Trommelfellriss

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Was ist das Trommelfell?

Definition

Das Trommelfell ist eine etwa 0,1 mm dünne Membran, die sich zwischen dem äußeren Gehörgang und dem Mittelohr befindet. Sie überträgt Schallwellen durch Schwingungen und schützt das Mittelohr vor Keimen. Ein Riss des Trommelfells kann z. B. im Rahmen einer Mittelohrentzündung oder durch einen Schlag aufs Ohr entstehen. 

Symptome

Die Symptome eines Trommelfellrisses unterscheiden sich je nach Ursache.
Wurde der Riss durch ein Trauma (z. B. Schläge oder Verletzung durch Wattestäbchen) verursacht, sind folgende Symptome möglich:

  • stechende Ohrenschmerzen
  • Druckgefühl im Ohr
  • akute Hörminderung
  • Ohrgeräusche

Bei einer Mittelohrentzündung hingegen lassen die entzündungsbedingten Schmerzen im Ohr schnell nach, wenn das Trommelfell reißt und der Eiter abfließen kann.

Ursachen

Verschiedene Auslöser können einen Riss im Trommelfell herbeiführen:

  • Mittelohrentzündung, vor allem bei Kleinkindern
  • Schlag mit der flachen Hand aufs Ohr
  • falsche Benutzung von Wattestäbchen oder Ohrenspülungen
  • Druckanstieg beim Tauchen in großer Tiefe (Barotrauma)
  • Explosionen
  • Sturz aufs Wasser
  • Schädelfraktur
  • Fremdkörper im Gehörgang
  • Geschwulst aus angesammeltem Hautgewebe im Mittelohr (Cholesteatom)

Selten sind Flugreisen die Ursache für ein gerissenes Trommelfell, auch wenn hierbei ähnliche Symptome (Schwindel, Ohrschmerzen, teilweiser Hörverlust) auftreten können.

Häufigkeit

  • Durch Verletzungen/Unfälle
    • in 37,4 % der Fälle durch Schläge mit der flachen Hand
    • in 19,3 % der Fälle durch die Benutzung von Wattestäbchen
    • in 13 % der Fälle durch tiefes Tauchen
  • Bei Mittelohrentzündungen
    • vor allem bei Kleinkindern
  • Bei Flugreisen2
    • 10 % der Erwachsenen und 22 % der Kinder zeigen Symptome wie Schwindel, Schmerzen im Ohr und Hörminderung.
    • Trommelfellrisse sind selten.

Untersuchungen

In der Hausarztpraxis

In der Regel wird der Trommelfellriss durch eine Ohrspiegelung (Otoskopie) nachgewiesen. Dabei untersucht der Arzt/die Ärztin den äußeren Gehörgang und das Trommelfell mit einem Otoskop – einem Instrument, das aus Ohrtrichter, Lupe und Lampe besteht.

Bei Bedarf kann zusätzlich ein Stimmgabeltest erfolgen. Dabei wird die angeschlagene Stimmgabel auf dem Scheitel und hinter dem Ohr aufgesetzt. Je nachdem, ob und wie die Betroffenen den Ton hören, lässt sich dadurch eine Beschädigung des Trommelfells feststellen.

Bei Spezialist*innen

Bei einer chronischen Mittelohrentzündung kann eine Überweisung an eine HNO-Praxis erfolgen. Auch folgende Symptome können dies erforderlich machen:

  • andauernde Schmerzen
  • Schwindel
  • Gesichtslähmung (Fazialisparese)
  • größere oder nicht spontan heilende Risse

Bei größeren Rissen kann eine Ohrmikroskopie durchgeführt werden. Durch die mikroskopische Untersuchung des Trommelfells lässt sich feststellen, ob sich die Ränder des Risses aufrollen und eine weitere Behandlung erfordern.

Behandlung

In den meisten Fällen verheilen Trommelfellrisse nach einigen Tagen bis Wochen von allein. Dabei kehrt meist auch das Hörvermögen zurück. Bis der Riss vollständig geheilt ist, sollten Betroffene regelmäßig zur Nachuntersuchung gehen.

Ohrentropfen dürfen wegen der Gefahr einer Verunreinigung des Mittelohrs nicht angewendet werden.

Eine Behandlung mit Antibiotikatabletten kann erforderlich sein, wenn

  • plötzlich allgemeine Krankheitssymptome (z. B. Fieber, Erschöpfung) auftreten.
  • in Verbindung mit einer Mittelohrentzündung Flüssigkeit aus dem Ohr austritt (Otorrhö).

In seltenen Fällen heilt der Riss nicht von allein und erfordert einen operativen Eingriff. Dies kann z. B. in Zusammenhang mit einer chronischen Mittelohrentzündung oder einem Cholesteatom (Geschwulst im Mittelohr) der Fall sein.

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