Leberabszess
Leberabszess
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Was ist ein Leberabszess?
Definition
Ein Abszess ist eine abgekapselte Eiteransammlung, die sich aufgrund einer Entzündung bildet. Unter bestimmten Umständen kann die Leber zum Entzündungsherd werden, und es können sich ein oder mehrere Leberabszesse bilden. Meist handelt es sich um einen pyogenen Leberabszess (ca. 80 %), also eine bakterielle Infektion. Eine weitere Ursache für einen Abszess in der Leber können Amöben sein (ca. 10 %), die Erreger der Tropenkrankheit Amöbenruhr (Amöbiasis). In weniger als 10 % der Fälle ist ein Pilz der Auslöser für einen Leberabszess.
Symptome
Ein Leberabszess zeigt sich durch einen schlechten Allgemeinzustand mit Abgeschlagenheit, Übelkeit/Erbrechen, Schüttelfrost und Schmerzen im rechten Oberbauch, die evtl. in Schulter/Rücken ausstrahlen. Fieber kann durchgehend oder mit Unterbrechungen auftreten. Die Leber ist oft vergrößert (Hepatomegalie) und unter Schmerzen ertastbar.
Ursachen
Ein pyogener Leberabszess entsteht meist als Folge einer Verlegung der Gallenwege und einem Rückstau von Gallenflüssigkeit in die Leber oder eines Lebertumors. Die Infektion kann sich auch über das Blut in die Leber ausbreiten, etwa infolge einer Blinddarmentzündung oder einer Divertikulitis. Amöbenabszesse werden vor allem über kontaminierte Nahrung bzw. verunreinigte Getränke verursacht. Ein Leberabszess ist das häufigste Zeichen einer Amöbenruhr, das nicht den Darm betrifft.
Risikofaktoren
Risikofaktoren für die Entwicklung eines pyogenen Leberabszesses sind Diabetes mellitus, Leberzirrhose, Immunschwäche, die Einnahme von Protonenpumpenhemmern, höheres Alter und männliches Geschlecht. Auch Gallensteine oder Operationen/Interventionen an den Gallenwegen sind häufige Vorerkrankungen bei einem Leberabszess. Bei einem Amöbenabszess findet sich meist ein vorheriger Aufenthalt in tropischen Regionen (auch vor vielen Jahren).
Häufigkeit
Der Leberabszess ist eine seltene Erkrankung. Die Häufigkeit liegt bei ca. 2–3 Fällen pro 100.000 Personen jährlich. Das Verhältnis von betroffenen Männern zu Frauen beträgt ca. 3 : 1. In westlichen Ländern ist der pyogene Leberabszess dominierend, in tropischen und subtropischen Regionen der Amöbenabszess. In Industrieländern sind vorwiegend Migrant*innen und Individualreisende von Amöbenabszessen betroffen.
Untersuchungen
- Ein Leberabszess wird anhand der Angaben zur Krankengeschichte und der Ergebnisse der ärztlichen Untersuchung vermutet. Die Betroffenen fühlen sich allgemein krank, haben Fieber und die (vergrößerte) Leber ist beim Abtasten schmerzhaft.
- Es wird eine Blutuntersuchung zur Überprüfung der Entzündungs- und Leberwerte durchgeführt.
- Eine Röntgenuntersuchung des Oberkörpers zeigt evtl. ein höher liegendes Zwerchfell und einen Pleuraerguss.
- Mit den bilddiagnostischen Verfahren Ultraschall und Computertomografie (CT) mit oder ohne Kontrastmittel kann am sichersten festgestellt werden, ob ein Leberabszess vorliegt.
- Bei einer Abszesspunktion wird zum Keimnachweis Eiterflüssigkeit entnommen.
Behandlung
- Die Therapie besteht aus einer Behandlung mit Antibiotika und beim pyogenen Abszess je nach Größe und Lokalisation ergänzend aus einer Drainage oder Operation.
- Ein pyogener Abszess wird über ca. 14 Tage intravenös behandelt, anschließend oral über weitere 2–4 Wochen.
- Bei einem Amöbenabszess erfolgt die Antibiotikabehandlung für 10 Tage, wobei in den ersten Tagen der Therapie eine strenge Bettruhe eingehalten werden muss, da der Abszess ansonsten platzen kann.
- Kleine Abszesse können per Drainage entleert werden. Wenn kein Katheter in den Abszess geführt werden kann, erfolgt eine Operation.
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