Leukämie bei Kindern
Leukämie bei Kindern
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Was ist Leukämie bei Kindern?
Definition
Leukämie (auch Blutkrebs genannt) ist eine bösartige Erkrankung des blutbildenden Systems. Dabei kommt es zu einer ungehemmten Vermehrung funktionsuntüchtiger weißer Blutkörperchen (Leukozyten) und deren Vorstufen im Knochenmark. Die Stammzellen im Knochenmark sind dann nicht mehr in der Lage, genügend gesunde Blutzellen zu produzieren. Stattdessen werden massenweise Leukämiezellen (Blasten) in die Blutbahn ausgeschwemmt und können nach und nach in Organe und Gewebe gelangen. Es gibt verschiedene Arten von Leukämien, bei Kindern sind die häufigsten die akute lymphatische Leukämie und die akute myeloische Leukämie.
Symptome
Das Kind ist müde, abgeschlagen und blass. Die Immunabwehr verschlechtert sich, möglicherweise sind geschwollene Lymphknoten zu tasten. Es kommt zu vermehrten Infekten. Aufgrund von Knochen- und Gelenkschmerzen mögen Kleinkinder dann mitunter nicht mehr gehen. Durch die reduzierte Menge an Blutplättchen (Thrombozyten) entwickelt sich eine zunehmende Blutungsneigung, die sich durch vermehrte Blutergüsse und Blutungen der Haut und Schleimhäute äußert. Wenn Leukämiezellen in Leber und Milz gelangen, kommt es zu einem aufgeblähten Bauch sowie Bauchschmerzen. Gelangen Leukämiezellen in Lunge und Herz entsteht häufig Atemnot. Sind Hirnhäute und Nerven betroffen, können Kopfschmerzen, Nackensteife, Erbrechen, Lähmungen und Muskelschwäche auftreten.
Ursachen
Warum es im individuellen Fall zu einer Leukämie kommt, ist großenteils unbekannt. Eine Rolle spielen jedoch genetische Faktoren, etwa Mutationen in embryonalen Zellen oder in Knochenmarkszellen, außerdem verschiedene Umweltfaktoren wie chemische Gifte oder eine Strahlungsexposition. Auch bei manchen Erbkrankheiten ist das Risiko erhöht, bei einer Trisomie 21 (Down-Syndrom) sogar um das 14- bis 20-Fache.
Häufigkeit
Bei etwas weniger als 5 von 100.000 Kindern unter 18 Jahren jährlich wird eine Leukämie diagnostiziert. Am häufigsten handelt es sich dabei um die akute lymphatische Leukämie. Diese Form tritt vor allem im Alter zwischen 1–4 Jahren auf, wobei Jungen etwas häufiger betroffen sind als Mädchen. Insgesamt machen Leukämien etwa 30 % aller Krebserkrankungen im Kindesalter aus.
Untersuchungen
In der Hausarztpraxis
Bei Verdacht auf Leukämie wird neben dem körperlichen Allgemeinzustand vor allem geschaut, ob sich spezifische Symptome zeigen. Bei der Untersuchung fallen womöglich vergrößerte Lymphknoten oder Blutergüsse auf.
Falls hierfür Zeit ist und nicht augenblicklich eine Klinikeinweisung erfolgt, werden in der Hausarztpraxis noch möglichst rasch folgende Untersuchungen durchgeführt: Eine Blutuntersuchung weist neben einer stark erhöhten Zahl weißer Blutkörperchen womöglich auf eine Anämie (Blutarmut wegen einer verminderten Zahl roter Blutkörperchen) hin. Eine Vergrößerung von Milz oder Leber lässt sich durch eine Sonografie ermitteln.
Am wichtigsten ist eine sofortige Klinikeinweisung in ein spezialisiertes kinderonkologisches Zentrum bei Verdacht auf eine akute Leukämie.
Bei Spezialist*innen im Krankenhaus
Dort kann eine spezielle Leukämie-Diagnostik erfolgen: Mit einer Nadel wird unter Narkose eine Knochenmarkprobe entnommen. Damit lassen sich Blasten (veränderte weiße Blutkörperchen) nachweisen, der genaue Leukämietyp bestimmen und der Schwergrad der Erkrankung feststellen, was für die Therapieplanung wichtig ist. Proben aus der Rückenmarksflüssigkeit können zudem zeigen, ob sich Leukämiezellen womöglich schon im zentralen Nervensystem angesiedelt haben.
Um festzustellen, ob sich die Krankheit bereits auf andere Organe im Körper ausgebreitet hat, werden ggf. weitere Untersuchungen mittels Ultraschall, Computertomografie, Magnetresonanztomografie, Röntgengerät oder EKG vorgenommen.
Behandlung
Chemotherapie
Ziel der Therapie ist die schnelle und dauerhafte Abschwächung der Symptome – und letztlich die vollständige Heilung. Sie findet in spezialisierten Zentren statt, ist intensiv und langwierig, hat aber gute Heilungsaussichten. Nach einer ersten mehrmonatigen Akuttherapie schließt sich eine zweijährige Erhaltungstherapie und eine langfristige Nachsorge an.
Die Chemotherapie selbst besteht in der Gabe von verschiedenen Medikamenten (Zytostatika) zur Abtötung der Krebszellen. Ist das zentrale Nervensystem nicht von der Leukämie betroffen, werden Medikamente auch direkt in den Nervenwasserkanal in der Wirbelsäule gegeben, um das Nervensystem vor der Ausbreitung zu schützen. Andernfalls wird der Schädel bestrahlt, um die Krankheit zurückzudrängen. Wirkt die Therapie nicht, so wird in vielen Fällen auch eine Stammzelltransplantation erwogen. Bei der akuten lymphatischen Leukämie kann im Rahmen von Studien auch eine Immuntherapie mit Antikörpern erfolgen.
Wichtige unterstützende Maßnahmen
- Transfusion von roten Blutkörperchen und Blutplättchen, damit das Blut genügend Sauerstoff transportieren kann und die Blutgerinnung besser funktioniert.
- Verhinderung von Infektionen
- Behandlung von Übelkeit und Erbrechen als Nebenwirkung der Chemotherapie
- Schmerztherapie
- Gesunde Ernährung
- Maßnahmen zur Erhaltung der Funktion der Keimdrüsen, was wichtig ist, um später Kinder bekommen zu können.
- Psychosoziale und sozialrechtliche Unterstützung der Familie
- Während der Behandlung muss grundsätzlich auf zahlreiche mögliche Komplikationen geachtet werden.
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