Teratome im Kindes- und Jugendalter
Teratome im Kindes- und Jugendalter
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Was sind Teratome?
Definition
Teratome sind meist gutartige Tumore, die aus fehlentwickelten Keimzellen entstehen. Sie gehören zu den sog. Keimzelltumoren und können in verschiedenen Bereichen des Körpers vorkommen, oft jedoch an Kreuzbein, Steißbein, in den Eierstöcken oder Hoden. In ihrem Inneren können sich verschiedene Gewebeformen herausbilden, sogar Haare, Knochen oder Zähne. Oft fallen Teratome schon vor der Geburt des Kindes in einer der routinemäßigen Ultraschalluntersuchungen auf. In eher seltenen Fällen entwickeln sich Teratome zu bösartigen Tumoren, die dann auch Metastasen bilden können.
Symptome
Beschwerden entstehen durch das rasche Wachstum von Teratomen. Sie können je nach Ort des Auftretens jedoch unterschiedlich ausfallen:
- Am Kreuz- und Steißbein können sie Blutungen verursachen.
- Wachsen sie in den Rückenmarkskanal ein, können Lähmungserscheinungen auftreten.
- In den Eierstöcken können sie zu anhaltenden oder plötzlich auftretenden Schmerzen führen, die oft einer Blinddarmentzündung ähneln. Der Bauchumfang kann zunehmen, Übelkeit und Völlegefühl können auftreten.
- In den Hoden verursachen Teratome meist nur eine schmerzlose Schwellung. Bei einer Verdrehung der Hoden können jedoch plötzliche starke Schmerzen auftreten.
- Im Brustkorb führen sie oft zu Husten, Atemnot, Blutstau in großen Blutgefäßen oder Lungenentzündungen.
- Im Kopf- und Halsbereich können sie Lähmungen oder anderen Nervenschädigungen oder Schluckstörungen verursachen.
Ursachen
Die ersten Zellen in der Entwicklung eines Embryos sind die Keimzellen. Aus ihnen bilden sich die unterschiedlichen Gewebe und Organe des Körpers. Ein Teil der Keimzellen wandert auch in die Keimdrüsen, bei Mädchen in die Eierstöcke, bei Jungen in die Hoden. Kommt es dabei zu Störungen, können aus fehlentwickelten Keimzellen Teratome entstehen.
Häufigkeit
Keimzelltumoren insgesamt machen etwa 4 % der Tumore im Kindesalter aus. Überwiegend treten sie bei Neugeborenen auf, sind dann aber weit überwiegend gutartig. Zu einem leichten Anstieg der Fälle kommt es noch einmal in der Pubertät, wobei dann häufiger bösartige Geschwulste entdeckt werden.
Untersuchungen
Ein Hinweis auf ein Teratom ergibt sich oft zufällig bei Ultraschalluntersuchungen in der Haus- oder Kinderarztpraxis aufgrund von Schmerzen an der betreffenden Stelle oder durch eine Hodenschwellung.
Bei einem Verdacht werden die Betroffenen zu Spezialist*innen für die Kinderkrebsmedizin (Kinderonkologie) überwiesen. Dort wird das Blut auf das Vorhandensein von Tumormarkern untersucht. Je nach Lage, Größe und Ausbreitung der Geschwulst kommen dann unterschiedliche bildgebende Verfahren zum Einsatz wie Sonografie, Computertomografie (CT), Magnetresonanztomografie (MRT), Skelettszintigrafie oder PET-CT. Bestätigt sich der Verdacht auf ein Teratom, wird das Kind in eine spezialisierte kinderonkologische Klinik eingewiesen.
Behandlung
Ziel der Therapie ist die vollständige chirurgische Entfernung des Teratoms, unterstützt ggf. durch eine Chemotherapie.
Von Teratomen betroffene Organe sollen möglichst erhalten bleiben. Das ist jedoch nicht immer möglich ist, da eine vollständige Entfernung der Geschwulst sehr wichtig ist, damit sich verbleibende Anteile nicht bösartig entwickeln können. So wird etwa bei einem Teratom am Steißbein auch das Steißbein selbst mit entfernt.
Eine Chemotherapie kann vor der Operation oder auch danach zum Einsatz kommen, wenn das Teratom bösartig ist und der Tumor nicht vollständig entfernt werden kann oder konnte. Eine Strahlentherapie wird bei Kindern und Jugendlichen kaum eingesetzt, da sie sehr negative Auswirkungen auf das Wachstum und die Zeugungsfähigkeit hat.
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