Akute Gallenwegsentzündung (Cholangitis)
Akute Gallenwegsentzündung (Cholangitis)
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Was ist eine akute Gallenwegsentzündung?
Definition
Die akute Cholangitis ist eine Entzündung der Gallenwege, meist verursacht durch Gallensteine, die die Gallengänge verstopfen oder verengen.
Die Erkrankung kann einen lebensbedrohlichen Verlauf nehmen und muss unverzüglich ärztlich behandelt werden!
Symptome
Die Betroffenen fühlen sich krank, haben Schmerzen im rechten Oberbauch, Fieber und Schüttelfrost. Im Verlauf entwickelt sich eine Gelbsucht. Der Stuhlgang ist entfärbt und der Urin hat eine bierbraune Farbe. Manchmal treten Juckreiz und Übelkeit auf. Bei älteren Menschen kann auch Verwirrtheit oder Benommenheit vorkommen.
Als Charcot-Trias (nach dem französischen Neurologen J. M. Charcot benannt) bezeichnet man die drei Hauptsymptome einer Cholangitis:
- Schmerzen im rechten Oberbauch
- Fieber
- Gelbsucht.
Ursachen
Die häufigste Ursache sind Gallensteine, die die Gallengänge verstopfen und so den Abfluss des Gallensaftes behindern. Zu einer Abflussstörung kann es aber auch durch medizinische Eingriffe (z. B. endoskopische Untersuchungen, Chemotherapie), durch eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse oder auch durch Parasiten kommen, die sich im Gallengang ansiedeln.
Der Gallenstau führt zu einer weiteren Infektion durch Bakterien, die aus dem Darm aufsteigen. Der erhöhte Druck im Gallengangssystem begünstigt das Einwandern der Bakterien in die Blutbahn, was zu einer Blutvergiftung (Sepsis) führen kann.
Risikofaktoren
- Gallensteine
- Verengungen der Gallengänge
- Komplikationen bei Eingriffen an den Gallenwegen
- Primär sklerosierende Cholangitis (seltene Erkrankung, bei der die Gallengänge ständig entzündet sind)
- Das Alter: Menschen, die älter als 50 Jahre sind, sind häufiger betroffen.
Häufigkeit
Die Erkrankung ist eher selten, nur ca. 1 % der Menschen, die an Gallensteinen leiden, entwickeln eine Cholangitis.
Untersuchungen
Die oben beschriebenen Beschwerden und evtl. bestehende Risikofaktoren weisen auf eine akute Gallenwegsentzündung hin. Die Ärzt*innen können bei einer Ultraschalluntersuchung des Bauchraumes Gallensteine oder Abflussstörungen in den Gallenwege feststellen.
Falls der Verdacht auf eine Cholangitis besteht, werden die Betroffenen unverzüglich ins Krankenhaus eingewiesen. Hier können Blutuntersuchungen und weitere bildgebenden Verfahren (Endsonografie, Computertomografie) durchgeführt werden.
Behandlung
Ziele der Behandlung sind, die Abflussstörung in den Gallenwegen zu beseitigen und die bakterielle Infektion zu bekämpfen. Bei Cholangitis wird unverzüglich ein Breitspektrum-Antibiotikum verabreicht, ggf. unter intensivmedizinischer Beobachtung.
Medikamentöse Behandlung
Die bakterielle Infektion wird mit Antibiotika behandelt. Die Wahl des Antibiotikums richtet sich nach dem Erregerspektrum. Die Antibiotikatherapie aus der ersten Akutbehandlung wird nach den Ergebnissen der Blutkultur und nach einem Abstrich aus dem Gallengang angepasst.
Weitere Therapien
Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, um die Gallensteine zu entfernen und die Gallengänge wieder freizumachen.
Bei der ERCP (endoskopisch retrograde Cholangiopankreatikografie) können die Gallengänge mit Röntgenkontrastmittel dargestellt sowie Gallensteine entfernt werden. Dieses bildgebende Verfahren wird zur Diagnose und auch zur Behandlung von Abflussstörungen der Gallenwege eingesetzt. Allerdings sollte der Eingriff innerhalb von 24 Stunden erfolgen, bei Zeichen einer Sepsis unverzüglich.
Gallensteine können auch chirurgisch entfernt werden. Falls eine Operation nicht sinnvoll ist, kann eine perkutane transhepatische Cholangiografie (PTC, Zugang von außen durch die Leber) durchgeführt werden.
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