auf einen Mittelfußknochenbruch besteht, werden Sie zur weiteren Untersuchung an eine orthopädische und unfallchirurgische Praxis überwiesen. Als Erstes sollte eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt werden. Auch ein Röntgenbild des Fußes wird empfohlen, besonders wenn Sie Ihren Fuß nicht belasten können. Bei Ermüdungsbrüchen ist jedoch die Hälfte der Röntgenbilder unauffällig. Weitere Untersuchungsmöglichkeiten sind eine CT oder eine MRT.

Behandlung

Als erste Behandlung sollte der gebrochene Mittelfuß nicht belastet und für 48 Stunden gekühlt werden. Außerdem wird ein elastischer Wickelverband angelegt. Der gebrochene Fuß sollte hochgelegt werden.

Konservative Behandlung

Wenn sich die Knochenstücke durch den Knochenbruch nicht verschoben haben, ist eine Operation nicht notwendig. Die Behandlung erfolgt dann konservativ, d. h. ohne Operation. Dafür werden Ihnen eine Orthese (medizinisches Hilfsmittel) oder ein Gips für 6–8 Wochen angelegt.

Ziele der Behandlung sind die Ausheilung des Bruchs und die Vermeidung von Komplikationen. Je nach Knochenbruch darf der Fuß teilweise belastet werden, oder er sollte ganz entlastet werden. Während der Behandlung mit der Orthese oder dem Gips wird der Fuß regelmäßig geröntgt, um den Verlauf zu kontrollieren und sicherzustellen, dass die Knochenstücke des Bruchs sich nicht doch noch verschieben (sekundäre Dislokation).

Operative Behandlung

Wenn sich die Knochenstücke jedoch verschoben haben, sollte der Fuß operiert werden. Dabei werden die Knochenstücke wieder an ihren Platz geschoben und somit das Fußgewölbe wiederhergestellt. Dafür können z. B. Drähte (K-Draht-Osteosynthese) verwendet werden, die durch sehr kleine Einschnitte vorgeschoben werden (minimalinvasiv). Bei komplizierten Brüchen mit mehreren Knochenstücken ist eine offene Operation notwendig. Die Knochenstücke werden mit Platten und Schrauben wieder zusammengefügt (Platten-/Schraubenosteosynthese). Nach der Operation soll so eine baldige Belastung des Fußes ermöglicht werden.

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