Endometriumkarzinom

Endometriumkarzinom

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Was ist Gebärmutterkrebs (Endometriumkarzinom)? 

Definition

Ein Endometriumkarzinom, ein Krebs des Gebärmutterkörpers, darf nicht mit einem Zervixkarzinom verwechselt werden, bei dem der Gebärmutterhals betroffen ist – es handelt sich um zwei verschiedene Erkrankungen. Das Endometriumkarzinom (Gebärmutterkörperkrebs) ist ein bösartiger Tumor, der von der Gebärmutterschleimhaut ausgeht.

Die Gebärmutter (Uterus) ist etwa so groß wie eine Birne und wiegt zwischen 40 und 70 Gramm. Die Gebärmutterwand besteht aus einer etwa einen Zentimeter dicken Muskelschicht und ist innen mit Schleimhaut ausgekleidet. Ein Teil dieser als Endometrium bezeichneten Schleimhaut wird regelmäßig während der Menstruation abgestoßen. Nach den Wechseljahren verkümmert die Gebärmutter und verliert merklich an Umfang.

Symptome

Typische Symptome bei Gebärmutterkörperkrebs sind unregelmäßige Blutungen oder Blutungen nach der Menopause. Andere Symptome wie Schmerzen treten erst später auf.

Ursachen

Das Risiko, an Gebärmutterkrebs zu erkranken, nimmt mit dem Alter zu. Die meisten Frauen sind bei der Diagnosestellung älter als 50 Jahre.

Als wichtigster Auslöser gilt der Einfluss des weiblichen Sexualhormons Östrogen. Insbesondere die langfristige Einnahme von Östrogenpräparaten als Hormonersatztherapie erhöht das Risiko. Dies gilt vermutlich auch für sequenzielle Östrogen-/Gestagen-Kombinationspräparate. Die Anwendung von kombinierten hormonellen Verhütungsmitteln oder einer Hormonspirale scheint das Risiko für Gebärmutterkrebs dagegen zu senken.

Übergewicht ist ein entscheidender Risikofaktor, da es zu einer erhöhten Konzentration von Östrogen führt. Dadurch wird das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut angeregt, woraus wiederum Gebärmutterkrebs entstehen kann.

Weitere Risikofaktoren sind östrogenproduzierende Tumoren, das polyzystische Ovarialsyndrom, Diabetes, erbliche Veranlagung sowie eine Langzeitbehandlung mit Tamoxifen bei Brustkrebs.

Körperliche Aktivität reduziert das Risiko, Gebärmutterkrebs zu entwickeln.

Häufigkeit

Jährlich erkranken in Deutschland etwa 11.000 Frauen an Gebärmutterkrebs. Es handelt sich um die fünfthäufigste Krebsart bei Frauen. 90 % der Patientinnen sind älter als 50 Jahre. Nur selten sind Frauen unter einem Alter von 40 Jahren betroffen.

Untersuchungen

  • Jede Blutung nach der Menopause sollten Sie ärztlich abklären lassen.
  • Besteht der Verdacht auf Gebärmutterkrebs, werden Sie an ein*e Gynäkolog*in überwiesen. Dort erfolgt zunächst eine gynäkologische Untersuchung sowie eine Ultraschalluntersuchung des Beckens.
  • Die Diagnose wird über eine feingewebliche (histologische) Untersuchung der Gebärmutterschleimhaut gesichert. Dabei wird entweder mit einer Pipelle oder im Rahmen einer Gebärmutter-Ausschabung (Abrasio) eine Gewebeprobe (Biopsie) entnommen.
  • Ergänzend kann eine Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie) durchgeführt werden.

Bildgebende Untersuchungen

  • Besteht der Verdacht, dass sich die Krebserkrankung ausgebreitet hat, können weitere Untersuchungen erforderlich sein, z. B. eine Computertomografie (CT) oder eine Magnetresonanztomografie (MRT).
  • Zudem erfolgt normalerweise eine Röntgenuntersuchung des Brustraums (Röntgen-Thorax), um abzuklären, ob der Tumor in die Lunge gestreut hat.

Behandlung

  • Die Behandlung richtet sich nach dem Stadium des Tumors.
  • Vorstufen des Endometriumkarzinoms (sog. Hyperplasie) können bei Frauen mit Kinderwunsch in bestimmten Fällen konservativ mit Gestagenen behandelt werden.

Operation

  • Die wichtigste Maßnahme besteht in der operativen Entfernung des Gebärmuttertumors. Dabei wird die Gebärmutter vollständig mitsamt beider Eileiter und Eierstöcke entnommen. Dieser Eingriff wird als totale Hysterektomie mit beidseitiger Adnektomie bezeichnet.
  • Manchmal werden zugleich auch die Lymphknoten (Lymphonodektomie) und das große Netz (Omentektomie) im Bauchraum entfernt.

Strahlentherapie

  • Bei fortgeschrittenen Stadien oder bei Tumoren mit bestimmten Mutationen wird zusätzlich eine Strahlentherapie empfohlen.
  • Mithilfe der Strahlentherapie lassen sich etwaige im Körper verbliebene Krebszellen eliminieren. Damit soll verhindert werden, dass der Gebärmutterkrebs nach der Operation zurückkehrt.
  • Je nach Ausbreitung der Erkrankung kann die Bestrahlung lokal (das strahlende Material wird mithilfe eines Applikators in die Scheide eingebracht) oder von außen (der gesamte Beckenbereich wird bestrahlt) erfolgen.
  • Die Behandlung wird in mehreren Sitzungen durchgeführt; sie ist schmerzlos und dauert jeweils nur wenige Minuten.
  • Während und nach der Strahlentherapie können Nebenwirkungen auftreten. Diese können häufig mit Medikamenten behandelt werden.
  • Mögliche Nebenwirkungen sind Übelkeit und Erbrechen, Durchfall, Schmerzen beim Wasserlassen, Scheidentrockenheit und sexuelle Funktionsstörungen.

Chemotherapie

  • Bei der Chemotherapie erfolgt eine medikamentöse Behandlung mit Zellgiften, sog. Zytostatika.
  • Sie wird zusätzlich nach einer Operation durchgeführt, wenn ein Tumor im fortgeschrittenen Stadium mit hohem Risiko vorliegt.
  • Mögliche Nebenwirkungen sind Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Blutarmut und Erschöpfung.

Behandlung von Rückfällen

  • Wenn Rückfälle auftreten, können diese je nach Ausbreitung mit Operation, Bestrahlung oder Chemotherapie behandelt werden.
  • Bei bestimmten Mutationen kann eine Immuntherapie mit zielgerichteten Antikörpern oder sog. Multikinase-Inhibitoren eingesetzt werden.

Weitere Maßnahmen

  • Während der Behandlung können Sie sich psychoonkologisch betreuen lassen.
  • Im Anschluss an die Therapie haben Sie Anspruch auf eine Rehabilitationsmaßnahme.
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