Granuloma anulare

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Was ist ein Granuloma anulare?

Definition

Ein Granuloma anulare ist eine gutartige Hautveränderung unbekannter Ursache, die sich typischerweise in meist ringförmig (anulär) angeordneten Papeln zeigt. Papeln sind kleine Hautverdickungen, die sich leicht über die Hautoberfläche erheben. Mit der Zeit wächst dieser Ring von Papeln oft im Durchmesser. Die Papeln sind hautfarben bis leicht rötlich. Granuloma anulare kann eventuell mit einem leichten Juckreiz einhergehen, ist aber in der Regel selbstlimitierend, heilt also von selbst ab.

Es gibt vier Haupttypen von Granuloma anulare. Am häufigsten kommt eine lokalisierte (begrenzte) Veränderung vor, seltener eine verbreitete (disseminierte) Form und eine Form mit Knötchen unter der Haut (subkutan). Ganz selten ist eine Form mit Wundbildung (perforierend).

Symptome

Beim lokalisierten (klassischen) Granuloma anulare (75 % aller Fälle) kommt es meist an Händen oder Füßen zu einem einzelnen oder wenigen kreis- und ringförmigen Herden mit einem Durchmesser von 1–3 cm. Typischerweise wird ein Ring maximal 5 cm groß; im Einzelfall kann es zu einer Größe von bis zu 10 cm kommen (Granuloma anulare giganteum). Bei mehr als der Häfte der Patient*innen kommt es innerhalb von 2 Jahren zu einer spontanen Rückbildung.

Das disseminierte bzw. generalisierte Granuloma anulare ähnelt der lokalen Variante, breitet sich aber stärker aus und bildet 10 oder mehr Herde.  Die Papeln können verschmelzen und Ringe auf den Extremitäten, dem Rumpf und dem Hals ausbilden. Im Gegensatz zur lokalisierten Form können sie für 3–4 Jahre oder länger bestehen.

Das subkutane Granuloma anulare wird vor allem bei Kindern diagnostiziert und besteht aus asymptomatischen, schnell wachsenden Knötchen unter der Haut. Diese bilden sich insbesondere an den unteren Extremitäten, sind aber auch am restlichen Körper möglich.

Das perforierende Granuloma anulare ist selten und tritt am häufigsten bei Kindern und jungen Erwachsenen auf, dabei wiederum eher bei Frauen als bei Männern. Es besteht aus 1–4 mm großen Papeln mit einer zentralen Kruste und kann sowohl in einer lokalisierten als auch in einer generalisierten Form auftreten. Die lokalisierte Form zeigt sich meist an den Extremitäten und im Bereich des Beckens, während die häufigere generalisierte Form an Bauch, Rumpf und Extremitäten auftritt.

Ursachen

Die Ursache von Granuloma anulare ist unbekannt, jedoch wurde ein Zusammenhang mit anderen Krankheitsbildern beobachtet, insbesondere Typ-1-Diabetes, Hyperlipidämie und Autoimmunerkrankungen. Auch bakterielle oder virale Infektionen (u. a. HIV) sowie verschiedene Medikamente stehen im Verdacht, die Erkrankung auszulösen. Ein Zusammenhang mit Krebserkrankungen konnte bisher nicht gesichert werden.

Häufigkeit

Selbst die häufigste Variante von Granuloma anulare ist relativ selten. In den USA wird geschätzt, dass pro Jahr 0,04 % der Bevölkerung neu erkranken. Menschen aller Altersgruppen können betroffen sein. Die meisten Fälle von lokalisiertem Granuloma anulare werden bei Personen unter 30 Jahren diagnostiziert. Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer. Möglicherweise ist die Veränderung zu einem gewissen Grad erblich veranlagt.

Untersuchungen

  • Die Diagnose wird anhand des ärztlichen Gesprächs und der typischen Symptomatik gestellt. Dabei spielen Anzahl, Größe und Lokalisierung der Hautveränderungen eine Rolle, aber auch Alter und Vorerkrankungen der Betroffenen.
  • Typisch für ein Granuloma anulare sind fehlende oberflächige Hautveränderungen, womit es leicht von vielen anderen Hauterkrankungen unterschieden werden kann.
  • Bei Bedarf können Laboruntersuchungen des Blutes durchgeführt werden.
  • In unsicheren Fällen ist zusätzlich eine Bestätigung durch eine dermatologische Biopsie notwendig. Dabei wird eine Gewebeprobe entnommen, die zur mikroskopischen Untersuchung eingeschickt wird.

Behandlung

  • Granuloma anulare ist eine Hautveränderung, die von selbst ausheilt.
  • Die Wirkung von Behandlungsformen gegen Granuloma anulare ist nur wenig erforscht. Bei der Entscheidung für oder gegen eine Behandlung wird zwischen der Gutartigkeit der Erkrankung und dem individuellen Leidensdruck sowie den potenziellen Nebenwirkungen der Therapie abgewogen.
  • Bei begleitenden Grunderkrankungen wie Diabetes sollten diese bestmöglich eingestellt sein, was einen positiven Effekt auf die Hauterscheinungen haben kann.
  • Da die lokalisierte Form von Granuloma anulare selbstlimitierend und, abgesehen von den Papeln, weitgehend asymptomatisch ist, ist eine Behandlung meist nicht notwendig.
  • Für eine oberflächliche Therapie kommt Kortison in Betracht, z. B. als Injektion direkt in die Papeln.
  • Eine Lichttherapie mit UVA-/UVB-Strahlung oder eine Lasertherapie hat möglicherweise ebenfalls einen Nutzen.
  • Daneben gibt es weitere Medikamente, die angewendet werden können, allerdings haben diese Medikamente teilweise starke Nebenwirkungen.
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