Menstruationsschmerzen – sekundäre Dysmenorrhö

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Was sind Menstruationsschmerzen – sekundäre Dysmenorrhö?

Definition

Eine schmerzhafte Menstruation wird auch als Dysmenorrhö bezeichnet. Treten die Beschwerden bereits in der Pubertät auf und hängen nicht mit einer Erkrankung zusammen, wird von einer primären Dysmenorrhö gesprochen. 

Die sekundäre Dysmenorrhö hingegen bezeichnet eine schmerzhafte Periodenblutung, wenn die Menstruation zuvor schmerzfrei war und sich eine Erkrankung als Ursache für die Schmerzen finden lässt.

Symptome

  • Krampfartige Unterleibsschmerzen während der Menstruationsblutung, oder auch zu anderen Zeitpunkten des Zyklus
  • Verstärkte und/oder zu lange Menstruationsblutungen

Häufige Ursachen

  • Unterleibsentzündung
    • Eine Unterleibsentzündung kann Folge einer Infektion mit Krankheitserregern sein. Insbesondere bakterielle Infektionen mit Chlamydien und Gonokokken, aber auch Mischinfektionen können zu Verklebungen im Bereich des kleinen Beckens führen und in Folge zu Dysmenorrhö.
  • Endometriose
    • Häufig sind Frauen zwischen 30 und 40 Jahren betroffen. Die Ursache ist unbekannt, genetische Faktoren spielen vermutlich eine Rolle. Bei Endometriose befindet sich Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) außerhalb der Gebärmutterhöhle (Cavum uteri). Endometriose kann zu weiteren Beschwerden führen:
      • Schmerzen beim Wasserlassen (Dysurie)
      • Blut im Urin (Hämaturie)
      • erschwerte Defäkation (Dyschezie)
      • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (Dyspareunie)
      • Infertilität.
  • Gutartige Tumore
    • Myome der Gebärmutter können ebenfalls Schmerzen auslösen.
    • Blutungsstörungen sind das häufigste Symptom bei Myomen, meist kommt es zu einer verstärkten und verlängerten Menstruationsblutung.
  • Verwachsungen am Gebärmutterhals nach Operationen, wie z. B. nach Konisation (operativer Eingriff am Muttermund), können einer sekundären Dysmenorrhö ebenfalls zugrunde liegen.
  • Angeborene Fehlbildungen
  • Anatomische Veränderungen nach weiblicher Genitalverstümmelung
  • Kupferspirale

Häufigkeit

Sekundäre Dysmenorrhoe tritt meist bei Frauen im Alter zwischen 25 und 30 Jahren, oft nach vorangegangenen unauffälligen Regelblutungen, als Folge von bestimmten Erkrankungen auf.

Untersuchungen

Während bei einer primären Dysmenorrhö bei jungen Frauen die Krankengeschichte (Anamnese) typisch ist und normalerweise kein Verdacht auf eine zugrunde liegende Erkrankung besteht – 50 % der Frauen haben primäre Menstruationsschmerzen, die sich mit der Zeit abschwächen, insbesondere nach der Geburt eines Kindes –, wird bei der sekundären Dysmenorrhö in jedem Fall nach den möglichen Ursachen gesucht. In der Hausarztpraxis kann es bei starken Blutungen sinnvoll sein, eine Blutuntersuchung durchzuführen, um eine Blutarmut (Anämie) durch den Blutverlust auszuschließen oder behandeln zu können.

Neben einer gynäkologischen Untersuchung und der Ultraschalluntersuchung kann z. B. eine MRT-Untersuchung angebracht sein. Möglicherweise wird auch ein Abstrich durchgeführt, um eine Infektion auszuschließen. Um die Diagnose Endometriose abzusichern, kann eine Operation, zumeist eine Laparoskopie (minimalinvasive Chirurgie, „Schlüsselloch“-Chirurgie), notwendig sein.

Behandlung

Die Behandlung richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache. Eventuell wird eine Operation durchgeführt, insbesondere bei Myomen. Bei Frauen, die kein Kind (mehr) bekommen möchten, ist auch die Entfernung der Gebärmutter (Hysterektomie) eine wirksame Therapiemöglichkeit. Auch bei anatomischen Veränderungen kann eine Operation sinnvoll sein.

Kommt eine vorhandene Kupferspirale als Ursache für die Beschwerden in Betracht, ist diese zu entfernen. Eine Hormonspirale, die die Blutungsmenge senkt, kann hingegen die Dysmenorrhö lindern. Auch andere hormonelle Verhütungsmittel können verordnet werden.

Autorin

  • Susanna Allahwerde, Fachärztin für Allgemeinmedizin, Berlin

Quellen

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Menstruation, schmerzhafte. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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