Hyperaldosteronismus
Hyperaldosteronismus
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Was ist Hyperaldosteronismus?
Definition
Aldosteron ist ein Hormon, das in den Nebennieren produziert wird. Dessen wichtigste Funktion ist die Regelung des Salz- und Flüssigkeitshaushalts im Körper. Dabei regelt das Aldosteron die Ausscheidung von Natrium, Kalium und Wasser in den Nieren. Dies kann auch den Blutdruck beeinflussen. Aldosteron ist demnach ein wichtiges Hormon für die Blutdruckregulierung des Körpers.
Beim Hyperaldosteronismus produziert der Körper zu viel Aldosteron. Infolgedessen scheidet die Niere weniger Natrium und mehr Kalium aus. Erhöhte Natriumkonzentrationen gehen mit einem erhöhten Wassereinstrom in die Blutgefäße einher. Diese Veränderungen bewirken, dass das Flüssigkeitsvolumen im Blutkreislauf ansteigt und somit der Blutdruck steigt.
Symptome
Die Erkrankung zeigt sich hauptsächlich durch einen (schweren) Bluthochdruck. Dieser kann Symptome wie Kopfschmerzen und Schwindel hervorrufen.
Seltener zeigen sich auch Symptome durch eine niedrige Kaliumkonzentration im Blut, wie Muskelschwäche, Verstopfung, häufiges Wasserlassen, Durst, Müdigkeit und Missempfindungen. Auch Herzrhythmusstörungen können auftreten.
Ursachen
Beim primären Hyperaldosteronismus ist die Ursache eine gestörte Funktion der Nebennieren. In einigen Fällen liegt ein hormonbildender, gutartiger Tumor der Nebennieren (Adenom) vor, dann spricht man vom Conn-Syndrom. In anderen Fällen wächst die Nebennierenrinde zu stark an (Hyperplasie). Selten sind ein Nebennierenrindenkarzinom oder bestimmt Gene (familiärer Hyperaldosteronismus) die Ursache.
Beim sekundären Hyperaldosteronismus beruht die erhöhte Freisetzung von Aldosteron auf einer anderen Erkrankung. Beispiele dafür sind Leberzirrhose mit Bauchwasser (Aszites), verschiedene Erkrankungen an den Nieren, eine Herzinsuffizienz oder die Folgen einer Diuretikatherapie („Wassertabletten“).
Häufigkeit
Schätzungen zufolge tritt die Erkrankung bei etwa 1,5–3,5 % der Bevölkerung auf. Von allen Menschen mit Bluthochdruck ist der Hyperaldosteronismus in 5–12 % der Fälle die Ursache. In den letzten Jahren wird die Erkrankung immer häufiger diagnostiziert. Dies liegt vor allem an einer verbesserten Diagnostik, nicht an einer Zunahme der Erkrankung.
Untersuchungen
Bei der körperlichen Untersuchung wird der Blutdruck gemessen.
Labor
- Mit einem Screeningtest wird die Konzentration an Aldosteron und des Hormons Renin im Blut gemessen.
- Bei einem Ergebnis, das eine zu hohe Aldosteronproduktion vermuten lässt, sollten verschiedene Bestätigungstests durchgeführt werden (z. B. mit Kochsalz oder Fludrokortison). Bei einem primären Hyperaldosteronismus sind die Aldosteron-Werte weiterhin erhöht.
- In der Regel werden diese Untersuchungen von Fachärzt*innen durchgeführt, mitunter ist eine stationäre Aufnahme im Krankenhaus notwendig.
Untersuchungen bei Spezialist*innen
- Beim primären Hyperaldosteronismus wird zur ursächlichen Abklärung eine Bildgebung des Bauches durchgeführt, z. B. mit CT, MRT oder Nierenszintigrafie.
- Weitere Hinweise zur Ursache kann ein Orthostasetest liefern. Hierbei wird das Aldosteron nach strikter Bettruhe und nach 2 Stunden Stehen und Gehen gemessen.
- Bei unklaren Befunden wird eine Nebennierenvenen-Katheterisierung empfohlen. Das ist ein invasives angiografisches Verfahren, bei dem das Aldosteron selektiv in beiden Nebennierenvenen gemessen wird.
Ergänzende Untersuchungen
Die ergänzende Diagnostik schließt begleitende Erkrankungen aus. Möglicherweise werden weitere Blutuntersuchungen, eine EKG-Untersuchung, eine Langzeitblutdruckmessung und ein Ultraschall des Bauches oder Herzens veranlasst.
Behandlung
Die Behandlung ist abhängig von der Ursache. Wenn die Aldosteronproduktion sekundär erhöht ist, soll die ursächliche Erkrankung (an Leber, Niere, Herz) behandelt werden. Wenn die erhöhte Hormonproduktion direkt aus der Nebennierenrinde resultiert, ist die Behandlung abhängig davon, ob ein gutartiges Adenom (Conn-Syndrom) oder eine Hyperplasie (Vergrößerung der Nebennierenrinde) vorliegt.
Operation
- Adenome werden vorzugsweise chirurgisch entfernt. Der Eingriff nennt sich Adrenalektomie und wird laparoskopisch an spezialisierten Zentren durchgeführt.
- Das maximale Ausmaß der Verbesserung tritt erst 1–6 Monaten nach dem Eingriff ein.
Medikamente
- Eine Hormonüberproduktion aufgrund einer Hyperplasie wird dauerhaft mit Medikamenten (Aldosteronhemmern) behandelt. Der wichtigste Wirkstoff ist Spironolacton. Es hat einen der Wirkung des Aldosterons entgegengesetzten Effekt auf den Salz- und Wasserhaushalt.
- In den meisten Fällen sind neben dem Spironolacton noch zusätzliche Blutdruckmedikamente notwendig.
- Eine zu niedrige Kaliumkonzentration im Blut wird durch die Einnahme von Kaliumpräparaten korrigiert.
- Eine medikamentöse Behandlung kann auch beim Conn-Syndrom mit Vorliegen eines Adenoms erwogen werden, um die Zeit bis zu einer OP zu überbrücken oder auch als Alternative zur OP, falls diese nicht infrage kommt. Dies muss immer individuell entschieden werden.
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