Bypass-Operation des Herzens (Koronararterien-Bypass)
Bypass-Operation des Herzens (Koronararterien-Bypass)
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Was ist ein Koronararterien-Bypass?
Definition
Eine Koronararterien-Bypass-Operation (CABG = Coronary Artery Bypass Graft) ist eine Behandlungsmöglichkeit bei fortgeschrittener koronarer Herzkrankheit. Hierbei werden Blutgefäße aus körpereigenem Material (Beinvenen, Armarterien oder Brustwandarterien) verwendet, um Engstellen der Herzkranzgefäße zu umgehen (engl. bypass = Umleitung, Umgehung). Dadurch wird die Durchblutung der betroffenen Blutgefäße wiederhergestellt (Revaskularisation).
Wann ist eine Bypass-Operation notwendig?
Zur Prognoseverbesserung wird ein Koronararterien-Bypass bei einer Verengung von einer oder mehreren Koronararterien eingesetzt. Auch eine verminderte Durchblutung von Teilen des Herzens kann ein Grund für einen Koronararterien-Bypass sein. Bei Herzinsuffizienz oder Diabetes mellitus kann dieser Eingriff ebenfalls die Lebenserwartung verlängern.
Eine Unterversorgung von Teilen des Herzmuskels mit Sauerstoff und Nährstoffen kann Beschwerden in Form von anfallsartigen Brustschmerzen (Angina pectoris) verursachen. Bestehen diese trotz optimaler medikamentöser Therapie, kann ein Bypass-Operation die Symptome verbessern.
Bei Erkrankungen wie Diabetes mellitus und/oder Dreigefäßerkrankung und generell bei zunehmender Komplexität der Herzerkrankung ist ein CABG gegenüber einer perkutanen Koronarintervention (PCI) zum Stent-Einsatz zu bevorzugen.
Häufigkeit
2022 wurden ca. 28.000 isolierte CABG vorgenommen. 21 % der CABG wurden bei Frauen, 79 % bei Männern durchgeführt. 81 % der Eingriffe wurden „On-Pump“ (d. h. mit Herz-Lungen-Maschine), 19 % „Off-Pump“ durchgeführt.
Dagegen berichtet der Herzreport 2024 für 2022 von knapp 300.000 Stents in Deutschland. Dabei ist die Anzahl der koronaren Bypass-Operationen seit vielen Jahren rückläufig – im internationalen Vergleich werden in Deutschland dreifach häufiger Stents als Bypässe gelegt. Im Gegensatz zum Bypass hat der Stent dabei nur bei akuten Koronarsyndromen und bei Interventionen, die allein der Symptomkontrolle dienen, einen prognostischen oder therapeutischen Nutzen.
Welche Verfahren gibt es?
„On-Pump“- vs. „Off-Pump“-Chirurgie
- Klassischerweise werden CABG-Operationen unter Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine (HLM) durchgeführt („On-Pump“).
- Durch Operation am schlagenden Herzen („Off-Pump“) erhoffte man sich die Vermeidung bestimmter Nachteile der HLM, insgesamt zeigten sich allerdings in großen Studien keine besseren Ergebnisse durch die „Off-Pump“-Chirurgie.
- Die „Off-Pump“-Chirurgie ist daher vor allem eine Option für Patient*innen mit hohem Operationsrisiko, wenn sie von sehr erfahrenen Chirurg*innen durchgeführt wird.
- Heutzutage wird die überwiegende Anzahl der CABG-Operationen „On-Pump“ durchgeführt. Teilweise werden verkleinerte HLM-Systeme verwendet, wodurch die Belastung durch die HLM verringert werden soll.
Totale arterielle Operation
- Typischerweise wird die linke innere Brustkorbarterie (LIMA) für den Bypass einer der beiden Hauptäste der linken Koronararterie (RIVA) in Kombination mit einem Bypass der übrigen Koronararterien durch eine Beinvene verwendet.
- Allerdings beträgt die Verschlussrate des Venenbypasses nach 10 Jahren ca. 50 %.
- Neben der linken (LIMA) kann auch die rechte innere Brustkorbarterie (RIMA) und/oder die Speichenarterie verwendet werden.
Minimalinvasiver Eingriff
- Bei der sog. MIDCAB-OP (MIDCAB = Minimally Invasive Direct Coronary Artery Bypass) wird ein kleiner Zugang am linken Brustkorb (unterhalb der linken Brustwarze) gewählt.
- Zielgefäß ist die linke Brustwandarterie (LIMA), die als RIVA-Bypass verwendet wird.
- Der Eingriff erfolgt „Off-Pump“.
- Die Technik kann auch im Rahmen von Hybrid-Verfahren eingesetzt werden.
Hybrid-Verfahren
- Im Rahmen von Hybrid-Eingriffen werden minimalinvasive CABG-OP und eine perkutane Koronarintervention (PCI) kombiniert.
- Hierdurch sollen die Vorteile beider Verfahren genutzt und bei minimaler Invasivität komplette Revaskularisationen erzielt werden.
- Bei einer perkutanen Koronarintervention wird ein dünner Kunststoffschlauch (Katheter) in ein Blutgefäß der Leiste oder des Handgelenks eingeführt und bis zu den Herzkranzgefäßen vorgeschoben. Das verengte Blutgefäß wird durch Aufblasen eines Ballons geweitet. Meist setzt man auch ein Röhrchen aus Drahtgeflecht, den sog. Stent, in das Gefäß ein, um es dauerhaft offenzuhalten.
Roboterassistierte Operationen
- Bypass-Operationen können mittlerweile in einigen spezialisierten Zentren auch robotergestützt durchgeführt werden.
- Es handelt sich noch um kein für die Routine anerkanntes Verfahren.
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