Aszites (Flüssigkeit in der Bauchhöhle)
Aszites (Flüssigkeit in der Bauchhöhle)
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Was ist Aszites?
Aszites ist eine krankhafte Ansammlung von Flüssigkeit in der Bauchhöhle.
Was kann die Ursache sein?
Aszites ist in der Regel Folge einer schwerwiegenden Grunderkrankung. In den meisten Fällen (bei 75 % der Patient*innen) ist Flüssigkeit in der Bauchhöhle auf eine schwere Lebererkrankung zurückzuführen. Bei etwa 10 % der Patient*innen ist eine Krebserkrankung der Auslöser. Bei den restlichen 15 % liegen verschiedene seltene Ursachen vor.
Häufigere Ursachen
- Leber
- Leberzirrhose (Endstadium einer chronischen Leberschädigung)
- akutes Leberversagen
- Krebserkrankung (Malignom)
- Tumoren, die im Bauchraum ihren Ursprung haben (z. B. Ovarial-, Pankreas-, Magen-, Kolon- oder Uteruskarzinom).
- Metastasen im Bauchraum
Seltene Ursachen
- Nierenerkrankung (nephrotisches Syndrom)
- Herzerkrankungen (z. B. Herzschwäche)
- Entzündung des Bauchfells durch Bakterien oder durch Tuberkulose
- Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis), Pankreasfisteln
- Lymphfistel
- Gallenfisteln oder Gallenblasenriss
- Budd-Chiari-Syndrom (Abflussbehinderungen der Leber): Aszites ist ein charakteristisches Symptom dieser Erkrankung.
- Myxödem (seltene Komplikation einer Schilddrüsenunterfunktion)
- Ovarielles Überstimulationssyndrom
Wann sollten Sie ärztliche Hilfe suchen?
Sie sollten ärztliche Hilfe suchen, wenn sich Ihr Bauchumfang vergrößert, ohne dass es dafür eine Erklärung gibt. Flüssigkeit in der Bauchhöhle ist das Anzeichen einer ernsthaften Erkrankung und kann mit weiteren Beschwerden (z. B. Gewichtsverlust oder Muskelschwund, Bauchschmerzen, Blähungen und Verstopfung, Übelkeit und Erbrechen oder Atemnot) einhergehen. Eine Flüssigkeitsansammlung im Bauchraum sollte immer ärztlich abgeklärt werden.
Untersuchungen
Anamnesegespräch
Zu Beginn der Untersuchung wird Ihre Ärztin/Ihr Arzt Ihnen einige Fragen stellen. Dazu gehört, ob Sie weitere Beschwerden (z. B. Schmerzen, Fieber, Gewichtsverlust) haben, Ihnen Stuhlunregelmäßigkeiten aufgefallen sind und welche Medikamente (auch frei verkäufliche Produkte) Sie regelmäßig einnehmen. Wichtige Informationen liefern zudem Angaben zu Ihrem Alkohol- und einem möglichen Drogenkonsum.
Untersuchungen
Im Rahmen einer körperlichen Untersuchung wird Ihr Bauch abgetastet, abgeklopft und abgehört. Zudem werden das Ausmaß und die Lage der Flüssigkeitsansammlungen per Ultraschall bestimmt.
Durch Blut- und Urinuntersuchungen werden die Leberwerte und die Nierenfunktion überprüft. Außerdem wird untersucht, ob es Anzeichen auf eine ursächliche Erkrankung gibt. So deutet z. B. die Gelbfärbung von Haut, Schleim- oder Bindehaut (Ikterus) auf eine Lebererkrankung hin. Atemnot und Kurzatmigkeit oder eine reduzierte körperliche Belastbarkeit können auf eine Herzschwäche hinweisen.
Einweisung ins Krankenhaus
Wenn Sie Flüssigkeit in der Bauchhöhle haben, erfolgt die Weiterbehandlung in einem Krankenhaus. Dort wird unter örtlicher Betäubung etwas von der Flüssigkeit aus der Bauchhöhle entnommen, um diese im Labor untersuchen zu können (Aszites-Punktion oder Parazentese). Dies liefert wichtige Informationen zur Ursache der Erkrankung.
Bei einigen Patient*innen kann die Durchführung einer Computer- oder Magnetresonanztomografie notwendig sein, bei Frauen zudem eine gynäkologische Untersuchung.
Behandlung
Medikamente
Für die medikamentöse Behandlung werden entwässernde Medikamente (Diuretika) eingesetzt. Sie bewirken, dass die Flüssigkeit aus der Bauchhöhle über die Nieren ausgeschieden wird. Um den Erfolg der Therapie zu kontrollieren, wird das Gewicht täglich gemessen.
Anpassung der Ernährung
Viele Patient*innen mit Leberzirrhose sind, insbesondere wenn Flüssigkeit in der Bauchhöhle vorliegt, mangelernährt. Oft liegt ein Eiweißmangel vor, der wiederum die Bildung von Flüssigkeit im Bauchraum begünstigt. Sie sollten deshalb täglich auf eine ausreichende Kalorien- (30–35 kcal pro kg Körpergewicht) und Eiweißaufnahme (1,2–1,5 g Eiweiß pro kg Körpergewicht) achten.
Manchmal kann es notwendig sein, die Salz- und Flüssigkeitsaufnahme zu beschränken. Letzteres ist der Fall, wenn bei Ihnen eine Hyponaträmie (Abnahme der Natriumkonzentration im Blut) vorliegt. Die Trinkmenge wird in diesem Fall auf 1,5 Liter pro Tag beschränkt. Sprechen Sie auf Diuretika schlecht an, wird der Kochsalzkonsum auf maximal 5 g pro Tag beschränkt.
Punktion der Flüssigkeit (Parazentese)
Bei Patient*innen mit Leberzirrhose, bei denen es durch die Einnahme von Diuretika und die Umsetzung der Ernährungsempfehlungen, nicht zu einem Rückgang der Flüssigkeit in der Bauchhöhle kommt, kann die Flüssigkeit mittels Parazentese entnommen werden.
Sammelt sich, trotz Therapie, mindestens 3-mal innerhalb eines Jahres erneut Flüssigkeit in der Bauchhöhle, kann das Anlegen einer künstlichen Verbindung zwischen einer Lebervene und der Pfortader (TIPS) eine Option sein.
Patient*innen mit einer Krebserkrankung sprechen schlecht auf Diuretika an. Parazentesen verbessern vorübergehend die Symptome, müssen aber häufig wiederholt werden. Aus diesem Grund kann das Einsetzen eines Katheters in die Bauchhöhle (Peritonealkatheter) oder eines dünnen Schlauches vom Bauchraum in eine große Körpervene (peritoneal-venöser Shunt) erwogen werden. Die Flüssigkeit wird dadurch nach außen oder über das Blut abgeleitet. Auch die Verabreichung von Medikamenten (monoklonale Antikörper, hypertherme intraabdominale Zytostatika) in die Bauchhöhle kann in einigen Fällen sinnvoll sein.
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