Fehlgeburt (Abort)

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Was ist eine Fehlgeburt?

Definition

Unter Fehlgeburt (Abort) versteht man den Verlust einer Schwangerschaft von Beginn der Zeugung bis zur 24. Schwangerschaftswoche (SSW).

Fehlgeburten stuft man ein in frühe Fehlgeburten, d. h. vor Ende der 12. Schwangerschaftswoche, und späte Fehlgeburten, von denen man ab der 13. Woche spricht.

Je nach Befund wird zwischen einer vollständigen und einer unvollständigen Fehlgeburt unterschieden. Wenn eine Schwangere vor der 20. Woche von einer Vaginalblutung betroffen ist, wird dies als drohende Fehlgeburt bezeichnet.

Symptome

Bei einer Fehlgeburt treten während der frühen Schwangerschaft Blutungen, Unterleibsschmerzen und evtl. ein Abgang von Fruchtwasser auf. Die Schwangerschaftssymptome nehmen dagegen ab.

Ursachen

Die Ursachen dafür, dass eine Schwangerschaft vor der 24. Woche endet, sind sehr vielfältig. Häufig lässt sich die genaue Ursache auch nicht ermitteln.

Die häufigste Ursache sind embryonale/fetale Chromosomenabweichungen, die vor allem im 1. Schwangerschaftsdrittel auftreten. Das Risiko von Chromosomenabweichungen steigt mit dem Alter der Eltern. Weitere mögliche Ursachen sind Fehlbildungen der Gebärmutter und Infektionen in der Schwangerschaft. Ein erhöhtes Risiko besteht auch bei Schilddrüsenerkrankungen (Hypothyreose, Hyperthyreose), Blutgerinnungsstörungen und dem polyzystischen Ovarsyndrom.

Risikofaktoren

  • Verhütung mit Spirale
  • Mehrlingsschwangerschaft
  • Vorangegangene Fehlgeburt
  • Psychische Belastung
  • Hoher Alkohol- und Nikotinkonsum
  • Starkes Unter- oder Übergewicht
  • Hoher Koffeinkonsum (über 8–10 Tassen täglich)
  • Einnahme bestimmter Schmerzmittel (NSAR)
  • Nachtschichtarbeit

Häufigkeit

Etwa 10 % aller ärztlich registrierten Schwangerschaften enden mit einer Fehlgeburt. Viele Fehlgeburten werden gar nicht als solche erkannt, sondern als verspätete Menstruationsblutung eingestuft. Bis zu 5 % aller Schwangeren erleben mehr als eine Fehlgeburt.

Untersuchungen

  • Unterleibsschmerzen und Blutungen sollten bei Schwangeren immer ärztlich abgeklärt werden.
  • Bei der gynäkologischen Untersuchung wird der Muttermund beurteilt. Ein vorzeitig geöffneter Muttermund weist auf eine nicht mehr aufzuhaltende Fehlgeburt hin.
  • Im Ultraschall werden der Embryo begutachtet und die Herzaktivität gemessen.
  • Zusätzlich kann die Hormonkonzentration (Beta-hCG und evtl. Progesteron) im Blut oder Urin bestimmt werden.

Behandlung

  • Die Auswahl der Behandlung ist abhängig von den Befunden, dem Ausmaß der Blutung und dem Allgemeinzustand der Patientin.
  • Bei leichten Blutungen und intakter Schwangerschaft im Ultraschall ist die Wahrscheinlichkeit für eine Fehlgeburt gering. Eine Kontrolle ist nach 10 Tagen sinnvoll. Bettruhe scheint nicht unbedingt notwendig zu sein.
  • Bei einer unvollständigen Fehlgeburt ist unter bestimmten Umständen ein Abwarten des Verlaufs möglich.
  • In der frühen Schwangerschaft kann eine Fehlgeburt medikamentös behandelt werden. Der Wirkstoff Mifepriston führt zum Abbruch der Schwangerschaft. Zusätzlich werden Prostaglandine (Misoprostol) verabreicht.
  • Mögliche Nebenwirkungen sind Übelkeit, Durchfall und Erbrechen.
  • Nach der 9. SSW sollte eher ein chirurgisches Vorgehen gewählt werden, ebenso nach erfolgloser abwartender oder medikamentöser Behandlung sowie bei Infektionen. Bei einer Ausschabung der Gebärmutter werden die Gebärmutterschleimhaut und eventuelle Plazentareste entfernt.
  • Wenn die Frau Rhesus-negativ ist, wird Anti-D-Gammaglobulin verabreicht. Auf diese Weise vermeidet man, dass das Immunsystem der Frau bei einer späteren Schwangerschaft Antikörper bildet, die die Blutzellen des Fetus angreifen können.
  • Nach einer Fehlgeburt sind psychologische Betreuung und soziale Unterstützung wichtig.
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