Cannabiskonsum
Cannabiskonsum
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Was ist Cannabis?
Definition
Die Hanfpflanze (Cannabis sativa) hat einen kräftigen Hauptstamm, von dem die charakteristischen, gezackten Blätter ausgehen. Die Pflanze enthält zahlreiche Wirkstoffe, die unter dem Sammelbegriff Cannabinoide zusammengefasst werden. Cannabinoide können aus der Hanfpflanze gewonnen oder synthetisch hergestellt werden. Aus der Hanfpflanze werden verschiedene Produkte hergestellt: Marihuana besteht aus den getrockneten Pflanzenteilen (Blüten), während es sich bei Haschisch um eine Mischung aus Cannabisharz und Pflanzenfasern handelt, die zu kleinen Klumpen oder Platten gepresst wird. Cannabisöl ist konzentrierter Pflanzensaft, der die fettlöslichen Inhaltsstoffe enthält.
Der Wirkstoff, der den Rausch auslöst, ist Tetrahydrocannabinol (THC). Daneben enthält die Pflanze noch eine Reihe weiterer psychoaktiver Substanzen. In den letzten Jahren ist der THC-Gehalt in den Hanfpflanzen angestiegen, neuere Sorten können deutlich höhere THC-Konzentrationen aufweisen. Hohe THC-Konzentrationen scheinen mit einem erhöhten Überdosierungs- und Abhängigkeitsrisiko einherzugehen. Zunehmend sind auch synthetische Cannabinoide verbreitet, deren Wirkung oft schlecht vorhersehbar ist.
Rechtliche Grundlagen
Ab dem 01.04.2024 trat in Deutschland ein Gesetz zum kontrollierten Umgang mit Cannabis und zur Änderung weiterer Vorschriften (Cannabisgesetz) in Kraft. Dies ermöglicht den legalen privaten Eigenanbau durch Erwachsene zum Eigenkonsum sowie den gemeinschaftlichen, nicht-gewerblichen Eigenanbau von Cannabis in Anbauvereinigungen. Konsum an bestimmten dafür freigegebenen Orten sowie der Besitz von 15 g sind für Erwachsene erlaubt. Ein legaler Erwerb von Cannabis ist aber weiterhin nicht möglich.
Für Jugendliche unter 18 Jahren bleiben Erwerb, Besitz und Anbau von Cannabis weiterhin verboten, wird aber nicht strafrechtlich verfolgt. Im Vergleich dazu ist der Konsum von Alkohol schon ab 14 Jahren in Begleitung der Eltern erlaubt.
Außerdem dürfen seit 2017 unter bestimmten Voraussetzungen Medikamente mit Cannabis bei schwerwiegenden Erkrankungen (z. B. begleitend bei Chemotherapie) verschrieben werden.
Häufigkeit
- Cannabis ist die am häufigsten gebrauchte illegale Droge sowohl in Deutschland als auch weltweit.
- 35 % der Erwachsenen in Deutschland haben im Lauf des Lebens Cannabis konsumiert.
- In einer Befragung gaben 8 % der 12–17-Jährigen und 9 % der 18- bis 64-Jährigen an, in den letzten 12 Monaten mindestens einmal Cannabis konsumiert zu haben.
- Im Vergleich dazu konsumierten knapp 70 % der befragten Erwachsenen in den letzten 30 Tagen mindestens einmal Alkohol.
Gebrauch als Rauschmittel
Die gebräuchlichste Form des Cannabiskonsums ist das Rauchen. Der Rauch von Haschisch und Marihuana hat einen speziellen, süßlichen Geruch. In manchen Ländern wird Cannabis auch in Gebäck verzehrt. Cannabis hat sowohl eine beruhigende als auch halluzinogene Wirkung.
Unmittelbare Rauschwirkung
Der Rausch tritt bereits kurze Zeit nach dem Inhalieren des Rauchs ein und erreicht seinen Höhepunkt nach 20–30 Minuten.
