Grover-Krankheit

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Was ist die Grover-Krankheit?

Die Grover-Krankheit ist eine juckende Hauterkrankung, die hauptsächlich auf der Vorderseite des Brustkorbs und dem oberen Rücken auftritt. Der medizinische Fachbegriff ist transitorische oder persistierende akantholytische Dermatose. Der Begriff Akantholyse bezeichnet die Auflösung des Zellverbandes der hornbildenden Zellen (Keratinozyten) in der Oberhaut. Die einzelnen Zellen verlieren den Kontakt zu den Nachbarzellen und es können Blasen entstehen. Die Erkrankung kann vorübergehend (transitorisch) oder fortdauernd (persistierend) verlaufen. Dermatose bedeutet Hautkrankheit. Die Grover-Krankheit ist gutartig, aber manchmal schwierig zu behandeln.

Die Erkrankung ist selten, aber genaue Zahlen hinsichtlich des Vorkommens fehlen. Die Grover-Krankheit kann mit anderen Hauterkrankungen verwechselt werden und ist wahrscheinlich unterdiagnostiziert. Männer sind dreimal so häufig betroffen wie Frauen. Die Krankheit kommt am häufigsten bei Männern im mittleren Alter vor, es wurden aber auch Fälle bei Kindern gemeldet.

Ursachen

Die Ursache ist unbekannt, und der genaue Krankheitsmechanismus ist nicht geklärt. Es wurden zahlreiche Faktoren als mögliche Ursachen oder Auslöser vorgeschlagen: Hitze und Schwitzen, Sonnenlicht, ionisierende Strahlung, Nierenerkrankungen, mechanische Reizungen, längere Bettruhe. Am häufigsten wird ein Zusammenhang mit Hitze oder Schwitzen beschrieben. Daher vermuten einige Wissenschaftler, dass sich die Schweißdrüsen schließen und einen juckenden Ausschlag verursachen. Andere Forscher weisen allerdings darauf hin, dass dies unwahrscheinlich ist, weil die Symptome vor allem im Winter auftreten und nicht im Sommer. Viele Patienten glauben, dass der Ausschlag durch Sonnenlicht ausgelöst wird. Allerdings führt die Exposition gegenüber künstlichen UV-Strahlen nicht zu einem Aufblühen des Ausschlags.

Die Grover-Krankheit scheint vermehrt bei Patienten mit atopischer Dermatitis (Neurodermitis) aufzutreten.

Symptome

Die Erkrankung äußert sich durch einen juckenden Hautausschlag auf der Brust und dem Rücken. Der Juckreiz kann leicht bis stark ausfallen. Der Umfang des Ausschlags passt häufig nicht zur Stärke des Juckreizes. Einige Patienten mit geringem Ausschlag können über einen deutlichen Juckreiz klagen, während andere mit einem starken Ausschlag nur wenige oder gar keine anderen Beschwerden haben. Die Grover-Krankheit ist nicht mit anderen körperlichen Symptomen verbunden. Es können aber Geschwüre im Mund entstehen, die an Aphthen erinnern und unangenehm sein können.

Der Ausschlag beginnt in der Regel auf dem vorderen Teil der Brust und auf dem oberen Rücken. Bei Menschen mit großflächigen Hautveränderungen kann sich der Ausschlag auch auf den Hals, die Schultern, Arme und Beine ausbreiten. Die Kopfhaut und das Gesicht sind in der Regel nicht betroffen, das gilt auch für die Handflächen und Fußsohlen. Die einzelnen Flecken sind rot bis rotbraun. Sie treten voneinander getrennt auf und fließen nicht zusammen. Die Flecken sind bei starkem Kratzen häufig wund oder mit Schorf bedeckt. Gelegentlich bilden sich Bläschen. Der Hautausschlag kann an Akne erinnern.

Diagnostik

Es kann schwierig sein, die Diagnose zu stellen, weil die Grover-Krankheit selten ist und leicht mit andern Hauterkrankungen verwechselt werden kann. Der Arzt nimmt evtl. einen Hautabstrich und eine Gewebeprobe (Biopsie). Gewebeproben der Haut mit Ausschlag können bei der Untersuchung unter dem Mikroskop typische Veränderungen zeigen.

Behandlung

Es gibt keine heilende Behandlung. Das Ziel der Behandlung ist, die Beschwerden zu verringern. Da es sich um eine seltene Erkrankung handelt, gibt es kaum Studien zur Therapie.

Bei leichteren Beschwerden kann die Anwendung von Feuchtigkeitscreme und einer Kortisonsalbe wirksam sein. Vermeiden sie Wärme und starkes Schwitzen durch körperliche Aktivitäten, da dies zu einer Verschlimmerung der Symptome führen kann. Bei unangenehmem Juckreiz können Sie ein juckreizstillendes Medikament (Antihistaminikum) einnehmen.

Schwerere Fälle können mit Kortisontabletten oder Retinoiden behandelt werden. Auch eine lokale Behandlung mit Vitamin-D-Abkömmlingen ist möglich.

Eine weitere Behandlungsmaßnahme ist die Lichttherapie mit UV-Strahlung.

Einige Fälle scheinen jedoch völlig unempfindlich gegenüber allen Formen der Behandlung zu sein.

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