Chondrodermatitis nodularis helicis
Chondrodermatitis nodularis helicis
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Was ist Chondrodermatitis nodularis helicis?
Definition
Hinter dem komplizierten Namen verbirgt sich ein harmloses, aber schmerzhaftes Hautknötchen an der Ohrmuschel. Es handelt sich um eine Entzündung des Knorpels und der Haut. Die Erkrankung wird auch Winklersche Krankheit genannt.
Symptome
Auf dem zuvor gesund erscheinenden Ohr wächst innerhalb kurzer Zeit ein einzelnes Knötchen heran. Es ist 4–7 Milllimeter groß und befindet sich meistens am oberen äußeren Rand der Ohrmuschel. Es ist hautfarben oder weiß, fühlt sich verhärtet an und kann abgestorbene schwarze Hautreste oder eine Kruste aufweisen. Um das Knötchen herum ist die Haut gerötet. Eine Berührung des Knötchens führt zu mäßigen bis heftigen Schmerzen. Typisch sind Schmerzen beim Schlafen auf dem betroffenen Ohr.
Manchmal findet sich am anderen Ohr ebenfalls ein Knötchen. In einigen Fällen ist die Hautveränderung flach statt knotig oder von Hornhaut bedeckt.
Ursachen
Vermutete Auslöser sind eine altersbedingte Verhärtung des Knorpels und eine Druckbelastung. Druck entsteht beispielsweise durch das Liegen auf dem Kopfkissen in der Nacht, besonders dann, wenn man bevorzugt auf einer Seite schläft. Ähnlich wie das Kopfkissen führen auch häufiges Telefonieren, das Tragen von Kopfhörern und Helmen und der Gebrauch von Hörgeräten zu wiederholter Druckbelastung der Ohrmuschel.
Bei jungen Frauen besteht möglicherweise ein Zusammenhang mit Kollagenosen. Dies ist eine Gruppe von Autoimmunerkrankungen des Bindegewebes – dazu zählen das Sjögren-Syndrom und der systemische Lupus erythematodes (SLE).
Anatomische Ursachen können eine Rolle spielen – in Form einer schlechten Durchblutung der Ohrmuschel und eines dünnen Unterhautgewebes.
Als Risikofaktoren gelten intensive Sonnenstrahlung, wiederholte Verletzungen und Kälte.
Häufigkeit
60 % der Betroffenen sind Männer. Im Durchschnitt tritt die Erkrankung im Alter von 65 Jahren auf. Hellhäutige Personen, die viel sonnenbaden, sind häufiger betroffen als andere. Manchmal sind Jugendliche betroffenen, unter Kindern ist die Erkrankung selten.
Untersuchungen
Hausarztpraxis
Die Diagnose wird anhand des Aussehens der Ohrmuschel gestellt. Typischerweise hat sich ein einzelnes Knötchen innerhalb kurzer Zeit ausgebildet. Es ist 4–7 Millimeter groß, höchstens jedoch 1 Zentimeter, von geröteter Haut umgeben und schmerzt bei Berührung. Das Knötchen kann verhornt oder teilweise schwarz sein.
Eine Gicht führt ebenfalls zu Knötchen in der Haut, die jedoch selten einzeln vorkommen. Weißer Hautkrebs führt nicht zu Schmerzen.
Weitere Untersuchungen in der Praxis sind normalerweise nicht notwendig.
Gewebeprobe
Es kann eine Gewebeprobe entnommen und ins Labor geschickt werden. Dort beurteilen Spezialist*innen das Gewebe unter dem Mikroskop und schließen andere Ursachen – zum Beispiel einen weißen Hautkrebs – aus, auch wenn Hauttumoren normalerweise schmerzlos sind.
Facharztpraxis
Die operative Entfernung wird einer einer Dermatologie- oder HNO-Praxis durchgeführt.
Behandlung
Druckentlastung
Eine Druckentlastung des Ohrs, z. B. durch einen Ohrschutzverband, ist die wichtigste Behandlungsmaßnahme.
Salben
Sie können eine Salbe mit einem entzündungshemmenden Medikament (Glukokortikoid) anwenden. Eine vollständige Heilung ist dabei nicht sicher. Alternativ gibt es Salben, die die Durchblutung verbessern.
Spritzen
Eine kurzfristige Schmerzlinderung mit einer Spritze ist möglich. Dabei wird ein entzündungshemmendes Medikament wie Triamcinolon direkt in das Knötchen gespritzt – allerdings sind 3–4 Spritzen im Monat nötig, eine langfristige Heilung ist nicht garantiert. Ohne eine Druckentlastung der Ohrmuschel sind Spritzen nicht sinnvoll!
Abtragung
Es gibt Laser, mit denen man Hautknötchen abtragen kann. Alternativ können Sie eine Verödung mit elektrischem Strom oder Kälte in Betracht ziehen.
Operation
Bei einer Operation wird entweder das Knötchen herausgeschnitten oder die Haut mit dem darunterliegenden Knorpel ausgestanzt.
Autor
- Vincent Kranz, Cand. med., Hamburg
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