Der Cannabiskonsum kann folgende Wirkungen haben:
- Beruhigung, Entspannung
- Schlaffördernde Wirkung
- Verschlechterung des Konzentrations- und Reaktionsvermögens
- Gedächtnisstörungen
- Schwindel und Müdigkeit
- Körperliche Symptome wie rote Augen, trockener Mund, erhöhter Puls
- Erhöhter Appetit
- Verringerte Schmerzwahrnehmung
- Veränderung der Sinneseindrücke
- Veränderte Zeitwahrnehmung
- Depression, Panik, Halluzinationen, selten auch akute Psychose
Das Rauscherlebnis kann sich individuell sowie je nach Menge und Stärke der Droge stark unterscheiden. Die Wirkung kann sich verstärken, falls Cannabis zusammen mit anderen Drogen oder Alkohol konsumiert wird.
Der Rausch einer Einzeldosis klingt normalerweise nach einigen Stunden ab, aber die Wirkung auf das zentrale Nervensystem kann noch längere Zeit fortbestehen. Ein geschwächtes Reaktions- und Konzentrationsvermögen kann bis zu 24 Stunden nach dem Rausch auftreten.
Auch eine akute Vergiftung ist möglich.
Langzeitwirkungen
Hierbei handelt es sich um Wirkungen, die nach einem längeren und regelmäßigen Cannabiskonsum auftreten können. Die häufigsten Nebenwirkungen sind:
- Abhängigkeit, die Unfähigkeit, den Konsum der Droge einzustellen.
- Fehlende Kontrolle über den Konsum, sodass zunehmend größere Mengen konsumiert werden.
- Atemwegserkrankungen wie chronische Bronchitis oder Asthma
- Konzentrationsprobleme
- Probleme in der Schule/am Arbeitsplatz oder soziale Probleme
- Persönlichkeitsveränderungen
- Angstsymptome
- Depression
- Wahnvorstellungen
- Erhöhtes Risiko für das Entwickeln einer psychischen Erkrankung
Cannabisabhängigkeit
Wenn Sie über einen längeren Zeitraum häufig Cannabis konsumieren, besteht die Gefahr, eine Abhängigkeit zu entwickeln. Sie sind dann nicht mehr in der Lage, den Konsum zu beenden oder zu reduzieren. Es besteht ein starker Wunsch, die Droge einzunehmen und trotz bereits vorhandener negativer Folgen wird die Droge weiter konsumiert. Die Abhängigkeit zeigt sich auch in einer höheren Toleranz und/oder Entzugserscheinungen.
Das Risiko ist bei männlichem Geschlecht, Cannabiskonsum in jungem Alter, häufigem Konsum und Einnahme weiterer Suchtmittel erhöht. Auch psychische Erkrankungen können zu Drogenabhängigkeit führen.
Entzugserscheinungen
Ein Entzugssyndrom kann innerhalb von 24–48 Stunden nach Konsum von Cannabis auftreten. Die Entzugserscheinungen können sich unterschiedlich äußern. Sie sind in der ersten Woche nach Drogenkonsum am stärksten und können bis zu einem Monat lang anhalten.
Nach dem Absetzen sind folgende Symptome häufig: verminderter Appetit, Nervosität, Unruhe, Schlafprobleme, Aggressivität, Depressionen, Angst, Zittern, Schwitzen, Schüttelfrost, erhöhte Temperatur sowie Kopfschmerzen.
Schwere Entzugssymptome sollten im Krankenhaus behandelt werden.
Untersuchungen
- Im ärztlichen Gespräch werden Sie nach dem Konsum von Cannabis und anderen Substanzen gefragt. Zudem werden Beschwerden durch den Konsum und evtl. Entzugserscheinungen erfasst.
- THC kann im Blut oder Urin nachgewiesen werden.
Behandlung
- Suchen Sie sich Unterstützung, wenn Sie den Konsum von Cannabis reduzieren oder beenden wollen.
- Der Cannabisentzug kann meistens ambulant durchgeführt werden.
- Es wird empfohlen, den Konsum zunächst schrittweise zu senken.
- Guter Schlaf und Entspannungstechniken können unterstützend wirken.
- Vermeiden Sie Situationen, die Sie mit Drogenkonsum verbinden!
- Bei Erwachsenen dauert der Entzug 2–4 Wochen, bei Jugendlichen 4–12 Wochen.
- Im Anschluss erfolgt eine Rehabilitation über 3–9 Monate, um Rückfällen vorzubeugen.
- Begleitend wird eine Psychotherapie durchgeführt. Die besten Behandlungsergebnisse lassen sich mit einer kognitiven Verhaltenstherapie erzielen.
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