Sichelfuß/nach innen zeigender Vorfuß

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Was ist ein nach innen gerichteter Fuß?

Ein einwärts gerichteter Fuß ist eine Rotationsfehlstellung in den Füßen oder Beinen, bei der die Füße oder Zehen beim Gehen nach innen in Richtung der Mitte weisen. Die häufigsten Ursachen sind ein nach innen gewendeter Vorderfuß, ein nach innen gedrehter Unterschenkel oder ein nach innen gedrehter Oberschenkel. Diese Rotationsvarianten finden sich bei normalen, gesunden Kindern und bestehen nur selten bis ins junge Erwachsenenalter fort. Selbst wenn der Sichelfuß danach bestehen bleibt, verursacht er nur selten Schwierigkeiten beim Gehen.

Einwärts gerichtete Füße sind eine ziemlich häufige Fehlstellung, die sich meist nach einigen Jahren von selbst korrigiert.

Ursachen

Drei Faktoren können zu einem einwärts gerichteten Fuß führen: Nach innen gewendeter Vorderfuß (Pes adductus), Rotation des Wadenbeins in Richtung des Oberschenkelknochens (Tibiatorsion) und Drehung des Oberschenkelhalses in Richtung des Oberschenkelknochens (femorale Antetorsion).

Nach innen gewendeter Vorderfuß: Zeichnet sich durch ein Abwinkeln des Mittelfußes aus, sodass die Knochen im vorderen Teil des Fußes nach innen in Richtung der Mitte zeigen. Der Fuß hat eine C-Form. Häufig sind beide Vorderfüße nach innen gewendet. Dies ist die häufigste Ursache für einen Sichelfuß bei Säuglingen unter 1–2 Jahren. Etwa 1‒2 von 1.000 Neugeborenen sind betroffen. Die meisten Fälle sind leicht und bilden sich spontan vor Beendigung des 1. Lebensjahrs zurück. Schmerzen oder Funktionsstörungen in den Beinen kommen selten vor.

Nach innen gedrehter Unterschenkel: Ist die häufigste Ursache für einen Innengang bei Kleinindern von 1–4 Jahren. Er wird entdeckt, wenn das Kind mit dem Laufen beginnt. Bei zwei von drei Kindern sind beide Beine betroffen und in einigen Fällen besteht außerdem ein nach innen gewendeter Vorderfuß. Bei den meisten Kindern normalisiert sich die Fehlstellung nach und nach bis zum 8. Lebensjahr.

Nach innen gedrehter Oberschenkelhals: Der Oberschenkelhals zeigt stärker nach innen als der Oberschenkelknochen, wodurch das ganze Bein nach innen gedreht ist, damit der Gelenkkopf des Oberschenkels in der Mitte der Hüftpfanne liegt. Die Folge ist, dass das Kind mit seinen Füßen nach innen gewendet läuft. Die Fehlstellung wird in der Regel im Alter von 3‒4 Jahren festgestellt. Sie kann bis zum Alter von 6 Jahren zunehmen und dann schrittweise zurückgehen. Es treten keine Schmerzen auf.

Der Sichelfuß und die Außendrehung der Füße gehören zu den häufigsten anatomischen Variationen im Bewegungsapparat. In den meisten Fällen ist eine normale Variation in der Entwicklung der Knochen bei Kindern verantwortlich. Später im Wachstum behebt sich die Fehlstellung von selbst.

Es wird davon ausgegangen, dass die Verdrehung der Beine beim Kind auf dessen Position in der Gebärmutter zurückzuführen ist. Die Hüfte des Ungeborenen ist dabei gebeugt und nach außen gedreht, während Beine und Füße nach innen gedreht sind. Die wahrscheinlichste Ursache für einen nach innen gerichteten Vorderfuß ist, dass der Fuß in der Gebärmutter eingeklemmt wurde.

Symptome

Das wichtigste Symptom ist die sichtbare Einwärtsdrehung der Füße. Die Eltern sind oft besorgt über das Aussehen der Beine oder Füße, und sie merken, dass ihr Kind häufiger als andere Kinder stolpert, weil sich die Beine kreuzen. Darüber hinaus läuft das Kind etwas unbeholfener und der Verschleiß an den Schuhen ist ungleichmäßig. Manche Kinder bekommen auch ein wenig gebogene Beine.

Ein Sichelfuß verursacht weder Schmerzen noch führt er zu einem hinkenden Gang. Er stört auch nicht die Stabilität beim Gehen, auch wenn das Kind häufiger stolpert als andere, vor allem wenn es müde ist.

Wie oben erwähnt, gibt es drei Haupterklärungen für einwärtsgerichtete Füße, die jeweils verschiedene Altersstufen dominieren:

  • Nach innen gewendeter Vorderfuß
    • Diese Fehlstellung ist die häufigste Ursache für einen Sichelfuß bei Säuglingen unter 1–2 Jahren.
  • Nach innen gedrehter Unterschenkel
    • Die häufigste Ursache für einwärtsgerichtete Füße bei Kindern im Alter von 1–4 Jahren. Sie wird entdeckt, wenn das Kind mit dem Laufen beginnt.
  • Nach innen gedrehter Oberschenkelhals
    • Das Kind wird häufig in einer „W-Position“ sitzen, in einem sogenannten umgekehrten Schneidersitz, bei dem die Unterschenkel an der Außenseite des Oberschenkels liegen und das Gesäß dazwischen auf dem Boden liegt.
    • Die Fehlstellung wird meist nicht vor einem Alter von 3 Jahren erkannt und ist am deutlichsten im Alter zwischen 4 und 6 Jahren.
    • Sie bildet sich im Laufe des Wachstums des Kindes zurück.

Diagnostik

Die Diagnose wird fast immer auf der Grundlage der Symptome und der typischen Befunde bei der ärztlichen Untersuchung gestellt.

Bei dem nach innen gewendeten Vorderfuß steht die Ferse in der richtigen Position, aber der Mittelfuß ist nach innen gebogen und der Fuß bekommt eine unverwechselbare C-Form. Die Kniescheibe steht in einer neutralen oder nach außen gedrehten Position.

Bei einem nach innen gedrehten Unterschenkelknochen zeigen die Füße beim Gehen nach innen, während die Kniescheibe nach vorne zeigt. Der Innenknöchel liegt auf der Höhe des Außenknöchels oder leicht dahinter.

Bei einem nach innen gedrehten Oberschenkelhals sind Kniescheibe und Vorderfuß nach innen gerichtet, und das Kind zieht es vor, in der W-Position zu sitzen.

Bilddiagnostik, wie Röntgen, ist nur selten nötig.

Behandlung

Diese Fuß- und Beinfehlstellungen normalisieren sich in der Regel mit zunehmendem Alter von selbst. In äußerst seltenen Fällen bildet sich die Fehlstellung nicht von selbst zurück. Dann kann es sinnvoll sein, eine Operation zu erwägen. Der Eingriff kann jedoch zu Komplikationen führen, weshalb er möglichst vermieden wird. Starre Fehlstellungen der Füße können auch durch Eingipsen behandelt werden.

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