Grüner Star (Offenwinkelglaukom)

Grüner Star (Offenwinkelglaukom)

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Was ist Grüner Star (Offenwinkelglaukom)?

Definition

Der Grüne Star (med.: Glaukom) ist eine Gruppe von Augenerkrankungen, die den Sehnerv schädigen und unbehandelt über Gesichtfeldausfälle bis zur Erblindung führen. Die häufigste Form eines Grünen Star ist das Offenwinkelglaukom. 

Symptome

Die Erkrankung macht sich längere Zeit weder durch Schmerzen noch durch andere Symptome bemerkbar.

Erst im fortgeschrittenen Stadium kommt es zu Gesichtsfeldausfällen: Es entstehen „blinde“ Flecken an den Rändern des Gesichtsfelds. Personen oder Dinge, die man normalerweise rechts und links am äußeren Rand wahrnehmen würde, sind zunehmend nicht mehr zu erkennen. Da die Ausfälle nicht symmetrisch sind, kann ein Auge Defekte des anderen Auges eine Zeitlang kompensieren. Auch daher wird ein Grüner Star von Betroffenen meist erst spät bemerkt, zumal das zentrale Sehen zunächst nicht beeinträchtigt ist. 

Ursachen

Bei einem Grünen Star kommt es zu einem zunehmenden Verlust von Nervenzellen in der Netzhaut, die visuelle Signale über den Sehnerv zum Gehirn weiterleiten. Die genaue Ursache dafür ist noch nicht abschließend geklärt.

Lange Zeit ging man davon aus, dass vor allem ein erhöhter Augeninnendruck für die Erkrankung verantwortlich ist. Der kann auftreten, wenn das Kammerwasser (die wässrige Flüssigkeit im Auge) nicht ausreichend ablaufen kann. Doch bei jeder dritten Erkrankung ist der Augeninnendruck im Normalbereich. Womöglich ist bei diesen Betroffenen der Sehnerv besonders druckempfindlich. Denkbar ist auch, dass es durch starke Abfälle des Blutdrucks in der Nacht zu einer Schädigung des Sehnervs kommt.

Unstrittig ist, dass es eine Reihe von Risikofaktoren für das Auftreten eines Grünen Star gibt:

  • Wenn ein Elternteil betroffen ist, haben die Nachkommen ein 2-fach erhöhtes Risiko.
  • Mit zunehmenden Alter steigt generell das Risiko.
  • Ein erhöhter Augeninnendruck erhöht das Risiko um 9%, in den kommenden 5 Jahren zu erkranken.
  • Eine Kurzsichtigkeit ab -4 Dioptrien erhöht das Risiko auf das 2-3-fache.
  • Für Männer ist das Risiko etwas höher als für Frauen. 
  • Eine längere Behandlung mit Steroiden (z.B. Kortison) erhöht ebenfalls das Risiko.

Häufigkeit

Ein Grüner Star ist eine der Hauptursachen für Sehbehinderung und Blindheit in den Industrieländern. Unter 1.000 Personen im Alter von 40-49 Jahren kommt es jedes Jahr statistisch gesehen zu 1,3 Neuerkrankungen, unter 1.000 Personen im Alter von mehr als 70 Jahren zu 7,1 Neuerkrankungen. 

Untersuchungen

In der Hausarztpraxis

Haben Sie Gesichtsfeldausfälle bemerkt, werden Sie umgehend in eine Augenarztpraxis überwiesen, da nur dort spezielle Untersuchungen vorgenommen werden können. Eine Überweisung kann auch erfolgen, wenn Sie über andere Sehprobleme berichten oder bei Ihnen ein Verdacht auf Grünen Star besteht.

Bei Spezialist*innen

Sind Sie aufgrund von Gesichtsfeldausfällen überwiesen wurden, wird dort eine eingehende Untersuchung vorgenommen. Dazu zählen:

  • Messen des Augeninnendrucks (Tonometrie)
  • Beurteilung des Sehnervs (Ophthalmoskopie)
  • Untersuchung des Gesichtsfeldes (Perimetrie)
  • Sehschärfetest (Visus)
  • Darstellung und Vermessung der Netzhaut (optische Kohärenztomografie)

Womöglich werden Sie in der Augenarztpraxis auch über eine Glaukom-Früherkennungsuntersuchung informiert. Die Deutsche Ophthamologische Gesellschaft – eine Fachgesellschaft für Augenheilkunde – empfiehlt diese Untersuchung allen Personen ab dem 40. Lebensjahr. Jedoch wird sie in den meisten Fällen von den gesetzlichen Krankenkassen nicht bezahlt. Außerdem bezweifelt das unabhängige Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWig) den Nutzen: Es gibt keine wissenschaftlichen Studien, die den Nutzen einer allgemeinen Früherkennung belegen, vielmehr bestehe die Gefahr von Überdiagnosen und unnötigen Behandlungen.

Behandlung

Ziel ist es, ein Voranschreiten der Erkrankung zu verhindern oder zumindest zu verlangsamen.

Medikamente

  • Verschiedene medizinische Augentropfen können einen erhöhten Augeninnendruck senken und auf diese Weise den Sehverlust aufhalten.

Operation

  • Wenn Augentropfen nicht mehr ausreichen oder nicht gut vertragen werden,  kommen auch eine Operation oder ein Lasereingriff infrage.
  • Bei einer Trabekulektomie wird ein kleines Stück der Lederhaut und der Iris herausgeschnitten, um den Abfluss des Kammerwassers zu verbessern und damit den Augeninnendruck zu verringern. Mögliche Nebenwirkungen sind anfängliche Sehstörungen, Vernarbungen und die Entwicklung eines grauen Stars.
  • Daneben sind verschiedene Laserbehandlungen möglich, die ebenfalls den Abfluss des Kammerwassers verbessern oder dessen Produktion vermindern. Diese Behandlungen können zu trockenen Augen und unscharfem Sehen führen.
  • Auch lassen sich minimalinvasiv kleine Implantate (Stents) in den Abflusskanal der Augen einsetzen, um das Kammerwasser abzuleiten. Das wird nicht in allen Fällen von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. 

Neue Therapieansätze zielen darauf ab, eine gesunde Funktion der Augen zu unterstützen. Dazu zählen der Verzicht auf Rauchen und Alkohol, eine abwechslungsreiche Ernährung, viel Bewegung und das Vermeiden beeinflussbarer Risikofaktoren wie Durchblutungsstörungen.

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